Kleine und Nischenanbieter sind auf dem Sprung

3.4.2018 – Die Itzehoer ist kräftig gewachsen und weist mehr Gewinn aus. Mylife hat von niedriger Basis aus kräftig zugelegt, die VW-Tochter Volkswagen Financial Services hat ihre breite Basis vergrößert. Die Ammerländer wuchs zweistellig.

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Getragen vor allem von Kraftfahrt haben die Itzehoer Versicherungen die gebuchten Bruttobeiträge im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 27.3.2017) um 5,2 Prozent auf 460,5 Millionen Euro gesteigert. Der Konzernjahresüberschuss betrug 15,2 (2016: 10,3) Millionen Euro und lag damit über den geplanten zehn Millionen Euro, so der Geschäftsbericht.

Eigenkapital verstärkt

Ursächlich für den Ergebnissprung ist ein nicht näher erklärter Sondereffekt in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, in welcher der Schwankungsrückstellung 9,8 Millionen Euro entnommen werden konnten; im Vorjahr gab es eine Zuführung von 11,6 Millionen Euro.

Mit dem Gewinn wurden das Eigenkapital um 15,2 Millionen Euro auf 201,8 Millionen Euro aufgestockt und die Eigenkapitalquote auf 43,8 (42,6) Prozent verbessert.

Bei der Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 5,4 Prozent auf 415,1 Millionen Euro. Davon entfielen 328,4 Millionen Euro (+ 5,7 Prozent) auf Kraftfahrtversicherungen.

Die Zahl der Kfz-Risiken nahm nach Unternehmensangaben über alle drei Vertriebswege – das Vertrauensleutenetz im Norden, den bundesweiten Maklervertrieb sowie die Direktversicherungs-Tochter AdmiralDirekt.de GmbH – um 4,5 Prozent auf 871.555 zu. Der Kompositversicherer weist eine Bruttoschadenquote von 73 (73,8) Prozent und eine Bruttokostenquote von 23,7 (22,7) Prozent aus.

Wachstum schafft Arbeitsplätze

Die Itzehoer erwartet, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) ihr zur Jahresmitte die Übernahme des Rechtsschutzgeschäfts der Alten Leipziger Versicherung AG mit knapp 300.000 Verträgen genehmigt (VersicherungsJournal 26.6.2017). Selbst hat die Itzehoer gut 53.000 Rechtsschutzverträge im Bestand.

Perspektivisch ist nach Unternehmensangaben vorgesehen, auch den derzeit bereits mehr als 200.000 Direktversicherungs-Kunden der Itzehoer-Tochter AdmiralDirekt.de Rechtsschutz anzubieten.

Aufgrund der kontinuierlich steigenden Beschäftigtenzahl – 2017 stieg die Mitarbeiterzahl im Konzern auf 695 (683) – erweitert die Itzehoer erneut ihre Hauptverwaltung (VersicherungsJournal 24.1.2013). Bis 2020/2021 soll Platz für bis zu 200 Arbeitsplätze entstehen. Das Investitionsvolumen wird mit rund 25 Millionen Euro angegeben.

Weitere Details zum Geschäftsverlauf sind im Geschäftsbericht 2017, der online unter diesem Link (PDF-Datei, 574 KB) zum Abruf bereitsteht, einzusehen.

Konzernkennzahlen (Bild: Itzehoer)
Konzernkennzahlen aus den vergangenen sechs Jahren. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Itzehoer)

Rückenwind durch die IDD

Die Mylife Lebensversicherung AG meldet für 2017 im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 21.2.2017) ein Plus von 82,1 Prozent auf 110,7 Millionen Euro Beitragseinnahmen in ihrem Kerngeschäftsfeld Nettotarife. Insgesamt legten die Beitragseinnahmen nach vorläufigen Geschäftszahlen um 62,6 Prozent auf 120,5 Millionen Euro zu.

Als Treiber der positiven Geschäftsentwicklung nennt der Lebensversicherer seine Fondspolice „Mylife Invest“. Durch die IDD erwartet Mylife „Rückenwind“. Die von der Politik beabsichtigte Stärkung der Honorarberatung werde den Weg für den Absatz von Nettoprodukten weiter ebnen.

„Die ersten Monate des neuen Jahres bestätigen diesen Trend. Die Zukunft der Nettoversicherungen hat längst begonnen“, wird Vorstandschef Michael Dreibrodt in einer Pressemitteilung zitiert.

Umsatz wächst stärker als Schäden

Trotz der Unwetter „Paul“, „Rasmund“ und „Xavier“ war 2017 für die Ammerländer Versicherung VVaG ein moderates Schadenjahr. Die um rund 30 Prozent auf 22.782 gestiegenen Schadenfälle kosteten den Versicherungsverein letztlich doch nur 16,9 Millionen Euro (Vorjahr: 16,8 Millionen Euro; VersicherungsJournal 30.7.2013).

Da sich die gebuchten Beiträge mit einem Plus von mehr als einem Fünftel auf 38,8 (31,6) Millionen Euro erhöhten, sank die Schadenbelastung in Relation zum Geschäft. Sprich: Die Nettoschadenquote fiel sogar auf 44,19 (55,46) Prozent.

Die stärkste Sparte blieb auch 2017 die verbundene Hausratversicherung mit einem Bruttobeitrag von 28,8 (23,8) Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote wird mit 82,91 Prozent angegeben und liegt unter dem Branchenschnitt der Schaden- und Unfallversicherer von 95 Prozent.

Der Gewinn nach Steuern schnellte auf 2,44 (0,5) Millionen Euro hoch. Die Mitgliederzahl wuchs um 24,6 Prozent auf 457.315. Das Eigenkapital stockte der Versicherungsverein auf 12,19 (9,76) Millionen Euro auf.

Mehr K-Policen über den Hersteller

Die Volkswagen Financial Services AG hat 2017 ihr weltweites Neugeschäft um 1,81 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Versicherungsverträge gesteigert und damit den Bestand um 2,56 Prozent auf 5,6 Millionen Policen ausgebaut. Der Automobil-Finanzdienstleister erzielte eine Nettoprämie von 287 (197) Millionen Euro; nach Schäden blieben davon noch 118 (78) Millionen Euro.

Über alle Bereiche – also im Wesentlichen die Händler- und Kundenfinanzierung, das Leasing, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagement-Geschäft sowie Mobilitätsangebote – vergrößerte sich der Vertragsbestand um 8,1 Prozent auf 19,7 Millionen. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 16,9 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro.

Netto-Etrag Versicherungsgeschäft (Bild: VWFS)
Angaben zum Netto-Ertrag aus dem Versicherungsgeschäft. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: VWFS)

Effizienzsteigerung von einer Milliarde Euro geplant

Bis 2025 will der Finanzdienstleister mit der „kompletten“ Digitalisierung des Geschäftsmodells eine Effizienzsteigerung von einer Milliarde Euro erzielen. Die Digitalisierung führe zu einem wachsenden Onlineverkauf des Leistungsspektrums, einer damit verbundenen Optimierung der Vertriebskosten sowie einer schlankeren IT-Systemlandschaft, die erhebliche Produktivitäts-Steigerungen zulasse, so VWFS-Chef Lars Henner Santelmann.

Bis 2025 will die VW-Tochter ihren Vertragsbestand auf 30 Millionen Verträge ausweiten. Per Ende 2017 waren bei den Volkswagen Finanzdienstleistungen 15.770 Mitarbeiter (+ 2,9 Prozent) beschäftigt; 6.670 davon arbeiteten in Deutschland.

Weitere Details können dem Geschäftsbericht 2017 entnommen werden, der unter diesem Link zum Abruf bereitsteht.

 
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