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Landeskrankenhilfe verliert Versicherte

12.6.2019 – Die grundlegenden Probleme in der Krankenversicherung wie die steigende Lebenserwartung, die alternde Gesellschaft und die Kosten des medizinischen Fortschritts haben bei der Landeskrankenhilfe (LKH) im Geschäftsjahr 2018 Spuren hinterlassen. Dennoch gibt sich der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für die Zukunft optimistisch.

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In seinem Geschäftsbericht 2018 weist der Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) auf die zentralen Probleme hin, mit denen sich die Krankenversicherung ganz generell konfrontiert sieht. Dazu zähle zunächst, dass die allgemein steigende Lebenserwartung zu weiter steigenden Gesamtaufwendungen führen werde, wird angemerkt.

Zugleich bewirkten die Veränderung der Altersstruktur der Versicherten-Gemeinschaften und die weiterhin zu erwartenden medizinischen Innovationen ebenfalls Kostensteigerungen. Prinzipiell, so wird analysiert, sei die private Krankenversicherung (PKV) aber immerhin besser auf die Bewältigung dieser Probleme vorbereitet als die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Optimismus aufgrund eines strukturellen Wettbewerbsvorteils

Durch diesen strukturellen Wettbewerbsvorteil würden sich trotz vieler zusätzlicher – nicht zuletzt politischer – Risiken „auch weiterhin Chancen für die private Krankenversicherung ergeben“, gibt sich die LKH in ihrem Ausblick optimistisch. Im Berichtsjahr bekam der Versicherungsverein allerdings eher die negativen Folgen dieser Einflussfaktoren zu spüren.

So reduzierte sich der Bestand an vollversicherten natürlichen Personen per Ende 2018 gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf 182.266. Die Zahl der Zusatzversicherten ging um den gleichen Prozentsatz auf 169.782 zurück.

Leistungsausgaben steigen stärker als Beitragseinnahmen

Dennoch stiegen die verdienten Bruttobeiträge um 3,1 Millionen auf 835,6 Millionen Euro. Dieser Anstieg um 0,4 Prozent liegt allerdings unter dem Branchendurchschnitt von 1,7 Prozent (VersicherungsJournal 29.1.2019).

Die Leistungsausgaben erhöhten sich um 6,2 Millionen auf 571,3 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Zuführungen zu den Rückstellungen für das mit dem Alter wachsende Risiko und der RfB-Entnahmen sank die Schadenquote trotzdem von 74,6 auf 73,7 Prozent.

Mit einer Gesamtkostenquote von 2,7 Prozent arbeite die LKH „besonders kostenbewusst im Vergleich zum Branchendurchschnitt“, so wird hervorgehoben. Die Abschlusskostenquote sank, bezogen auf die verdienten Bruttobeiträge, von 1,3 auf 1,2 Prozent, die Verwaltungskostenquote verharrte bei 1,5 Prozent.

Im Jahr 2017 wies die Gesellschaft laut dem Map-Report den drittbesten Wert der Branche aus (VersicherungsJournal 27.3.2019).

Kennzahlen 2018 (Bild: LKH)

Versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote dennoch überdurchschnittlich gut

Aus dem Versicherungs-geschäftlichen Ergebnis, das von 188 Millionen auf 197,3 Millionen Euro zulegte, ergibt sich eine von 22,6 auf 23,6 Prozent gestiegene Versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote. Dieser Wert sei im Branchenvergleich ebenfalls überdurchschnittlich gut, wird hervorgehoben.

Aus den laufenden Erträgen aus den Kapitalanlagen, die um 4,3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro anwuchsen, wurde eine von 2,2 auf 1,9 Prozent gesunkene Nettorendite erzielt. Damit liegt die Gesellschaft im Branchenvergleich sehr weit hinten.

Unter dem Strich weist der Versicherungsverein für das Berichtsjahr nach Steuern einen von 167,7 Millionen auf 174,9 Millionen Euro gestiegenen Jahresüberschuss auf.

Rücklagen werden kräftig aufgestockt

Davon wurden satzungsgemäß 568.000 Euro der Verlustrücklage zugewiesen, den anderen Rücklagen 14,4 Millionen Euro und der RfB 159,9 Millionen Euro. Letztere stieg von 612 Millionen auf 642,8 Millionen Euro an.

Den vollversicherten Mitgliedern wurden im Berichtsjahr 62,7 Millionen Euro rückerstattet. Gutschriften in Höhe von fünf Prozent der Tarifbeiträge in der substitutiven Krankheitskosten-Versicherung erhielten alle Versicherten, die an der Beitragsrückerstattung für kostenbewusstes Verhalten teilnahmen.

Für die Jahre 2019 und 2020, so wird weiter mitgeteilt, sei bereits beschlossen worden, dass sowohl die Beitrags-Rückerstattungen für Schadenfreiheit und Leistungsfreiheit wie jene für kostenbewusstes Verhalt fortgesetzt würden.

Neue Unternehmensstrategie

Angekündigt wird außerdem eine neue Unternehmensstrategie. Deren Zielsetzung sei, „das Unternehmen zu einem verlässlichen und kompetenten Gesundheits-Dienstleister mit hoher Serviceorientierung und konsequenter Kundenfokussierung weiterzuentwickeln“.

Hier fängt die Gesellschaft auf niedrigem Niveau an: In der Beschwerdestatistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) lag sie 2018 auf dem letzten Platz (VersicherungsJournal 7.5.2019).

Nicht zuletzt dank einer soliden Finanzausstattung sieht sich die LKH grundsätzlich jedoch „wirtschaftlich gut gerüstet“ für die kommenden Herausforderungen.

Die Eigenkapitalquote stieg den Angaben zufolge von 51,1 auf 52,7 Prozent und die RfB-Quote von 73,4 auf 76,8 Prozent.

Kein Wort zu Ernst-Wilhelm Zachow

Das Geschäftsjahr 2018 war das letzte unter der Führung das langjährigen Vorstands-Vorsitzenden Professor Dr. Ernst-Wilhelm Zachow. Der war Ende vergangenen Jahres ausgeschieden und von Dr. Matthias Brake abgelöst worden. Über die Nachfolge hatte die LKH im Februar informiert, ohne den Vorgänger zu nennen (VersicherungsJournal 18.2.2019).

Im Geschäftsbericht wird nur mitgeteilt, dass Zachow bis 31. Dezember 2018 der Vorsitzende des Vorstands war. Im Übrigen wird dessen langjährige Tätigkeit für den Verein mit keinem Wort erwähnt.

Der komplette Geschäftsbericht des Versicherungsvereins steht unter diesem Link (PDF – 1,4 MB) zum Herunterladen bereit.

 
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