DEVK profitiert von Cross-Selling

13.6.2019 – Für die DEVK Versicherungen waren 2018 nach den Worten ihres Vorstandschefs Gottfried Rüßmann ein hervorragendes Jahr – auch wenn das Wachstum hinter dem Marktdurchschnitt blieb. Die Ertragslage verbesserte sich dank guter Versicherungstechnik und einem Sondereffekt. Für 2019 kündigte er „viele spannende Dinge“ und ein kräftiges Beitragsplus an.

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Die DEVK Versicherungen wollen 2019 um 4,7 Prozent und damit deutlich schneller als der Marktdurchschnitt wachsen. Motor dafür sollen das aktive Rück- sowie die innerdeutsche Schaden- und Unfallversicherung sein. Das Neugeschäft der ersten vier Monaten 2019 liegt um 20 Prozent über dem Vorjahresniveau, berichtete Vorstandschef Gottfried Rüßmann am Mittwoch vor der Presse.

Wechselschlacht gewonnen

Gottfried Rüßmann (Bild: Lier)
Gottfried Rüßmann (Bild: Lier)

Er schreibt das Plus „der guten Anbündelung von Kraftfahrtgeschäft anderen Sparten zu“. Hier habe man die Vermittler mit technischen Hilfsmitteln und Motivation (in Form entsprechender Rabatte und Provisionen) unterstützt.

Im Jahreswechselgeschäft 2018/19 gewann die Nummer fünf unter den deutschen Kraftfahrtversicherern 11.648 Verträge hinzu. Bei der vorangegangenen „Wechselschlacht“ hatte die Gruppe rund 40.000 Verträge verloren.

Daraufhin war der Preis in Kraftfahrt im Frühjahr 2018 um drei bis vier Prozent gesenkt worden.

„Das waren keine großen Sprünge, sie haben die eigene Wettbewerbsposition aber nach vorne gebracht“, so der Konzernchef. Diesen Tarif habe man seither durchgehalten.

„K geht nur über den Preis“, so Rüßmann. „Etwas über 70 Prozent“ des Wechselgeschäfts kommt bei den Kölnern über Check24.

Neue Produkte

Impulse sollen auch neue Produkte wie etwa die seit Mai angebotene Fahrerschutz-Versicherung bringen, deren Besonderheit ist, dass sie personen- und nicht fahrzeugbezogen ist. Seit Juni werden E-Scooter für Privatnutzer versichert (VersicherungsJournal 11.6.2019).

Zudem wurde eine Kooperation mit dem schwedischen Tretroller-Anbieter Voi geschlossen, der zunächst in Berlin und dann in weiteren Großstädten Mietgeräte anbieten will. Zielmarke für 2019 sind bereits 200.000 Fahrzeuge.

Ab Juli will der Konzern eine Fondsrente an den Markt bringen. Geplant sind drei Varianten mit unterschiedlichen Zielrenditen von drei, fünf und sieben Prozent, die dann entsprechend hoch in Aktienfonds investieren.

Zusätzliches Rating für Rückversicherung

Die über die DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG (DEVK-B) und die Schweizer Tochter Echo Rückversicherungs-AG betriebene Rückversicherung wuchs 2018 im Fremdgeschäft um gut 20 Prozent auf 382,5 Millionen Euro Bruttobeitrag. 2019 sollen hier rund 450 Millionen Euro gezeichnet werden.

Dieser Geschäftszweig macht bereits 11,1 Prozent der Bruttobeiträge des Konzerns aus. „Diese Entwicklung soll sich kontinuierlich fortsetzen, ohne dass wir hier übermäßigen Risiken eingehen wollen“, sagte Rüßmann. Zum Beweis der vorsichtigen Zeichnungspolitik wird auf eine Ablehnungsquote von 35 Prozent bei US-Risiken verwiesen.

Die SCR-Bedeckungsquote von 332 (279) Prozent in der Gruppe (mit Volatilitätsanpassung und Rückstellungs-Transitional) ermögliche die Übernahme weiterer Risiken, so Rüßmann. Die DEVK-B kommt gar auf eine SCR-Quote von 391 (382) Prozent, wird von Standard & Poor´s sowie Fitch aber nur mit „A+“ bewertet.

Bernd Zens (Bild: Lier)
Bernd Zens (Bild: Lier)

„Damit sind wir nicht zufrieden“, sagt Finanzvorstand Bernd Zens. Die Wettbewerber mit geringeren SCR-Quoten würden besser eingestuft. „Wir werden mit S&P über deren Methodik reden“, kündigte er an. Außerdem sei man im Hinblick auf weiteres Geschäft in den USA mit AM Best für ein Rating im Gespräch. „Vielleicht bringt dies ja auch Bewegung hinein“, so Zens.

Geschäftsverlauf 2018

Die DEVK-Gruppe wuchs 2018 um 3,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro Bruttobeitrag. Dank einer Combined Ratio von 93,9 (95,4) Prozent sowie einem Sondereffekt in der Lebensversicherung verbesserte sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit auf 191 (148) Millionen Euro.

Die Auflösung konzerninterner Rückversicherungs-Verträge zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (ZZR) brachte einen Sonderertrag von 60 Millionen Euro. Infolge der Änderung der Berechnungsmodalität zur ZZR macht die Rückversicherungslösung nach Unternehmensangaben keinen Sinn mehr.

Die beiden Lebensversicherer der Gruppe haben 2018 im Neugeschäft wie auch im Bestand rund drei Prozent eingebüßt, was vor allem damit begründet wird, dass einige Bankpartner Restschuld-Versicherungen auf die R+V umgedeckt hätten.

Auch für 2019 wird in der Lebensversicherung mit einem Umsatzrückgang gerechnet. Beim Kapitalanlageergebnis, das 2018 mit 594 Millionen Euro gruppenweit unter anderem wegen hoher Abschreibungen auf Aktien um ein Fünftel unter dem Vorjahr lag, wird mit einem Zuwachs gerechnet.

Kennzahlen 2018 (Bild: DEVK)

Details zum Geschäftsjahr finden sich in den Geschäftsberichten unter diesem Link.

 
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