Ideal muss weiter sanieren

7.5.2019 – Die Ideal Versicherungen haben 2018 weniger Geschäft verbucht. In Komposit beruht der Rückgang auf der weiteren Sanierung in der Sparte Rechtsschutz. In der Lebensversicherung ging der Bestand ingesamt zurück, die laufenden Beiträge stiegen, ebenso das Neugeschäft. Für 2019 kündigt der Vorstand im Geschäftsbericht eine Reihe von Maßnahmen an.

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Die Ideal Versicherung AG ist bei der Sanierung ihrer Sparte Rechtsschutz 2018 vorangekommen, aber es reicht noch nicht. Auch 2019 wird die Sanierung weitergehen müssen, womit der Versicherungsbestand „noch einmal leicht sinken“ wird, schreibt der Vorstand im Geschäftsbericht 2018.

Fast 30 Cent Verlust je Euro Prämie

Im „Branchenmonitor: Rechtsschutz-Versicherung 2015-2017“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Yougov Deutschland GmbH war das Rechtsschutz-Geschäft der Berliner als das unprofitabelste unter den Gesellschaften genannt worden (VersicherungsJournal 13.11.2018).

2018 kommt der Rechtsschutz immer noch auf eine Combined Ratio von 129,5 Prozent. Das heißt, je einem Euro Prämie werden gut 129 Cent für Verwaltung, Abschluss und Schadenregulierung ausgegeben.

Aber der Rechtsschutz ist nicht alleine defizitär bei diesem kleinen Kompositversicherer. Auch der Ruhestättenschutzbrief hat mit 175,8 Prozent und die Haftpflichtversicherung mit 101,2 Prozent eine Schaden- und Kostenquote, die versicherungstechnisch Verluste bringt.

Vertragsbestand zurückgefahren

Im Rechtsschutz wurde der Vertragsbestand sanierungsbedingt um 21,7 Prozent auf 27.128 Verträge mit 4,25 Millionen Euro laufendem Jahresbeitrag (- 18,4 Prozent) zurückgefahren. Die in den Vorjahren eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Schadensituation in der Sparte Rechtsschutz hätten „deutliche Wirkung“ gezeigt.

Zwar sind die Belastungen vor allem aufgrund noch nicht geschlossener Altschäden immer noch hoch, doch habe der Vorjahresaufwand auf rund 8,58 Millionen Euro fast halbiert werden können. Damit sei die Nettoschadenquote in Rechtsschutz auf 97,8 (163,7) Prozent gesunken.

Im Zuge der Sanierung verkleinerte sich der gesamte Bestand der Ideal Versicherung um 9,4 Prozent auf 133.654 Verträge mit einem laufenden Jahresbeitrag von 13,36 Millionen Euro (- 9,6 Prozent).

Noch ein Riesenberg

Laut dem aktuellen Geschäftsbericht stehen 2019 „weitere Produkte im Sachbereich auf dem Plan“ zur Überprüfung. Dies soll zusammen mit Kosteneinsparungen die Combined Ratio 2019 verbessern. 2018 betrug diese netto über alle Sparten 94,0 (2017: 116,9) Prozent.

2019 soll unter dem Strich mehr Gewinn verbleiben als 2018 mit einem Jahresüberschuss von nur 0,129 (nach negativen 0,943) Millionen Euro. Das wird auch nötig sein, denn die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Bilanzverlust von noch knapp 12,55 Millionen Euro aus.

Automatisierung

Um nach der derzeitigen Konsolidierungsphase wieder zu wachsen, würden „stetig neue Vertriebspartner“ angebunden und die Produkte regelmäßig optimiert, schreibt der Vorstand weiter.

Auch bei der Ideal wird zudem automatisiert und digitalisiert. Unter anderem wird von der Online-Schadenmeldung berichtet, die „sehr gut“ von den Vertriebspartnern angenommen werde und für Versicherer wie Partner die Aufwände minimiere und Arbeitsabläufe enorm beschleunige.

Nach dem Relaunch der Internetpräsenz und der Einbindung neuer Tarifrechner habe sich der „Traffic“ auf den Seiten signifikant erhöht und die Direktabschlüsse nähmen „deutlich“ zu.

Weniger Bestand, aber mehr Neugeschäft

Bei der Muttergesellschaft Ideal Lebensversicherung a.G. sanken die Einnahmen aus Einmalbeiträgen, welche nur für klassische biometrische Produkte angeboten werden, um 31,1 Prozent auf 54,3 Millionen Euro. Damit verminderten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 6,9 Prozent auf 239,6 Millionen Euro. Davon waren 183,8 (177,7) Millionen Euro laufende Beitragseinnahmen.

Doch der Lebensversicherer hat 2018 mehr Neugeschäft geschrieben, was sich als Wachstum erst noch niederschlagen wird. Der Neuzugang erhöhte sich nach eingelösten Versicherungsverträgen um 29,5 Prozent auf 41.753 Verträge und nach laufendem Jahresbeitrag um 20,0 Prozent auf 19,2 Millionen Euro.

Deutlich weniger Zinszusatzreserve

Der Zinszusatzreserve (ZZR) waren dank der veränderten Berechnungsweise nur 5,4 (28,5) Millionen Euro zuzuführen, wodurch der Rohüberschuss nach Steuern 39,7 (33,9) Millionen Euro erreichte. Ohne Korridormethode hätte die Ideal eigenen Berechnungen zufolge 23,6 Millionen Euro zurückstellen müssen.

Der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wurden 36,7 (31,39) Millionen Euro zugeführt, womit diese 148,46 (136,62) Millionen Euro betrug. Die freie RfB belief sich auf 101,4 (96,4) Millionen Euro. Zur Stärkung des Eigenkapitals wurde der Jahresüberschuss von knapp 3,0 (2,5) Millionen Euro in die Verlustrücklage eingestellt.

Weitere Details zum Geschäftsjahr 2018 finden sich unter diesem Link.

Nachträgliche Ergänzung 7. Mai 2019, 15.25 Uhr:

In der ursprünglichen Version des Artikels konnte der Eindruck entstehen, dass sich die Ideal Lebensversicherung aus dem klassischen Garantiegeschäft zurückziehen würde. Dazu teilte die Gesellschaft mit, dass sie „nach wie vor ausschließlich klassische Produkte im Sicherungsvermögen anbietet“.

Die Ideal weist außerdem darauf hin, dass die laufenden Beitragseinnahmen der Lebensversicherung um 4,4 Prozent gestiegen sind.

 
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