Die Ideal: Jeder fünfte Anlagen-Euro steckt in Immobilien

15.6.2018 – Gute Zahlen zu Kapitalverzinsung konnten der Ideal-Vorstandsvorsitzende Rainer M. Jacobus und Finanzvorstand Karlheinz Fritscher im Gespräch mit dem VersicherungsJournal präsentieren. Der Buchwert der Kapitalanlagen wuchs 2017 auf rund 2,175 Milliarden Euro. Etwa 20 Prozent sind in Immobilien investiert. Insgesamt verbuchte die Ideal im vergangenen Jahr Bruttobeiträge über 286,1 Millionen Euro.

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Man braucht nur den Blick aus der Vorstandsetage der Berliner Ideal Versicherungsgruppe auf das auf eigenem Grund und Boden dahinterliegende neue Gebäude zu werfen, dann wird schnell klar, welchen Weg der Vorstand in der Kapitalanlage geht. Und der lukrative Immobilienmarkt boomt ja nicht nur in der Hauptstadt.

Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen der Ideal Versicherungsgruppe konnte ungeachtet der Nullzinsproblematik bei 4,6 Prozent gehalten werden. Dies liegt zwar unter dem Ergebnis des Vorjahres von 4,8 Prozent, aber deutlich über den 4,1 Prozent des Jahres 2015.

Der Buchwert der Kapitalanlagen wuchs im vergangenen Jahr auf rund 2,175 (2016: 2,021) Milliarden Euro an. Knapp über 20 Prozent sind in Immobilien investiert. Zum Immobilienportfolio gehören etwa vier Hotels, wurde im Gespräch mit dem VersicherungsJournal erläutert.

Keine Probleme bei der Darstellung der ZZR

Die durchschnittliche Verzinsung aus den laufenden Erträgen erreichte 3,7 Prozent. „Die Überschussbeteiligung von drei Prozent ist echt verdient“, sagte Rainer M. Jacobus, Vorstandsvorsitzender der Ideal. Der Versicherer habe auch keine Probleme bei der Darstellung der Zinszusatzreserve (ZZR), ergänzte Jacobus mit Blick auf die von der Branche hier insgesamt als überaus dringlich gesehene Nachjustierung (VersicherungsJournal 27.4.2018).

Allein in diesem Jahr drohen nach Verbandsangaben die Rückstellungen für die ZZR um 20 Milliarden Euro auf dann 80 Milliarden Euro anzuwachsen (VersicherungsJournal 27.4.2018).

LVRG: Welcher Preis muss für ZZR-Nachjustierung gezahlt werden?

Die Versicherungswirtschaft hofft, dass eben im Rahmen der Evaluierung des Lebensversicherungs-Reformgesetzes die ZZR angepasst wird, damit nicht in immer größerem Umfang Bewertungsreserven gehoben werden müssen. Die Frage ist, welcher Preis dafür gezahlt werden muss.

Für Jacobus und den Finanzvorstand Karlheinz Fritscher ist klar, dass der Verbraucherschutz weiter verschärft werden dürfte. Im Fokus stehen die Abschlusskosten beim Vertrieb von Lebensversicherungen. Ob es zu einem „atmenden“ Provisionsdeckel kommt oder eine klare Obergrenze gezogen wird, ist noch völlig offen. Jacobus rechnet eher mit einem festen Deckel zwischen 2,5 und vier Prozent. Dies dürfte den Druck auf den Vertrieb nochmals erhöhen.

Dass die Bundesregierung längst über die Lösung „Provisionsdeckel gegen Erleichterungen bei der Zinszusatzreserve“ nachdenkt, hat jüngst ein Medienbericht nahegelegt (VersicherungsJournal 12.6.2018).

Rainer M. Jacobus (Bild: Brüss)
Rainer M. Jacobus (Bild: Brüss)

Pools könnten an Bedeutung gewinnen

Nirgendwo gebe es so viele Vermittler wie in Deutschland, sagte Jacobus des Weiteren. Die Zahl der Versicherungsvermittler ist zwar seit Längerem rückläufig; allerdings waren beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) Anfang April immer noch 211.504 Vermittler registriert (VersicherungsJournal 5.4.2018).

Für Fritscher könnten Maklerpools weiter an Bedeutung gewinnen, wenn denn ein Provisionsdeckel kommen sollte. Seit 2013 ist die Ideal Lebensversicherung a.G. mit knapp zehn Prozent an dem Maklerpool BCA AG beteiligt (VersicherungsJournal 18.4.2013). Jacobus ist dort Aufsichtsrats-Vorsitzender.

Das Lebensversicherungs-Geschäft bleibt schwierig

Über alle Sparten hinweg äußerte sich Jacobus zufrieden mit den 2017 erreichten Ergebnissen. Das Geschäft mit Lebensversicherungen bleibt allerdings schwierig.

Deutlich reduziert wurde 2017 hier das Geschäft bei der Ideal Lebensversicherung a.G. gegen Einmalbeitrag. Es wurde um 57,2 Prozent auf 78,8 Millionen Euro zurückgefahren. Im Jahr zuvor sind die Einnahmen aus Einmalbeiträgen noch auf 183,9 Millionen Euro gestiegen (VersicherungsJournal 24.7.2017).

Gegen laufenden Jahresbeitrag sanken die Einnahmen im Neugeschäft auf 16,0 (2016: 19,9) Millionen Euro. Die Beitragssumme des Neugeschäfts ging auf 667,0 (998,1) Millionen Euro zurück.

Insgesamt sei im Bereich Leben aber der laufende Jahresbeitrag auf 194,0 (190,2) Millionen Euro um zwei Prozent verbessert worden, unterstrich Jacobus. Dies vergleicht sich mit einem Branchenwachstum von nur 0,2 Prozent. Insgesamt verbuchte die Versicherungsgruppe im vergangenen Jahr Bruttobeiträge über 286,1 Millionen Euro nach 385,3 Millionen in 2016 und 269,7 Millionen Euro in 2015.

 
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