LVM erneuert Bekenntnis zum Ausschließlichkeits-Vertrieb

30.4.2018 – Den guten Verlauf der Geschäftsentwicklung im Jahr 2017 führt der LVM im Konzerngeschäftsbericht nicht zuletzt auf die spezielle Vertriebsstruktur mit Vertrauensleuten zurück. Anpassungen an die sich ändernden aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sind allerdings dennoch erforderlich, wird zugleich deutlich gemacht.

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Wie schon im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 8.8.2017), betont die LVM Versicherung auch im Prognoseteil des Geschäftsberichts 2017 erneut die Ausrichtung ihres Vertriebssystems. Der Konzern setze, heißt es dort, „beim Vertrieb der Versicherungs- und Dienstleistungsprodukte weiterhin auf die qualifizierten, bundesweit tätigen Vertrauensleute und deren Mitarbeitende“. Deren Rolle solle daher noch weiter gestärkt werden.

Dazu würden durch diverse Maßnahmen unter anderem die Kontakte zu den Kunden künftig noch konsequenter auf die Agenturen fokussiert und das Personal werde dort weiter aufgestockt. Zugleich wird im Geschäftsbericht auch für die Zukunft ein „klares Bekenntnis zum gegenseitigen Ausschließlichkeits-Vertrieb“ abgegeben.

„Herausforderndes Regulierungsumfeld“ erfordert Anpassungen

Erwähnt wird jedoch ebenfalls, dass das „herausfordernde Regulierungsumfeld“ in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema bleibe und Anpassungsmaßnahmen erfordere. So wird darauf hingewiesen, dass die LVM-Vertrauensleute seit Jahresbeginn 2018 Investmentprodukte nur noch mit einer eigenen Lizenz nach § 34f GeWO vermitteln können.

Grund ist laut Geschäftsbericht die Beendigung des Haftungsdaches der zum Konzern gehörenden Augsburger Aktienbank AG. Im Laufe des Jahres 2018, wird angekündigt, werde es weitere Anpassungen der Rahmenbedingungen und Anforderungen geben.

Ertragsziele wurden 2017 größtenteils übertroffen

Zwar könnten die Vertrauensleute auch im Rahmen eines Zuführermodells agieren, wird angemerkt. Die LVM Finanzdienstleistungen GmbH ergreife jedoch umfangreiche Maßnahmen, um möglichst viele Vermittler, deren Zahl leicht von 2.306 Ende 2016 auf 2.314 Ende 2017 stieg, von einer eigenen Gewerbeerlaubnis zu überzeugen.

Für das Jahr 2017 wird ein erfreulicher Geschäftsverlauf vermeldet, durch den die Ertragsziele größtenteils übertroffen worden seien. Die gebuchten Bruttobeiträge aus dem Versicherungsgeschäft legten im Konzern um 3,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Der Konzernjahresüberschuss erreichte mit 205,3 Millionen Euro fast den Vorjahreswert von 205,8 Millionen Euro.

Konzern-Kennzahlen im Überblick. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: LVM)

Schaden/Unfall entwickelte sich besonders dynamisch

Zu den Betragseinnahmen trug der Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung 2,3 Milliarden Euro bei und damit Branchen-überdurchschnittliche 4,8 Prozent mehr als 2016. Auf diesem Bereich ruhen aufgrund der Vertriebsstruktur und Ausrichtung als Serviceversicherer auch künftig die größten Erwartungen. Die Zahl der Versicherungsverträge stieg von 9,9 Millionen auf 10,2 Millionen.

Neben der Kfz-Versicherung hat laut Geschäftsbericht insbesondere die Sparte Sach zu diesem Wachstum beigetragen. Die Zahl der Schäden stieg hier aufgrund von Elementarschäden zwar um 4,2 Prozent auf 864.285 Stück und der Brutto-Schadenaufwand von 1,76 Milliarden auf 1,83 Milliarden Euro. Die Geschäftsjahres-Schadenquote netto sank aber dennoch leicht von 80,9 auf 80 Prozent.

Somit trug dieser Geschäftsbereich mit 140,7 Millionen – nach 111,8 Millionen Euro 2016 – „ein sehr gutes Versicherungs-technisches Ergebnis“ nach Schwankung zum Konzernergebnis bei, wird im Geschäftsbericht festgehalten.

Einmalbeiträge in der Lebensversicherung gehen deutlich zurück

In der Personenversicherung legte es ebenfalls von 32,2 Millionen auf 35,1 Millionen Euro zu. Die Beiträge nahmen in diesem Geschäftsbereich insgesamt um 0,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu und die Zahl der Versicherungen im Bestand stieg von 1,35 Millionen auf 1,37 Millionen. Hierbei waren allerdings unterschiedliche Entwicklungen in der Lebens- und der Krankenversicherung zu verzeichnen.

In der Lebensversicherung sanken die Beitragseinnahmen für das selbst abgeschlossene Geschäft von 818,1 Millionen auf 809,2 Millionen Euro. Dabei nahmen die laufenden Beitragseinnahmen von 736,9 Millionen auf 744,3 Millionen Euro zu und die Einmalbeiträge von 81,2 Millionen auf 64,9 Millionen Euro ab. In der Krankenversicherung stiegen sie um 12,4 Millionen auf 345,9 Millionen Euro.

Hier sei der Zuwachs im Berichtsjahr zu 28,8 Prozent auf Neugeschäft und zu 71,2 Prozent auf Beitragsanpassungen zurückzuführen, wird dazu erläutert. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle inklusive der Rückstellungen und Regulierungskosten erhöhten sich in der Krankenversicherung von 170,1 Millionen auf 175,0 Millionen Euro. Die Schadenquote sank von 76,1 auf 73,6 Prozent.

Versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote auf Rekordwert

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen nahm von 79,9 Millionen auf 82,0 Millionen Euro zu. Das Versicherungs-geschäftliche Ergebnis stieg von 49,0 Millionen auf 60,9 Millionen Euro. Damit, so wird herausgestellt, habe die von 14,7 auf 17,6 Prozent gestiegene Versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote einen Rekordwert erreicht.

In der Lebensversicherung verringerten sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle einschließlich Regulierungskosten von 613,6 Millionen auf 575,4 Millionen Euro. Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen, die um 3,2 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro anwuchsen, schrumpfte allerdings von 406,5 Millionen auf 328,1 Millionen Euro.

Zuführung zur Zinszusatzreserve halbiert

Die Zuführung zur Zinszusatzreserve wurde von 223,6 Millionen auf 104,4 Millionen Euro mehr als halbiert. Der Gesamtüberschuss hat sich von 31,2 Millionen auf 78,0 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Künftige Wachstumspotenziale werden im Lebensversicherungs-Geschäft vor allem bei Berufsunfähigkeits-Versicherungen verortet. Guten Chancen zum Geschäftsausbau bestünden in Verbindung mit dem Gewerbegeschäft der anderen LVM-Sparten außerdem bei der betrieblichen Altersversorgung.

Der vollständige Geschäftsbericht der LVM steht unter diesem Link zum kostenlosen Download (PDF-Datei, 2,09 MB) bereit.

 
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