Die Bayerische will „Versichern vielleicht sogar überflüssig machen“

5.5.2021 – Die Versicherungsgruppe die Bayerische ist aus dem durch die Corona-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2020 nach eigener Einschätzung gestärkt hervorgegangen. Das haben, wie bei der Bilanzvorlage ausführlich dargelegt wurde, vor allem die Innovationen in der Vergangenheit ermöglicht. Deshalb will der mittelständische Versicherer auch in Zukunft viele neue und teils unkonventionelle Wege beschreiten.

Vor Jahresfrist sah Dr. Herbert Schneidemann, der Vorstandsvorsitzende der Versicherungsgruppe die Bayerische, das Unternehmen auf Basis der 2019 erzielten Ergebnisse in der Lage, „mit breiter Brust den Herausforderungen entgegentreten, die die Coronakrise noch mit sich bringen wird“ (VersicherungsJournal 15.5.2020).

Herbert Schneidemann (Bild: die Bayerische)
Herbert Schneidemann (Bild: die Bayerische)

Jetzt meldete er am Dienstag bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse, der Versicherer sei sogar gestärkt aus dem Ausnahmejahr 2020 hervorgegangen.

Marktanteilsgewinne verbucht

So habe die Bayerische im Berichtsjahr sowohl in der Lebens- als auch in der Kompositversicherung Marktanteilsgewinne verbuchen können, berichteten Schneidemann und seine Vorstandskollegen Martin Gräfer und Thomas Heigl bei der Bilanzvorlage. Insgesamt wuchsen die gebuchten Beitragseinnahmen stärker als im Markt um drei Prozent auf 625 Millionen Euro.

Bei der operativ am Markt tätigen BL die Bayerische Lebensversicherung AG legten sie von 275 Millionen auf 338 Millionen Euro zu. Bei der Muttergesellschaft Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G., die seit Jahren selbst kein Neugeschäft mehr zeichnet, sanken sie weiter von 176 Millionen auf 109 Millionen Euro.

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Neu entwickelte klassische Lebensversicherung legt um 28 Prozent zu

Beim eingereichten Neugeschäft nach Beitragssumme waren den Angaben zufolge vor allem die neu entwickelte klassische Lebens-/ Rentenversicherung mit einem Zuwachs um 28 Prozent auf 22 Millionen Euro gefragt. Das gilt auch für Fondsversicherungen mit einem Zuwachs von 20 Prozent auf 118 Millionen Euro. Das Produkt Pangaea Life legte sogar um 66 Prozent auf 58 Millionen Euro zu.

Der Schaden- und Unfallversicherer BA die Bayerische Allgemeine Versicherung verzeichnete 2020 ein Beitragsplus von 156 Millionen auf 178 Millionen Euro. Die Zahl der Verträge im Bestand erhöhte sich um zehn Prozent auf jetzt etwas mehr als eine Million. Gleichzeitig wurde die früher sehr starke Dominanz der Kfz-Versicherung weiter abgebaut, wie Gräfer anmerkte.

„Wahrscheinlich eine der höchsten Eigenkapitalquoten“ in der Branche

Das Ergebnis aus den Kapitalanlagen in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro, von denen 17 Prozent auf Immobilien vorwiegend im Münchener Raum entfallen, ging bei der Gruppe von 240 Millionen auf 218 Millionen Euro zurück. Die Nettorendite lag bei 5,2 Prozent und damit deutlich über dem Marktdurchschnitt.

Der Jahresüberschuss sank von 13,8 Millionen auf 13,3 Millionen Euro. Das war aber immer noch das drittbeste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre und ermöglicht es, das Eigenkapital der Konzernmutter weiter um neun Prozent auf 165,3 Millionen Euro zu steigern.

Damit übertrifft die Gruppe laut Schneidemann die Eigenkapital-Anforderungen deutlich und weist „wahrscheinlich eine der höchsten Eigenkapitalquoten“ in der Branche auf. Außerdem verwies er darauf, dass die Zinszusatzreserve inzwischen bereits zu rund 90 Prozent ausfinanziert sei.

Versicherer setzt auf Innovationen

Breiten Raum widmeten er und seine Vorstandskollegen bei der Bilanzvorlage erneut den strategischen Maßnahmen, die in den vergangen Jahren bei dem mittelständischen Versicherer bereits eingeleitet wurden oder für die Zukunft geplant sind. Grundsätzlich setze die Bayerische dabei einerseits weiterhin auf persönliche Beratung, andererseits aber vor allem auf Innovationen.

Letztere könnten irgendwann „das Versichern vielleicht sogar überflüssig machen“, ließ Gräfer als Vision wissen. Aktuell will die Bayerische in diesem Kontext jedoch beispielsweise auf der Produktseite mit einem grünen Sachwerte-Immobilienfonds punkten. Das als Ergänzung zum Pangaea-Life-Fonds, der in Sachwerte aus dem Sektor der erneuerbaren Energien investiert.

Ziel sind eine „agile Organisation“ und mehr Kooperationen

Völlig neue Wege will der mittelständische Versicherer jedoch ebenso gehen, wenn es um die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und der Unternehmensstruktur hin zu einer „agilen Organisation“ geht. In der soll jedem Mitarbeiter mehr Verantwortung für die Unternehmensentwicklung zukommen als bisher. Als weiteren Teil eines Erfolgsmodells sieht Gräfer mehr Kooperationen.

Als Beispiel nannte er die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit der Bayerischen mit der Nürnberger Versicherungsgruppe (30.4.2021), ebenso wie jene mit der Barmenia, den Ostangler Versicherungen und anderen Versicherern. Gesucht seien jedoch ebenso Kooperationspartner aus andere Branchen, die völlig neue Impulse einbringen können, sowie unter den Start-ups.

Weitere Details zum Geschäftsjahr 2020 sind den aktuellen Geschäftsberichten der Versicherungsgruppe zu entnehmen. Ein Download findet sich unter diesem Link.

 
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