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Nahles-Rente: erste Umsetzung in Sicht

18.10.2019 – Der Talanx-Konzern setzt als erster Arbeitgeber in Deutschland das Sozialpartner-Modell für die eigene Belegschaft um. Produktgeber ist „Die Deutsche Betriebsrente“, eine Konsortiallösung von Zurich und der Gesellschaft in Hannover. Die Zurich will ihren Mitarbeitern hierzulande bald ebenfalls ein Angebot unterbreiten.

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Zum 1. Januar soll die erste Nahles-Rente in Deutschland an den Start gehen: Die Talanx AG und die Vereinte Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi) „haben sich im Rahmen ihrer Verhandlungen darauf verständigt, das erste Sozialpartner-Modell (SPM) in Deutschland zu etablieren.“ Das teilte der Konzern aus Hannover am Donnerstag mit.

Rund 12.000 Mitarbeitern will das Unternehmen im kommenden Jahr eine zusätzliche Betriebsrente anbieten, sobald die Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht vorliegt. Das gelte auch für die Kollegen der HDI Versicherungen, so Talanx auf Nachfrage. Produktgeber für das Angebot wird „Die Deutsche Betriebsrente“ sein.

Hinter dieser Konsortiallösung, stehen die Talanx und als Konsortialführer die Zurich Gruppe Deutschland (VersicherungsJournal 22.2.2018). Die beiden Gesellschaften kündigten bereits im vergangenen Jahr an, eine Zielrenten-Lösung auf Basis eines kapitalmarktbasierten Pensionsfonds auf den Markt zu bringen.

Die Zurich will bald nachlegen und plant ebenfalls Gespräche mit Verdi aufzunehmen, um ihren Mitarbeitern in Deutschland ein ähnliches Angebot zu unterbreiten.

Das Sozialpartnermodell lebt, allen Unkenrufen zum Trotz.

Fabian von Löbbecke, Talanx-Vorstand

Talanx in der Vorreiterrolle

Fabian Löbbecke (Bild: Die Deutsche Betriebsrente)
Fabian Löbbecke (Bild: Die Deutsche Betriebsrente)

Unter der damaligen Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte die große Koalition 2017 das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz (BRSG) verabschiedet (24.11.2017). Es sollte unter anderem Regelungen zwischen den Tarifparteien erleichtern.

Nahles wollte die Arbeitgeber von der Haftung entlasten, wenn die Rendite-Versprechen sich nicht realisieren lassen. Die Gewerkschaften hatten sich der Nahles-Rente fast zwei Jahre verweigert. Auch Experten mahnten Nachbesserungen an, um die Akzeptanz bei Arbeitgebern und Mitarbeitern zu erhöhen, sonst werde die Einführung eines Obligatoriums immer wahrscheinlicher (7.6.2019).

Jetzt sieht Fabian von Löbbecke, bei Talanx Vorstand für betriebliche Altersversorgung (bAV) und mitverantwortlich für „Die Deutsche Betriebsrente“, den Bann gebrochen: „Das Sozialpartnermodell lebt, allen Unkenrufen zum Trotz.

Rund zwei Jahre nach der Einführung des BRSG haben wir in Verdi einen wichtigen Partner gefunden, mit dem wir jetzt die Grundlage geschaffen haben, um das neue Altersvorsorgemodell unseren Arbeitnehmern zugänglich zu machen.“

Angebot ohne Garantien

Basis für dieses Modell bei Talanx ist ein Haustarifvertrag, den der Konzern mit Verdi gerade aushandelt. Das SPM der Tarifpartner soll „auf rendite- und sicherheitsorientierten Lösungen, die keine Garantien benötigten und deshalb kostengünstiger sind“ basieren, so das Unternehmen.

„Weil der Gesetzgeber beim SPM keine ‚teuren‘“ Garantien vorgesehen hat, kann ‚Die Deutsche Betriebsrente‘ am Kapitalmarkt wesentlich freier investieren als bei konventionellen bAV-Lösungen. So kann zum Beispiel viel mehr in Aktien investiert werden“, erläutert der Konzern auf Nachfrage.

Das ermögliche höhere Renditen und deshalb auch höhere Renten für Arbeitnehmer. „Glättungs-Mechanismen sorgen dafür, dass die Zielrenten auch bei Bewegungen am Kapitalmarkt stabil bleiben“, so Talanx weiter.

Die Wettbewerber von Zurich und Talanx

Neben „Der Deutschen Betriebsrente“ brachten sich im vergangenen Jahr auch diverse Wettbewerber mit ihren Plänen und Partnern in Stellung. Einige Konsortien formierten sich gleich nach Verabschiedung des BRSG (27.7.2018). Ein Überblick:

Für die Zielrente können die Sozialpartner auch selbst ein Versorgungswerk gründen wie die Metallrente GmbH und die Klinikrente GmbH (2.2.2018) oder direkt auf Produkte von Versicherern zurückgreifen. Auch Verdi erwägte schon vor knapp drei Jahren die Gründung eines eigenen Versorgungswerks (Medienspiegel 11.1.2017).

Lesetipp „Das BRSG − Neue Impulse oder vertane Chance für die bAV?“
Bild: VersicherungsJournal
Bild: VersicherungsJournal

Das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz ist seit Januar 2018 in Kraft. Welche neuen Regelungen das BRSG bringt und deren Auswirkungen auf die betriebliche Altersversorgung, Arbeitgeber und Beratung, beschreibt das Dossier des VersicherungsJournals.

Untersucht werden unter anderem das neue Modell für Tarifpartner und die Möglichkeiten für nichttarifgebundene Betriebe, das Konzept umzusetzen.

Des Weiteren wird über die zukünftige Handhabung des Arbeitgeberzuschusses beim Sozialpartnermodell wie auch bei Entgeltumwandlung informiert.

Ein weiterer Aspekt, der in dem Dossier tiefer gehend betrachtet wird, ist die Frage der steuerlichen Förderung. Hier werden unter anderem die Situation für Geringverdiener, die Bedingungen für Arbeitgeber sowie die zusätzliche Steuerförderung für versicherungsförmige Wege thematisiert.

Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung. Sie finden einen Download des Dossiers unter diesem Link.

 
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