Die Öffentlichen fahren Einmalbeitrag stark zurück

13.7.2018 – Die öffentlichen Versicherer sind 2017 in den Sparten SHU in etwa mit dem Markt gewachsen, haben aber erneut in Leben und auch in Wohngebäude Marktanteile verloren. Über alle Sparten lag die Ertragslage im Trend der letzten Jahre.

WERBUNG

Die elf öffentlichen Versicherungsgruppen haben 2017 mit 20,8 Milliarden Euro zwei Prozent weniger Prämie gebucht als im Vorjahr. Der addierte Marktanteil aller Einzelunternehmen sank damit auf 10,7 (2016: 11,1) Prozent.

Über alle Sparten erzielten die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Versicherer addiert vor Steuern 919 Millionen Euro Gewinn. Das lag zwar unter den im Vorjahr verdienten 1,09 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 1.6.2017), aber zumindest im Trend der letzten Jahre, teilte der Verband öffentlicher Versicherer (VOEV) am Mittwoch mit.

Rückgang auch beim laufenden Beitrag

Der Rückgang des gesamten Marktanteils kommt aus dem Lebensversicherungs-Geschäft, in dem mit 9,21 Milliarden Euro zum zweiten Mal in Folge weniger (- 8,2 Prozent) gebucht wurde. Das entspricht einem Marktanteil von 10,2 (11,1) Prozent. Damit sind die öffentlichen Lebensversicherer, die sich gerne als Gruppe sehen, es faktisch aber nicht sind, drittgrößter Anbieter von Lebensversicherungs-Produkten im deutschen Markt.

Erneut haben die Öffentlichen das Geschäft gegen Einmalbeitrag um 17,0 Prozent auf 3,74 Milliarden Euro und damit stärker als im Markt (- 0,3 Prozent) zurückgefahren. Durch ihren wichtigsten Vertriebskanal, die Sparkassen, sind die öffentlichen Lebensversicherer traditionell höher in diesem Geschäft vertreten. 42 Prozent der gebuchten Beiträge sind Einmalgeschäft.

Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag fiel um 22,8 Prozent auf 0,39 Milliarden und damit ebenfalls stärker als im Markt, der nur vier Prozent verlor. Im Vorjahr waren die Öffentlichen hier aber fünf Mal stärker als die Branche gewachsen.

Gemeinsam in der bAV

Das Neugeschäft in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) nahm bezogen auf die Stückzahl um 6,8 Prozent auf 55.725 Verträge ab; branchenweit wuchs es um 2,7 Prozent. Die Versicherungssumme in der bAV sank um 4,7 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro – damit macht das bAV-Geschäft nach wie vor ein Zwölftel des gesamten Leben-Neugeschäfts aus. Etwas mehr als die Hälfte des bAV-Neugeschäfts sind Direktversicherungen.

Unter der Federführung der S-Pensionsmanagement GmbH arbeiten die öffentlichen Versicherer, die Dekabank, die Heubeck AG und die Sparkassen eigenem Bekunden nach intensiv an möglichen Lösungsvorschlägen und damit verbundenen Serviceleistungen für die neue bAV in Form des Sozialpartnermodells (VersicherungsJournal 24.11.2017).

Aktuell würden Konzepte für Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände entwickelt, wird mitgeteilt. Die Sparkassen-Finanzgruppe versuche, sich als möglicher Anbieter für das neue Sozialpartnermodell in Sondierungsgesprächen mit den Tarifparteien zu positionieren.

Teils bessere Quoten

Günstiger als der Markt sind allerdings einige Kennziffern der Öffentlichen: Die Stornoquote betrug nur 3,61 (3,72) Prozent gegenüber 4,1 Prozent im Markt. Die Verwaltungskosten stiegen 2017 zwar auf 1,83 (1,62) Prozent, liegen damit aber gut unter dem Branchenmittel von 2,3 Prozent.

Allerdings sind die Abschlusskosten mit 5,26 (5,16) Prozent weiterhin höher als im Branchendurchschnitt von 4,74 Prozent. Und auch bei der Verzinsung der Kapitalanlagen schneiden die Öffentlichen mit 3,4 (2,9) Prozent bei der laufenden Durchschnitts- und 4,2 (4,0) Prozent bei der Nettoverzinsung leicht geringer ab als der Marktdurchschnitt.

Marktwachstum in Folge von Sanierung

Die öffentlichen Schaden- und Unfallversicherer wuchsen mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 9,11 Milliarden Euro Bruttobeitrag in etwa marktkonform. Sie konnten ihren Marktanteil mit 14,3 (14,4) Prozent knapp behaupten. Den Bestand bauten sie um ein Prozent auf 39,6 Millionen Verträge aus.

Kennzahlen 2017 (Bild: VOEV)
Übersicht zu Kennzahlen 2013 bis 2017. Zum Vergrößern
Bild klicken (Bild: VOEV)

Wie im Vorjahr, kamen wesentliche Wachstumsimpulse vor allem aus den Sachversicherungen (+3,1 Prozent) und den HUK-Versicherungen (+2,3 Prozent). Mit ihrem Stammsegment Verbundene Wohngebäudeversicherung wuchsen die Öffentlichen zwar um fünf Prozent auf 2,24 Milliarden Euro Beitrag – doch sank damit der Marktanteil weiter auf 31,3 (31,5) Prozent.

Das Marktwachstum ist jedoch Folge der Sanierungsbemühungen: Während die Öffentlichen in der Wohngebäudeversicherung auf eine Schaden- und Kostenquote von 90,1 (89,5) Prozent kommen, erreicht diese marktweit 100 Prozent.

Schadenquote gesunken

Über alle Sparten verringerte sich die Schadenquote auf 72,5 (74,6) Prozent. Sorgenkinder bleiben jedoch die Sparten Feuer-Betriebsunterbrechung mit 114,1 (165,8) Prozent und Leitungswasser mit 121,6 (116,5) Prozent.

Für die private Krankenversicherung nennt der Verband ein Beitragsplus von 5,4 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Damit hätten die privaten Krankenversicherer der Gruppe ihren Marktanteil von 6,4 Prozent gefestigt.

Ein Download des Geschäftsberichts 2017 des VOEV findet sich unter diesem Link (PDF-Datei, 3,19 MB).

 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Wettbewerbsrecht für Vermittler

WettbewerbsrechtSchnell mal einen Facebook-Account einrichten? Ein Praktikerhandbuch des VersicherungsJournals erklärt, was aus rechtlicher Sicht zu beachten ist.

Für mehr Informationen klicken Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
23.3.2018 – Im Berichtsjahr konnte der Jahresüberschuss nahezu verdoppelt werden, berichtete der Versicherer bei der Präsentation der Ergebnisse 2017. Die Konzentration auf Biometrieprodukte und neue Garantielösungen habe voll durchgeschlagen. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
22.12.2017 – Zahlreiche neue Regelungen rund um die Beratung und die Berater treten im kommenden Jahr in Kraft. Nur Weniges wird die Arbeit der unabhängigen Vermittler und Berater erleichtern. (Bild: Anlagegold.de) mehr ...
 
22.3.2018 – Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern setzt seine langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik fort, hieß es am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Dies führte 2017 zu wachsenden Beitragseinnahmen. Berichtet wurde auch über die zentralen Themen für 2018. (Bild: Ullrich) mehr ...
 
26.2.2018 – Die schweren Unwetter des vergangenen Jahres trafen die Sachversicherer unterschiedlich hart. Das zeigen die vorläufigen Geschäftszahlen der Öffentlichen Oldenburg und der SV Versicherungen. Die Stuttgarter widersetzt sich einem Marktrend und bei der SDK läuft es im Vertrieb offensichtlich wieder. (Bild: Pixabay, CC0) mehr ...
 
8.2.2018 – Die Kosten für Schäden aus Naturkatastrophen zeigen sich nun in den Ergebnissen 2017. Talanx und Münchener Rück verdienen deutlich weniger, was die Aktionäre aber nicht belasten soll. (Bild: Pixabay, CC0) mehr ...
 
1.2.2018 – Die Provinzial Nordwest, der Alte Leipziger – Hallesche-Konzern und auch die Ammerländer sind 2017 schneller gewachsen als der Markt. Erste vorläufige Zahlen belegen, woher die Zugewinne stammen. (Bild: Pixabay) mehr ...
WERBUNG