17.12.2025 – Der frühere Unternehmensberater Sven Lixenfeld hilft zukünftig wieder Firmenlenkern, die ihren Betrieb effizienter aufstellen wollen. Hierfür sollen sie demnach künstliche Intelligenz nutzen – aber nur dort, wo sie einen Mehrwert bietet. Automatisieren könnten viele kleine und mittlere Unternehmen insbesondere komplexe Prozess- und Servicebereiche, bei denen Daten nach festen Regeln oder wiederkehrenden Schritten verwendet werden.
Sven Lixenfeld (52) ist Geschäftsführer der Agentic Fox AI Solutions GmbH i.G. mit Sitz in Leverkusen. Das Start-up berät kleine und mittlere Unternehmen, die agentische künstliche Intelligenz (KI) für ihre komplexen Prozess- und Servicebereiche einsetzen wollen.

Agentische KI-Systeme unterscheiden sich von generativer KI wie dem bekanntesten Programm „ChatGPT“, das selbstständig Inhalte erstellen kann. Die neuen Agenten können darüber hinaus Abläufe planen und autonom entscheiden, um komplexe Ziele zu erreichen.
Als praktische Anwendungsbeispiele aus der Assekuranz nennt Agentic Fox typische Aufgaben von Sachbearbeitern. Hierzu zählen einerseits die Antragsbearbeitung, Policenverwaltung oder Kundenkommunikation und andererseits die Abrechnungen von Provisionen, Honoraren oder Boni.
Lixenfeld verfügt über rund 27 Jahre Erfahrung mit den Aufgaben der Versicherer hierzulande. Er saß bis Ende vorigen Jahres in den Vorständen der HDI Deutschland AG und der HDI Lebensversicherung AG, die er „auf eigenen Wunsch und im besten Einvernehmen“ verließ (VersicherungsJournal 22.11.2024).
Der ehemalige Unternehmensberater der Boston Consulting Group GmbH war erst rund drei Jahre zuvor zum HDI gewechselt (29.6.2021). Davor arbeitete er rund zehn Jahre lang für die SV Sparkassenversicherungen, unter anderem als Generalbevollmächtigter (23.6.2006) und später dann als Vorstand (21.10.2015).
Holm Diez (51), zuvor HDI-Vorstand für Bancassurance in Deutschland (11.5.2022), wurde im Januar Lixenfelds Nachfolger als Vorstandsvorsitzender der HDI Leben. Außerdem übernahm er von ihm die Verantwortung für die Bereiche Betrieb Leben und Produkte Leben im HDI-Deutschland-Vorstand.
Lixenfeld hatte zu seinem Abschied vor einem Jahr auf dem Jobportal Linkedin angekündigt, seine „Leidenschaft für Stillhaltergeschäfte unternehmerisch weiterentwickeln“ zu wollen. „Perspektivisch wird daraus ein interessantes Angebot für weitere Anleger entstehen. Deshalb suche ich ab sofort Mit-Unternehmer und Mit-Investoren.“
Davon ist inzwischen aber nicht mehr die Rede: „Eigentlich hatte ich mir für 2025 vorgenommen, mein Investoren-Mindset zu entwickeln. Fail“, schreibt Lixenfeld aktuell wiederum auf Linkedin. „Ich gehe wieder tief in die operative Arbeit – und gründe gemeinsam mit einem jungen, hochmotivierten Team.“
Neben Geschäftsführer Lixenfeld ist Christian Berngen (33) Gesellschafter der noch nicht ins Handelsregister eingetragenen Gesellschaft. Der studierte Betriebswirt verantwortet bei der HDI-Gruppe „Projekte zu strategischen Fragestellungen in den Bereichen Digitalisierung, Transformation und Prozessoptimierung an der Schnittstelle zum Vertrieb“ im Vorstandsressort Neugeschäft Leben.
„Gemeinsam bauen wir digitale Mitarbeiter – für Organisationen, die schneller, präziser und reibungsärmer arbeiten wollen“, kündigt das Führungsduo an. Lixenfeld greife dabei auf Erkenntnisse zurück, die er in den vergangenen Monaten bei der Arbeit für innovative Tech-Unternehmen weltweit gesammelt habe.
„Automatisierung wird durch Agentic AI einfacher, nicht komplizierter“, lautet seine dabei gewonnene Grundüberzeugung. Tiefe Expertise in diesem Bereich kombiniere sein neues Unternehmen nun mit „jahrzehntelanger Erfahrung mit großen wie kleinen Organisationen, ihren Prozessen, IT-Landschaften und strukturellen Anforderungen“.
Hierauf basiere die bei den Beratungskunden vorangestellte Suche nach sinnvollen Einsatzfeldern für KI-Agenten, deren Potenziale erst danach bewertet würden. Denn man wolle die neuen technischen Möglichkeiten nur dort nutzen, „wo sie echten Nutzen stiften – ohne Hype, aber mit Wirkung“.
Seinen Firmenkunden will das Beratungshaus digitale Mitarbeiter bereitstellen, die „operative Aufgaben zuverlässig übernehmen – schnell, präzise und rund um die Uhr“. Die neuen Agenten seien „ohne viel IT-Aufwand sofort einsatzbereit und integrieren sich nahtlos in bestehende Systeme“.
Damit komme man insbesondere denjenigen Arbeitgebern in Deutschland entgegen, die steigende Personalkosten, Fachkräftemangel und Nachfolgeprobleme beklagen. Die virtuellen Kollegen arbeiten demnach nicht nur schnell und zu 99 Prozent fehlerfrei, sondern auch pausenlos.
Die Ausgaben der Firmen für die rein digitalen Helferlein in den Computerprogrammen sind nach Angaben von Agentic Fox „günstiger als ein zusätzlicher Mitarbeiter – und ohne Neben- oder Overheadkosten“. Das Unternehmen zahle auch „nicht für Urlaub, Ausfallzeiten oder Administration“.
„Den ersten KI-Mitarbeiter“ der Versicherungsbranche hat nach eigenen Angaben bereits die Domcura AG eingesetzt (28.10.2024). Der Assekuradeur nennt ihn „Kim“ und will damit „neue Maßstäbe in der Sachbearbeitung“ setzen. Die Software wurde auf Basis der ChatGPT-Technologie entwickelt.
Laut Domcura übernimmt „Kim“ „eigenständig Aufgaben, die bisher von menschlichen Mitarbeitern ausgeführt wurden – und das blitzschnell und präzise.“ Der „KI-Mitarbeiter“ sei beispielsweise in der Lage, Fotos von Versicherungsschäden zu analysieren, handschriftliche Notizen exakt auszulesen und alle relevanten Dokumente in kürzester Zeit zu scannen und zu bearbeiten.
Auf Basis der vorliegenden Daten berechnet Kim unter Berücksichtigung der Versicherungsbedingungen die genaue Auszahlungssumme für die jeweiligen Schadenfälle und teilt diese Kunden und Vermittlern innerhalb von rund 15 Minuten mit.
Das Kieler Unternehmen will mit Kim nach eigenen Angaben schneller und effizienter werden und zur Lösung des Fachkräftemangels beitragen. Die Software regulierte allein in der ersten Oktoberwoche dieses Jahres rund 1.500 Schäden vollautomatisiert (20.10.2025).
Domcura reagiert mit Kim auch auf interne Probleme, die bei Versicherungsmaklern für Frust gesorgt hatten. „Viele Versicherte mussten zuletzt bedauerlicherweise länger auf die Bearbeitung ihrer gemeldeten Schäden warten – nicht nur bei uns, sondern branchenweit“, erklärt Domcura-Vorstandschef Uwe Schumacher.
Doch durch Kim würden die menschlichen Kollegen spürbar entlastet. Perfekt scheint die Software aber noch nicht zu sein, denn „Kim lernt jeden Tag dazu und wird mit jeder Aufgabe noch besser“, schreibt Domcura. Die Technologie wurde nach dem Start vor einem Jahr auch Versicherern angeboten.
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