Insurtech Mailo: „Makler sind unsere wichtigsten Vertriebspartner“

14.3.2019 – Das Gewerbegeschäft im Blick: Als Zielgruppen definiert das Startup Mailo Freelancer, Selbstständige und Kleinunternehmer. Der Vertrieb des gewerblichen Existenzschutzes für diese Klientel soll über Makler und Vergleichsplattformen laufen.

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Ende Februar ging die Mailo Versicherung AG mit einer Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) offiziell an den Start (VersicherungsJournal Medienspiegel 27.2.2019, Medienspiegel 6.9.2018).

Ein Führungs-Trio gründete das Unternehmen bereits Ende 2017: Dr. Matthias Uebing (51) als Generalbevollmächtigter, Armin Molla (45) als Vorstand für Vertrieb und IT zuständig und Sten Nahrgang (57) verantwortet als Vorstand die Ressorts Finanzen und Versicherungstechnik.

Hinter Mailo steht außerdem ein Netzwerk von Partnern und Kapitalgebern. Das sind unter anderem die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG und die Deutsche Rückversicherung AG, die das Startup „neben einem maßgeschneiderten Rückversicherungs-Programm auch mit ihrer Expertise unterstützen“, erklärt Uebing gegenüber VersicherungsJournal.

Weitere konkrete Kapitalgeber nennt der Generalbevollmächtigte nicht. Er verrät nur so viel: „Mailo konnte finanzstarke Unternehmer gewinnen, die privates Kapital und ihre unternehmerische Erfahrung einbringen. Alle haben den notwendigen ‚langen Atem‘, um einen erfolgreichen Versicherer aufzubauen.“

Unsere Kunden haben eher Sorgen vor einer Abmahnung, einer Cyberattacke oder einem Verstoß gegen die DSGVO als vor einem klassischen Brand oder Wasserrohrbruch.

Armin Molla, Vorstand Vertrieb und IT der Mailo Versicherung AG

Zielgruppen sind Selbstständige und kleinere Firmen

Mailo wird sich künftig auf das Gewerbegeschäft konzentrieren: Der Fokus liegt auf den Zielgruppen Freelancer, Selbstständige und Kleinunternehmer.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass viele von diesen Unternehmen unterversichert sind, weil sie keine passende Versicherungslösung finden. Das liegt daran, dass sich diese Kundengruppen und ihr Versicherungsbedarf in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben. Experten gehen davon aus, dass hier bis zu 50 Prozent der existenzgefährdenden Risiken nicht ausreichend versichert sind“, erklärt Vertriebsvorstand Molla die Zielgruppen-Auswahl.

Auch das Segment der adressierten Freelancer und Selbstständigen wachse stark. „Es entwickeln sich völlig neue Berufswelten mit neuen Risikoprofilen. Unsere Kunden haben eher Sorgen vor einer Abmahnung, einer Cyber-Attacke oder einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als vor einem klassischen Brand oder Wasserrohrbruch“, so der Vertriebschef weiter.

Produkte: Existenzschutz für B2B-Bereich

Ziel sei es, den Kunden einen beruflichen Existenzschutz zu bieten, der folgende Sparten umfasst: Betriebshaftpflicht, Vermögenschaden-Haftpflicht, Sach-Inhalt, Cyber- und Rechtsschutz.

„Unsere ersten Produkte zum Marktstart sind Versicherungslösungen für Blogger und Influencer, Online-Händler und Unternehmensberater“, so Molla. Die entwickelten Zielgruppentarife könnten als „Komplettlösungen“ oder als Multiline-Produkte abgeschlossen werden.

Die Produkte seien täglich kündbar und würden sich durch den modularen Aufbau sowie Differenzdeckungs-Möglichkeiten verschiedenen Versicherungs-Situationen anpassen.

Maklern mit geringerer Erfahrung im Gewerbe öffnen wir quasi die Tür zu diesem attraktiven Markt.

Armin Molla, Vorstand Vertrieb und IT der Mailo Versicherung AG

Positionierung als Maklerversicherer angestrebt

Im Vertrieb vertritt der Digitalversicherer eine klare Positionierung: „Makler sind unsere wichtigsten Vertriebspartner. Etablierte Gewerbespezialisten unterstützen wir bei ihrer erfolgreichen Marktpositionierung. Maklern mit geringerer Erfahrung im Gewerbe öffnen wir quasi die Tür zu diesem attraktiven Markt“, wirbt Vertriebschef Molla Richtung Vermittler.

Dazu gehören unter anderem individuelle Deckungskonzepte, die auch als White-Label-Produkte angeboten würden. Als weitere Hilfen werden unter anderem Erklärungsvideos und ein rund um die Uhr erreichbarer Telefonservice genannt.

Als Wettbewerber definiert das junge Unternehmen „alle Versicherer, die Versicherungspolicen für Gewerbekunden anbieten“, so Molla. Nicht als Konkurrenten, sondern als wichtige Kooperations- und Vertriebspartner sieht Mailo dagegen die am Markt vertretenen Vergleichsportale.

Unsere Zielgruppen-Produktpalette kann über Vergleichsplattformen verglichen und bezogen werden.

Armin Molla, Vorstand Vertrieb und IT der Mailo Versicherung AG

Ambitioniertes Wachstum über Partner

„Wir begrüßen die positive Entwicklung dieser Dienstleister sehr. Sie führt zu einer deutlichen Effizienzsteigerung im Markt, die allen hilft, insbesondere den Kunden. Unsere Zielgruppen-Produktpalette kann über Vergleichsplattformen verglichen und bezogen werden. Wir werden hier mit attraktiven Preis-Leistungsangeboten präsent sein“, betont der Vertriebschef.

Bei den eigenen Zielvorgaben bis Jahresende bleibt das Insurtech allerdings vage. „Mailo verfolgt ambitionierte Wachstumsziele bezüglich der Gewinnung von Vertriebspartnern, Neukunden und Prämieneinnahmen. Bis Jahresende wollen wir uns bei Zielkunden und Vertriebspartnern als kunden-, leistungs- und serviceorientierter Dienstleister sowie Gewerbespezialist positionieren“, erklärt Uebing.

Konkrete Zahlen zu den Vorgaben nennt der Generalbevollmächtigte allerdings nicht.

Derzeit beschäftigt der Digitalversicherer knapp 30 Mitarbeiter. Das Team besteht vor allem aus Gewerbe- Vertriebs- und IT-Spezialisten. Darüber hinaus greife Mailo „auf ein ausgesuchtes und professionelles Netzwerk an Experten und Ressourcen bei angebundenen Dienstleistern zu“, so das Unternehmen.

Cornelia Hefer

 
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