Huk-Coburg ist für das Geschäftsjahr 2020 „dankbar“

14.4.2021 – Die Versicherungsgruppe meldete für das Geschäftsjahr 2020 in vielen Sparten Neugeschäftsrekorde. Die Beitragseinnahmen steigen insgesamt um 2,6 Prozent auf gut acht Milliarden Euro. Zugleich sank der Schadenaufwand vor allem in der Kfz-Versicherung sehr stark. Auch die Mitglieder und die Kunden sollen davon profitieren. Der Gewinn ging zurück.

Bis heute hat es innerhalb der Betriebe der Huk-Coburg-Versicherungsgruppe keine einzige Corona-Infektion gegeben, konnte Klaus-Jürgen Heitmann am Dienstag bei der Online-Jahrespressekonferenz seines Hauses erleichtert feststellen. Das ist nach seiner Einschätzung nicht zuletzt der Effektivität der getroffenen Vorsichtsmaßnahmen zu verdanken.

Pandemie sorgt in vieler Hinsicht für Unsicherheit und neue Erkenntnisse

Klaus-Jürgen Heitmann (Archivbild: Schmidt-Kasparek)
Klaus-Jürgen Heitmann (Archivbild: Schmidt-Kasparek)

Allzu viele Gelegenheiten, sich am vertrauten Arbeitsplatz anzustecken, hatten die Huk-Coburg-Mitarbeiter allerdings auch gar nicht, denn zeitweise waren laut Heitmann über 90 Prozent von ihnen im Homeoffice tätig. Diese organisatorische Umstellung sei eine enorme Herausforderung gewesen, die aber erfolgreich bewältigt wurde.

Mittlerweile sorgt diese Pandemie-Konsequenz jedoch für zusätzliche Verunsicherung, denn eine komplette Rückkehr zur früheren Arbeitswelt wird es kaum mehr geben. Das zeigen Erfahrungen, die sowohl das Unternehmen wie die Mitarbeiter in den vergangenen Monaten machten.

Im Vorstand werde daher inzwischen viel über die künftige Arbeitsorganisation nachgedacht, berichtete der Konzernchef.

Unerwartete Erkenntnisse, die entsprechende Konsequenzen erfordern, bescherte das Virus der Gruppe, die im Jahr 2020 die Beitragseinnahmen um 2,6 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro steigerte. Davon entfiel über die Hälfte auf die Kfz-Sparte.

Fahrleistung sinkt 2020 drastisch – und wahrscheinlich nachhaltig

Im Berichtsjahr gingen die Fahrleistungen und damit die Unfallzahlen deutlich zurück. Die Schaden-Kosten-Quote in der Kfz-Sparte sank dadurch von brutto 97,2 auf 85,4 Prozent ab und in der Schaden-/Unfallversicherung insgesamt von 92,8 auf 84,2 Prozent.

2020 war dies vor allem eine Auswirkung der Lockdowns und der sonstigen Corona-Beschränkungen, zeigte Heitmann anhand von Statistiken auf. Der Trend zu rückläufigen Unfallzahlen sei in den vergangenen Jahren ohnehin schon zu beobachten gewesen. Er werde aber dauerhaft verstärkt anhalten, wenn nun insbesondere mehr und mehr Fahrten zwischen Arbeits- und Wohnort entfallen.

Huk24 profitiert vom Digitalisierungs-Schub besonders stark

Vertriebsseitig sorgte der Digitalisierungsschub bei der Gruppe dafür, dass sich der Direktversicherer Huk24 AG „nochmals stärker als in den Vorjahren“ entwickelte. Das Neugeschäftsvolumen dieser Tochter legte den Angaben zufolge zweistellig zu und der Bestand um 9,5 Prozent.

„Eine kleine Trendwende“ gab es laut Heitmann im Berichtsjahr jedoch trotz des stark erschwerten persönlichen Vertriebs sogar in der Lebensversicherung. Das Neugeschäft nach Beitragssumme erhöhte sich hier um 3,2 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Die gebuchten Beiträge stiegen um 0,8 Prozent auf 814 Millionen Euro, während der Markt einen Rückgang um 0,1 Prozent verzeichnete.

Der Krankenversicherer der Gruppe verbuchte ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Beitragsplus von 5,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Davon würden jedoch rund zwei Drittel auf höhere Beiträge zurückzuführen sein, räumte Heitmann ein. In der Rechtsschutz-Versicherung wurde mit einem Beitragszuwachs von 2,3 Prozent auf 281 Millionen Euro der Marktdurchschnitt von drei Prozent dagegen nicht erreicht.

Rekordneugeschäft auch in der Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherung

In der Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherung legten die Beitragseinnahmen nach einem neuen Rekordneugeschäft um 4,4 Prozent auf gut eine Milliarde Euro zu. Der Bestand stieg um 3,5 Prozent auf 13,3 Millionen Risiken. Ähnliches gilt für die Kfz-Versicherung.

Hier lag der Bestandszuwachs nach einem weiteren Neugeschäftsrekord und erneuten Marktanteilsgewinnen bei 4,4 Prozent auf knapp 13 Millionen versicherte Fahrzeuge. Die Beitragseinnahmen legten aufgrund gesunkener Durchschnittsbeiträge jedoch nur um 1,4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu.

Stark nachgefragt war laut Heitmann insbesondere der „Telematik“-Tarif. Mittlerweile haben sich den Angaben zufolge rund 400.000 Kunden dafür entschieden, weshalb die auf diesem Wege gewonnenen Daten inzwischen eine Größenordnung erreicht haben, um aussagekräftige statistische Auswertungen zu erlauben.

Den Beitragseinnahmen stand ein Aufwand für Kfz-Schäden gegenüber, der von 3,6 Milliarden Euro 2019 auf nur noch 3,1 Milliarden Euro im Berichtsjahr sank. Insgesamt gingen die Netto-Leistungen an Kunden um 3,3 Prozent auf sieben Milliarden Euro zurück.

Kennzahlen 2020 (Bild: Huk-Coburg)
Kennzahlen 2020 (Bild: Huk-Coburg). Zum Vergrößern Bild klicken.

Jahresüberschuss bleibt „auf hohem Niveau“

Das Kapitalanlageergebnis fiel um 8,7 Prozent auf 777 Millionen Euro. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit sank gegenüber dem Vorjahr (VersicherungsJournal 1.4.2020) um 8,8 Prozent auf rund 584 Millionen Euro.

Der Jahresüberschuss nach Steuern verringerte sich um 13,3 Prozent auf 393 Millionen Euro. Er dient der Verstärkung des Eigenkapitals, das sich im Berichtsjahr von 6,6 Milliarden auf fast 7 Milliarden Euro erhöhte.

Mitglieder und Kunden profitieren mit

Den Jahresüberschuss bezeichnet Heitmann als unerwartet „ansprechenden Ergebnis“. Er wäre noch deutlich höher ausgefallen, wie Heitmann herausstellte, wenn es der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nicht als selbstverständlich erachten würde, auch seine Mitglieder und Kunden daran zu beteiligen.

Das geschieht in Form einer Beitragsrückgewähr. Die umfasst insgesamt 185 Millionen Euro, wovon erstmals seit rund 30 Jahren wieder 150 Millionen Euro auf die Kfz-Versicherung entfallen. Weitere 40 Millionen Euro erhalten als Prämienrückzahlung jene fast 500.000 Kunden zurück, die für das Berichtsjahr eine reduzierte Fahrleistung gemeldet haben.

Angesichts der extrem schwierigen Rahmenbedingung zeigte sich der Manager für die Entwicklung des Konzerns im Berichtsjahr gleich mehrfach „dankbar“ und „wirklich zufrieden“.

 
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