Die Lebensversicherer mit dem größten Beitragsschwund

16.4.2018 – Die Beitragseinnahmen der deutschen Lebensversicherer sind 2017 nur noch minimal (um 0,1 Prozent) zurückgegangen. Dennoch konnte nur gut jeder dritte Anbieter seine gebuchten Bruttobeiträge ausbauen. Prozentual am stärksten zugelegt hat die Mylife, während es bei der Karlsruher das größte Minus gab. Dies zeigt eine Auflistung in der Ausgabe 7/2018 der Zeitschrift für Versicherungswesen.

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„Wenn es um die Lebensversicherung geht, wird in den Medien und bei den Verbraucherschützern meist Untergangsstimmung verbreitet. Im Gegensatz dazu ist die tatsächliche Geschäftsentwicklung der Branche aber erstaunlich robust.“

Mit diesen Worten leitet Dr. Marc Surminski, Chefredakteur der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), seinen Artikel über die diesjährige ZfV-Umfrage zum Neugeschäft der Lebensversicherer in Ausgabe 7/2018 des Heftes ein. An ihr haben sich 71 Gesellschaften beteiligt. Keine Daten geliefert haben die Ergo-Gruppe (für keinen ihrer Lebensversicherer), die Credit Life AG und die Rheinland Lebensversicherung AG.

Offenbar ist das Vertrauen in die Lebensversicherer trotz aller Probleme und Alarmmeldungen noch immer vorhanden.

ZfV-Chefredakteur Marc Surminski zur Geschäftsentwicklung in der Lebensversicherung

Beitragsrückgang nahezu gestoppt

Im vergangenen Jahr habe die Lebensversicherungs-Branche den Beitragsrückgang nahezu gestoppt, so der ZfV-Chefredakteur unter Verweis auf die vorläufigen Geschäftszahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Ende Januar bekanntgegeben hat. Demnach haben die Lebensversicherer 2017 mit 90,7 Milliarden Euro „nur“ 0,1 Prozent weniger an gebuchten Bruttobeiträgen eingesammelt als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 1.2.2018).

Das Neugeschäft hat sich 2017 laut Surminski „besser entwickelt als erwartet“. Nach laufenden Neubeiträgen ging es zwar um 4,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zurück; die Einmalbeiträge blieben aber mit rund 26 Milliarden Euro auf dem hohen Vorjahresniveau. „Offenbar ist das Vertrauen in die Lebensversicherer trotz aller Probleme und Alarmmeldungen noch immer vorhanden.“

Allerdings habe sich bei der diesjährigen Umfrage einmal mehr die große Heterogenität der Branche gezeigt. So stünden Unternehmen mit strahlenden Wachstumszahlen neben Gesellschaften, die schon seit Jahren große Marktanteilsverluste hinnehmen müssten, so der ZfV-Chefredakteur.

Nur gut jeder Dritte konnte zulegen

2017 hat nur etwas mehr als jeder dritte Lebensversicherer das Beitragsaufkommen ausgebaut – im Jahr zuvor war es noch fast die Hälfte (VersicherungsJournal 21.4.2017). Den größten Zuwachs erzielte die Mylife Lebensversicherung AG (plus knapp zwei Drittel auf 120,5 Millionen Euro). Das auslaufende Restschuldgeschäft (VersicherungsJournal 28.4.2016) ist hierin nicht enthalten.

Um jeweils knapp ein Drittel legten die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG (SV Sachsen – auf 620,6 Millionen Euro) und die R+V Luxembourg Lebensversicherung S.A. (auf 1.559,4 Millionen Euro) zu. Eine vergleichsweise hohe Wachstumsrate hatte auch die Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG zu verzeichnen (plus etwa ein Sechstel auf 167,4 Millionen Euro).

Beitragszuwachs (Bild: Wichert)

Bis zu fast über ein Drittel Rückgang

Den größten Beitragsrückgang gab es mit über einem Drittel (auf 36 Millionen Euro) bei der Karlsruher Lebensversicherung AG.

Ein Minus von jeweils über einem Viertel weisen die Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG (auf 1.406,3 Millionen Euro; VersicherungsJournal 1.2.2018) und die Ideal Lebensversicherung a.G. (auf 257,4 Millionen Euro) aus. Während die Provinzial Nordwest zum zweiten Mal in Folge weniger Beiträge als im Jahr zuvor einsammelte, hatte die Ideal 2016 das Prämienvolumen noch am stärksten ausgebaut.

Vergleichsweise große Einbußen von jeweils über 20 Prozent gab es auch bei der R+V Lebensversicherung a.G. (auf 172,4 Millionen Euro) sowie bei der Neuen Bayerischen Beamten Lebensversicherung AG (die Bayerische – auf 160,5 Millionen Euro).

Beitragsrückgang (Bild: Wichert)

Immer volatiler

Detaillierte Gründe für die zum Teil riesigen Veränderungen lassen sich meist noch nicht nennen, da die Bilanzsaison erst kürzlich begonnen hat. Hintergrund für die Entwicklungen war – wie auch bei den Branchengrößen (VersicherungsJournal 11.4.2017) – meist die Strategie bei den Einmalbeiträgen.

„Etliche Gesellschaften haben sich hier ganz unterschiedlich verhalten“, stellt Surminski heraus. Nicht selten sei auf einen Höhenflug der Einmalbeiträge in früheren Jahren ein abruptes Bremsmanöver gefolgt, um den Zufluss von neuem Einmalkapital wieder zu deckeln.

Der vollständige Artikel mit weiteren Zahlen auch zum Neugeschäft kann in der Ausgabe 7/2018 der Zeitschrift für Versicherungswesen nachgelesen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Marktforschung · Strategie
 
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