Neuer Chef bei der Debeka

13.4.2018 – Nach mehreren Jahrzehnten an der Spitze des Vorstands verlässt Uwe Laue das Führungsgremium der Versicherungsgruppe und wechselt in den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger und derzeitger Personalvorstand, Thomas Brahm, übernimmt zum 1. Juli die Position.

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Die Debeka Versicherungen bekommen einen neuen Vorstandsvorsitzenden, verkündete die Gruppe am Freitag in einer Pressemitteilung. Zum 1. Juli 2018 übernimmt Thomas Brahm den Posten von Uwe Laue, der nach 44 Jahren Tätigkeit für das Unternehmen in den Aufsichtsrat wechselt. Dies gilt unter Vorbehalt der Entscheidung der Mitgliedervertreter, Hauptversammlungen und Aufsichtsräte, so das Unternehmen. Sie tagen kommenden Mai und Juni.

„Eigengewächs“ übernimmt Vorstandsspitze

Thomas Brahm gilt als „Eigengewächs“ des Koblenzer Versicherers. Der gelernte Versicherungskaufmann startete im August 1982 seine Karriere im Unternehmen mit seiner Lehre bei der Debeka in Bonn.

Nach seiner Berufsausbildung arbeitete der heute 54-Jährige dort zunächst im Außendienst als Bezirks- und Geschäftsstellenleiter, ab 1996 stand er den Landesgeschäftsstellen in Hannover und Berlin vor. 2004 wechselte Brahm in die Hauptverwaltung und übernahm dort die Verantwortung für die Hauptabteilung Personal. Es folgten Ernennungen zum Prokuristen der Lebens- sowie der Krankenversicherung.

Zum 1. Juli 2007 schließlich wurde Brahm zum stellvertretenden Mitglied in die Vorstände der vier Versicherungs-Unternehmen der Debeka berufen. Dort verantwortete er die Ressorts Personal und Innere Dienste und war zudem für die Leistungszentren des Krankenversicherers zuständig (VersicherungsJournal 18.6.2007). 2008 wurde er zum ordentlichen Mitglied bestellt.

Thomas Brahm (Bild: Debeka)
Thomas Brahm (Bild: Debeka)

Debeka-Karriere

Ebenso wie Brahm, hat auch der aus dem Amt scheidende Uwe Laue seinen Berufsweg bei der Debeka begonnen. Seine Ausbildung zum Versicherungskaufmann nahm er im Herbst 1973 in der Geschäftsstelle Stuttgart auf, 1975 legte er seinen Abschluss vor der örtlichen IHK ab. Im Anschluss daran begann er als Sachbearbeiter in der Stuttgarter Organisationsabteilung seine reguläre Arbeit.

Es folgten verschiedene Positionen im Außendienst sowie in der regionalen Vertriebsleitung bis hin zur Abteilungsleitung Direktion und Personal in der Hauptverwaltung. 1998 schließlich wurde Laue in die Vorstände der Debeka Kranken und Leben sowie der Debeka Allgemeinen als Verantwortlicher für den Bereich Vertrieb berufen.

Im Juli 2002 übernahm er als 45-Jähriger von seinem damaligen Vorgänger, Peter Greisler, den Vorstandsvorsitz der damals noch drei Debeka-Versicherungs-Unternehmen (VersicherungsJournal 27.5.2002). Seit Juni 2004 ist Laue Generaldirektor. Unter seiner Führung schaffte es die Debeka Krankenversicherung a.G. nach dem Geschäftsjahr 2003 Platz eins im deutschen Markt einzunehmen und diese Marktstellung in den Folgejahren kontinuierlich auszubauen (VersicherungsJournal 1.6.2004, 25.5.2005, 24.5.2006, 16.5.2007).

Zu verdanken hatte das Unternehmen dies einem starken Beamtengeschäft. Im Jahr 2006 etwa entfielen nur 37 Prozent des Neugeschäftes auf Angestellte und Selbstständige; im Bestand liegt die Quote nur bei 15 Prozent. Knapp zehn Jahre später waren immer noch nur 16 Prozent oder 377.000 Kunden mit vollem privatem Gesundheitsschutz den Angestellten oder Selbstständigen zuzuordnen (VersicherungsJournal 4.5.2016).

Uwe Laue (Bild: Debeka)
Uwe Laue (Bild: Debeka)

Zukünftige Aufgabenfelder

Seinem Nachfolger hinterlässt Laue ein Unternehmen, das dabei ist, sich „vom reinen Kostenerstatter zu einem umfassenden Gesundheits-Dienstleister zu entwickeln“, so Laufe auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz (VersicherungsJournal 28.2.2018).

Per Digitalisierung wolle der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit „echte“ Mehrwerte für seine Mitglieder generieren. Erst im Herbst 2015 und nach anfänglichem Zögern hatte der auf diesem Feld eher konservativ agierende Versicherer mit dem Onlineverkauf begonnen (VersicherungsJournal 22.9.2015). Anfang 2017 startete unter der Ägide der Debeka das Online-Vergleichsportal „KV Fux“ (VersicherungsJournal 3.3.2017)

2018 hieß es bei der Präsentation der Geschäftszahlen, Probleme gebe es in der Lebensversicherung und bei der Debeka Pensionskasse AG. So mussten 2017 für die Bildung der Zinszusatzreserve (ZZR) stille Reserven aufgelöst werden, bei der Pensionskasse musste nachreserviert werden.

Verbandsvorsitzender und Gremienvertreter

Im Juli 2013, wurde Laue auch zum Vorsitzenden des Verbands der privaten Krankenversicherung e.V. ernannt. Er trat die Nachfolge von Reinhold Schulte an, der nach Erreichen der Altersgrenze aus dem Gremium ausschied. Seit 2004 hatte Laue bereits die Position des stellvertretenden Vorsitzenden des PKV-Verbandes inne (VersicherungsJournal 20.6.2013).

Ein knappes Jahr später wurde der heute 61-Jährige für drei Jahre im Amt des Vorstandsvorsitzenden bestätigt (VersicherungsJournal 5.6.2014). Im Juni vergangenen Jahres erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verbandes, dem er damit für drei weitere Jahre vorstehen wird, einstimmig seine Wiederwahl (VersicherungsJournal 22.6.2017).

„Im Sinne der Kontinuität“

Im Aufsichtsrat soll Laue ab Juli den Vorsitz übernehmen. Er rückt dort Peter Greisler nach. Der 81-Jährige scheidet nach 68 Jahren Debeka-Zugehörigkeit – darunter 30 im Vorstand und 16 Jahre als bisheriger Aufsichtsratsvorsitzender (VersicherungsJournal 16.10.2001) – aus den Gremien aus.

„Dass sich die Debeka mit erfahrenen und kompetenten Führungspersönlichkeiten an der Spitze der Vorstände und Aufsichtsräte neu formiert, freut mich sehr. Ich bin mir sicher, dass die Debeka-Versicherungsgruppe mit diesen Veränderungen für die Zukunft sehr gut aufgestellt ist. Sie sorgen für eine ausgewogene Balance zwischen Kontinuität und Zukunftsfähigkeit zum Wohl der Debeka-Mitglieder“, wird Greisler in der Pressemeldung der Gruppe zitiert.

So wird auch der neue Chef der Versicherungsgruppe „im Sinne der Kontinuität“, so formuliert es vom Unternehmen, den Aufsichtsräten als künftiger Vorsitzender vorgeschlagen werden.

 
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