Münchener Verein rückt das Handwerk noch mehr in den Fokus

7.8.2018 – Mit ihrer Konzentration auf wenige Zielgruppen und nur fünf strategische Geschäftsfelder ist die Münchener Verein Versicherungsgruppe 2017 laut Geschäftsbericht gut gefahren. Künftig sollen nicht zuletzt die traditionell engen Beziehungen zum Handwerk noch weiter intensiviert werden. Es gibt jetzt aber auch einen zusätzlichen Vertriebsweg.

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Im Vertriebsbereich, so wird in den Geschäftsberichten 2017 der Münchener Verein Versicherungsgruppe ausgeführt, wurde in der Berichtsperiode der „Banken und Sondervertrieb“ eingeführt. Er ergänze die strategischen Vertriebswege „Ausschließlichkeits-Organisation“, „Maklerorganisation“ sowie „Kooperations- und Direktvertrieb“.

Damit seien zusätzliche Kundensegmente im Banken- und Finanzierungsbereich erschlossen worden. Gleiches gelte auch für den klassischen Bereich der Altersvorsorge.

Das Handwerk, so wird außerdem erinnert, spielt bei dem Unternehmen schon seit der Gründung eine zentrale Rolle. Hier werde mit einer unternehmensweiten Projektgruppe die Grundlage geschaffen, um künftig in noch stärkerem Maße als bisher dessen spezifische Anforderungen und Wünsche zu berücksichtigen.

Auch gesetzlich Krankenversicherte zählen zu den Zielgruppen

Als weitere Zielgruppe werden im Geschäftsbericht die gesetzlich Krankenversicherten genannt. Ihnen würden mit einer breiten Palette an Zusatz- und Ergänzungs-Versicherungen „vielfältigste Möglichkeiten angeboten, ihren gesetzlichen Gesundheitsschutz mit hochwertigen Leistungsbausteinen individuell und flexibel zu ergänzen“.

Die Konzentration auf wenige Zielgruppen und die fünf strategischen Geschäftsfelder „Kranken-Zusatzversicherungen“, „Pflege“, „fondsgebundene Rentenversicherungen“, „betriebliche Altersversorgung“ sowie in der allgemeinen Versicherung „Gewerbe“ spiegele die unternehmens-strategische Ausrichtung der gesamten Geschäftstätigkeit wider, wird erläutert.

Sie ermögliche es dem mittelständischen Versicherer, Geschäfts- und Serviceprozesse sowie Produktentwicklungen „den Anforderungen des Marktes, des Gesetzgebers und den Wünschen der Kunden entsprechend umzusetzen“.

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Beitragseinnahmen der Gruppe legen um 2,9 Prozent zu

Als Ergebnis dieses strategischen Ansatzes konnte im Berichtsjahr ein Anstieg der Beitragseinnahmen bei der Gruppe um insgesamt 2,9 Prozent auf 723,5 Millionen Euro verzeichnet werden. Das Ergebnis verbesserte sich von 99,6 Millionen auf 103,1 Millionen Euro.

In der Krankenversicherung legten die Betragseinnahmen insgesamt um 3,2 Prozent auf 526,3 Millionen Euro zu. In der Krankheitskosten-Vollversicherung stiegen sie von 371,7 Millionen auf 375,4 Millionen Euro, obwohl die Zahl der Vollversicherten im Bestand hier von 80.095 auf 77.734 sank.

Der gesamte Versicherungsbestand wuchs jedoch um 3,5 Prozent auf 325.627 Versicherte an. In der Krankheitskosten-Zusatzversicherung legte er um 11.044 auf 158.437 zu, in der Pflegeergänzungs-Versicherung nahm er dagegen um 0,8 Prozent auf 71.279 Personen ab. Betont wird, dass sich die Personenzahl in der Auslandsreise-Krankenversicherung um 25,1 Prozent auf 44.927 erhöht hat.

Kennzahlen Krankenversicherung (Bild: Münchener Verein)
Kennzahlen in der Krankenversicherung. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Münchener Verein)

Versicherungs-geschäftliches Ergebnis verbessert sich stark

Die Leistungsauszahlungen des Geschäftsjahres einschließlich der Schadenregulierungs-Kosten nahmen um 2,4 Prozent auf 368,6 Millionen Euro zu. Die Schadenquote verbesserte sich von 78,1 auf 76,7 Prozent.

Das versicherungs-geschäftliche Ergebnis wuchs von 58,4 Millionen auf 73,9 Millionen Euro an. Das Rohergebnis nach Steuern stieg bei der Münchener Verein Krankenversicherung a.G. bei einer von 3,4 auf 3,1 Prozent gesunkenen Nettoverzinsung bei den Kapitalanlagen von 79,3 Millionen auf 91 Millionen Euro. Es lag damit über der Planung, wie angemerkt wird.

Lebensversicherung kann Vorjahresniveau beim Neugeschäft nicht halten

Die Münchener Verein Lebensversicherung AG konnte laut Geschäftsbericht 2017 das Vorjahresniveau im Neugeschäft, das zu mehr als der Hälfte aus dem strategischen Geschäftsfeld betriebliche Altersversorgung kommt, nicht halten. Es ging um acht Prozent zurück.

Das Neugeschäft mit Fondsprodukten nahm dagegen um 27 Prozent zu. Der Anteil am gesamten Neugeschäft erreichte 39 Prozent.

Der Bestand an selbst abgeschlossenen Hauptversicherungen ging insgesamt von 133.079 auf 130.862 zurück. Bei den Kollektivversicherungen nahm der Vertragsbestand von 65.404 auf 64.386 ab.

Kennzahlen Lebensversicherung (Bild: Münchener Verein)
Kennzahlen in der Lebensversicherung. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Münchener Verein)

Rohüberschuss nach Steuern schrumpft

Die gebuchten Bruttobeiträge nahmen von 140,4 Millionen auf 143 Millionen Euro zu, nachdem der Anstieg der Einmalbeiträge den Rückgang bei den laufenden Beiträgen mehr als kompensierte. Die Netto-Leistungsaufwendungen für Kunden gingen um 11,5 Prozent auf 153,3 Millionen Euro zurück.

Die Verwaltungskosten stiegen um 5,3 Prozent auf fünf Millionen Euro. Die Abschlusskosten verminderten sich um 0,1 Millionen auf 8,8 Millionen Euro.

Der Rohüberschuss nach Steuern schrumpfte bei einer leicht von 4,7 auf 4,6 Prozent gesunkenen Nettoverzinsung bei den Kapitalanlagen von 17,1 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 9,8 Millionen Euro. Davon werden 6,8 Millionen Euro – nach 15,6 Millionen Euro im Jahr zuvor – der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt und drei Millionen Euro den Gewinnrücklagen.

Gewinnrückgang auch beim Sachversicherer

Auch die Münchener Verein Allgemeine Versicherungs-AG verzeichnete im Berichtsjahr einen Rückgang des Jahresüberschusses nach Steuern. Er ging von 3,1 Millionen auf 2,3 Millionen Euro zurück, lag damit laut Geschäftsbericht aber dennoch über dem geplanten Niveau.

Die gebuchten Beitragseinnahmen wuchsen – ebenfalls stärker als geplant – um 2,9 Prozent auf 54,2 Millionen Euro an, wozu insbesondere der Neugeschäftszuwachs um über 41 Prozent bei Betriebshaftpflicht-Versicherungen im Geschäftsfeld Gewerbe beitrug. Die Brutto-Schadenaufwendungen legten allerdings gleichzeitig um 13,6 Prozent auf 40,4 Millionen Euro zu.

Beim versicherungs-technischen Bruttoergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung, das 2016 noch einen Überschuss von 2,2 Millionen Euro aufwies, wurde im Berichtsjahr bei einer von 28,4 auf 28 Prozent gesunkenen Kostenquote für eigene Rechnung ein Verlust von 1,4 Millionen Euro verzeichnet. Nach Veränderung der Schwankungsrückstellung lag es für eigene Rechnung bei null Euro.

Die vollständigen Geschäftsberichte der Münchener Verein Versicherungsgruppe stehen unter diesem Link zum kostenlosen Download bereit.

 
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