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Mit Mylife und Honorarkonzept: Ideal nun Vollsortimenter

21.6.2022 – Die Ideal Versicherungsgruppe hat mit Mylife einen Lebensversicherer gekauft, der nur Nettopolicen auf Honorarbasis anbietet. Damit will sich die Ideal für die Zukunft breit aufstellen. Eine aktuelle Notwendigkeit für den Schritt gebe es aber nicht, unterstrich der Versicherer in einem Pressegespräch. Beide Lebensversicherer wären auf einem Wachstumspfad.

Die Ideal Lebensversicherung a.G. kann in rund acht Wochen jeden Kundenwunsch zur Altersvorsorge erfüllen. So lange schätzt Rainer Jacobus, Vorstandsvorsitzender der Ideal Versicherungsgruppe, die Dauer des Inhaber-Kontrollverfahrens ein, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) nach dem Kauf des Lebensversicherers Mylife Lebensversicherung AG durchführt.

„Bafin-Prüfung ist keine Formalie“

Erworben wurde der Lebensversicherer, wie vergangenen Freitag gemeldet (VersicherungsJournal 17.6.2022), von der bisherigen Eignerin Swiss Insurevolution Partners AG.

„Die Bafin-Prüfung ist keine Formalie“, sagte Jacobus am Montag in einer Onlinekonferenz zur Übernahme des Göttinger Lebensversicherers. Die Aufsicht würde akribisch prüfen, ob die Kunden durch den Kauf keinen Schaden nehmen. „Danach haben wir einen Werkzeugkasten, mit dem wir jeden Kunden und jeden Vermittler hinsichtlich seiner Vergütung bedienen können“, erläuterte Jacobus.

Langfristige Strategie mit breitem Vergütungskonzept

Der Versicherungsmanager machte deutlich, dass die Kaufentscheidung auf einer langfristigen Strategie beruht. So wäre sicher, dass der von der Bafin angedrohte Provisionsrichtwert nicht kommt. Das hätte der zuständige Staatssekretär bestätigt. „Ich gehe aber davon aus, dass sich die Vergütung in den nächsten zehn bis 15 Jahren stark wandeln wird. Die Vermittler werden dann ihre Vergütung den Bedürfnissen der Kunden anpassen“, so Jacobus.

Vergütungskonzept (Bild: Ideal)
Die neue Ideal-Gruppe: breites Vergütungskonzept (Bild: Ideal)

So würden viele Vermittler künftig beispielsweise auch das gehobene Privatkundengeschäft, die betriebliche Altersversorgung (bAV) und das Industriegeschäft über Honorare abrechnen. Daher hat die Ideal auch die Honorarkonzept GmbH gekauft, eine Schwestergesellschaft der Mylife. Der Dienstleister führt vor allem für deren Vermittler die Honorarabrechnungen durch.

„Honorarkonzept arbeitet auch für die anderen rund zehn Lebensversicherer, die Nettopolicen anbieten“, sagte Jens Arndt, Vorstandsvorsitzender der Mylife. Der Löwenanteil der Honorare, über 90 Prozent, wird aber für Mylife bearbeitet.

Beide Lebensversicherer im „Vorwärtsgang“

Wie viele der rund 10.000 Vertriebspartner der Ideal schon heute auf Honorarbasis arbeiten, kann der Versicherer nicht sagen. Beim Flaggschiff, der Rentenversicherung „UniversalLife“, die nur gegen laufende Provision vertrieben wird, würden viele Vermittler den Höchstsatz aber nicht ausnutzen.

Weder Arndt noch Jacobus können über Fälle berichten, bei denen Vermittler eine doppelte Abschlussvergütung aus Honorar und Provision kassiert haben. „Wir würden gegen solche Fälle auch sofort vorgehen“, sagte Arndt.

Jacobus betonte die gute wirtschaftliche Entwicklung der beiden Lebensversicherer, die nun unter einem Dach agieren, aber selbstständig bleiben sollen. „Da heiraten zwei, die im Vorwärtsgang sind“, sagte er, und verwies auf starke Wachstumszahlen. So wuchsen die gebuchten Bruttoprämien der Mylife 2021 um 49,1 Prozent und die der Ideal immerhin um 32,5 Prozent. Damit liegen beide Assekuranzen unter den ersten fünf Wachstumsgewinnern im Markt (20.4.2022).

Zinskrise wird bewältigt

Derzeit stelle man aber bei den Kunden der Ideal eine gewisse Kaufzurückhaltung fest. „Während das erste Quartal noch sehr gut begann, halten derzeit viele Kunden aufgrund der Verunsicherung durch die Ukrainekrise und steigende Energiepreise ihr Pulver trocken“, so der Manager. Demgegenüber verbucht Mylife derzeit noch einen höheren Umsatz als im vorigen Jahr.

Die dramatische Zinskrise könnte die Ideal aber gut bewältigen. So gäbe es einen sehr hohen Immobilienanteil im klassischen Deckungsstock und gleichzeitig würde die Gewinn- und Verlustrechnung schon durch Auflösungen der Zinszusatzreserve entlastet.

Über die Finanzierung der beiden Käufe ist Stillschweigen vereinbart worden. Das gilt auch für die Art der Finanzierung. „Sie können aber davon ausgehen, dass wir bei einem Buchwert von rund 4,3 Milliarden Euro für die Ideal Gruppe den Kauf schon untergebracht haben“, betonte Jacobus.

 
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