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DEVK beobachtet den Kraftfahrtmarkt mit Sorge

9.6.2021 – Die DEVK Versicherungen haben auch 2020 trotz Coronakrise wieder einmal einen Rekord beim Neugeschäft aufgestellt. Sorgen bereiten der Nummer fünf im Kraftfahrtmarkt die Entwicklung in der Autoversicherung – sowie das Inflationsgeschehen allgemein.

Ihren 2020 eingeführten Telematiktarif haben die DEVK Versicherungen 39.000 Mal verkauft. „Aber bei der App hat sich noch nicht jeder angemeldet“, sagte Vorstand Rüdiger Burg am Dienstag während der Bilanzpressekonferenz des Versicherers.

Die App ist notwendig, um die Fahrweise der Kunden zu bewerten. Nur wer entsprechend fährt, erhält auch Rabatt. Im ersten Vertragsjahr gibt es einen „Vorschusslorbeer-Rabatt“ von 15 Prozent.

Vor allem bei den Kunden mit Online-Abschluss hakt es bei der App-Anmeldung. „Bei den Kunden unserer Vertriebspartner ist das anders“, so Burg. Noch seien die Zahlen der Nutzer und der gefahrenen Kilometerleistung für Aussagen zu klein, aber in der Tendenz scheine man mit den eingeräumten 15 Prozent Rabatt richtig zu liegen.

Druck auf die Prämie

Mit Sorge beobachtet die DEVK den wieder „intensiveren“ Wettbewerb in der Kraftfahrtversicherung. Burg fürchtet, dass die Kunden nach dem marktweit ertragreichen Abschneiden der Kraftfahrtsparte 2020 Druck auf die Prämien machen. Dagegen sprächen steigende Durchschnittskosten bei den Schäden.

Diese Kosten waren 2020 um durchschnittlich fünf Prozent und in der Spitze bis neun Prozent höher. „Aufwandstreibend ist [neben der Kostenentwicklung bei den Ersatzteilen, Anmerkung der Redaktion] auch die Hygieneaufbereitung in den Werkstätten. Wir haben Fälle, da geschieht dies vier Mal. Bei Beträgen von 30 bis 50 Euro je Hygienemaßnahme summiert sich das“, sagte Vorstandschef Gottfried Rüßmann.

Rückzahlungen für schadenfreie Fahrer

Gottfried Rüßmann (Bild: DEVK)
Gottfried Rüßmann (Bild: DEVK)

Im Jahreswechselgeschäft 2019/20 hat die DEVK Risiken eingebüßt, im Jahresverlauf die Zahl der Kraftfahrtrisiken aber von 2,9 auf 3,1 Millionen erhöhen können. Die Bruttoprämie in der Autoversicherung stieg um 0,8 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro.

Die Combined Ratio in Kraftfahrt dürfte mit 97,9 (Vorjahr: 103,5) Prozent um einige Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt liegen.

An der guten Schadenentwicklung in Kraftfahrt hatte die DEVK schadenfreien Kunden mit einer Beitragsrückerstattung von acht Millionen Euro (weitere fünf Millionen Euro gingen an Hausrat-Versicherte) teilhaben lassen. Zudem konnten die Kunden im Jahresverlauf geringere Fahrleistungen beitragsmindernd angeben.

Rekord im Neugeschäft

2020 war für die DEVK Versicherungen nach Aussagen von Vorstandschef Rüßmann mit einem Neugeschäftsbeitrag von 928 Millionen Euro (+ 7,1 Prozent) „ein Rekordjahr“. Die Bruttobeiträge stiegen um 8,1 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.

Wachstumstreiber waren vor allem die Rückversicherung und das Leben-Geschäft inklusive des Pensionsfonds. Letzterer profitiert von Tarifregelungen im Verkehrsmarkt. Bei den beiden Rückversicherern der Gruppe wurde das Geschäft um 24,3 Prozent auf 584 Millionen Euro ausgebaut. Hierbei verwies Vorstand Bernd Zens auf die breite Streuung der Risiken (96 Länder, 3.613 Verträge mit 691 Kunden) und Retrozession.

Der Kölner Rückversicherer erzielte eine Combined Ratio von 99,3 Prozent, die Schweizer Tochter von 102,6 Prozent. 2021 soll das Rückversicherungs-Geschäft 640,5 Millionen Euro Prämie vereinnahmen.

Sattes Plus erwartet

Nach einem geringeren Kapitalanlageergebnis kam der DEVK Sach- und HUK-Versicherungsverein auf einen Konzernüberschuss von 77 (113) Millionen Euro. Dabei waren 25 Millionen Euro Auflösung aus Steuerrückstellungen nach einer Betriebsprüfung ergebnisverbessernd. In der gesamten Gruppe, also einschließlich Leben, beträgt der Überschuss 2020 rund 87 (119) Millionen Euro.

Für 2021 erwartet Rüßmann für die Gruppe einen Beitragszuwachs von drei bis vier Prozent. Hauptwachstumstreiber seien die aktive Rückversicherung und die stark wachsende DEVK Pensionsfonds-AG.

Inflation, aber keine höheren Zinsen

Die hohen Staatsausgaben weltweit und der in der Pandemie aufgesparte Konsum könnten nach Einschätzung der DEVK zu einem längerfristigen Preisauftrieb führen. „Die Inflationserwartung machen uns große Sorgen, weil die Zinsen nicht in gleichem Maße steigen werden“, sagte Zens.

Er kann sich vorstellen, dass weit über drei Prozent Inflation in Deutschland „nicht nur vorübergehend“ sein könnten. Für den Fall über Gebühr steigender Zinsen habe man Derivate aufgebaut – das koste Geld.

Der faktischen Entwertung der Zinspapiere entgegen, die bei der DEVK 2020 rund 82,7 Prozent ausmachten, baue man bei den Realwerten „vernünftige“ Gegenpositionen auf. Dass neue Arbeitsformen wie Home- oder Remote-Work die Lage bei den Immobilien beeinträchtigen könnten, beobachtet Zens nicht.

„Die Vermietungsaktivitäten kommen wieder in die Gänge“, schilderte er zu einem Objekt in London. Da sich „vieles, aber nicht alles remote“ erledigen lasse, wird auch am Hauptsitz in Köln der Plan eines Neubaus weiterverfolgt. Details zum Geschäftsjahr finden sich in den Geschäftsberichten unter diesem Link.

 
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