Das Vertriebsformat „Tandem“ ist bei W&W auf dem Vormarsch

6.4.2018 – Der deutlich über den Erwartungen liegende Konzernüberschuss des Geschäftsjahres 2017 wird sich 2018 wegen hoher Investitionen in die – nicht zuletzt digitale – Zukunft so nicht wiederholen. Das wird im aktuellen Geschäftsbericht der Wüstenrot & Württembergische Gruppe gleich vorsorglich angekündigt. Große Fortschritte bei der Neuausrichtung des Bauspar- und Versicherungskonzerns werden jedoch bereits für das Berichtsjahr vermeldet. Dies auch im Vertriebsbereich.

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Im Geschäftsjahr 2017 stieg der Konzernüberschuss nach Steuern der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) von 235,5 Millionen Euro im Jahr zuvor auf 258 Millionen Euro an. „Er lag damit deutlich über unseren Erwartungen“, stellt der Vorstandsvorsitzende Jürgen A. Junker im Vorwort zum Konzerngeschäftsbericht fest.

Zugleich kündigt er an, dass der Gewinn im laufenden Jahr mit „mindestens 200 Millionen Euro“ spürbar niedriger ausfallen werde. Ursächlich für den erwarteten Rückgang sei, dass die Gruppe laut Planung in den Jahren 2018 bis einschließlich 2020 „mit 820 Millionen Euro die höchsten Investitionen ihrer Unternehmensgeschichte stemmen“ werde.

„Wichtige Schritte“ wurden schon im Berichtsjahr 2017 gemacht

Auch im Berichtsjahr seien jedoch schon „viele wichtige und klar erkennbare Schritte nach vorne gemacht“ worden. So seien der Vertrieb und die digitalen Angebote der Gruppe mit den beiden Säulen Versicherung und Bausparbank deutlich gestärkt und Strukturen und Prozesse gestrafft worden.

Aufgeführt wird in diesem Kontext unter anderem der Start der digitalen Drittmarke „Adam Riese“ im vierten Quartal 2017. Über diese Schiene sollen nach dem Start mit flexiblen und preisgünstigen Haftpflicht-Versicherungen den Angaben zufolge sukzessive weitere Produkte über das Internet sowie über Makler und Vergleichsportale vertrieben werden (VersicherungsJournal 6.3.2018, 26.10.2017).

Auf- und Ausbau nicht nur bei den digitalen Kommunikationswegen

Auf- und ausgebaut würden aber nicht nur die digitalen Kommunikationswege. Vielmehr seien durch die Fortführung der Qualifizierungs-Offensive sowie die Förderung der gegenseitigen Kooperation zwischen den beiden Außendienst-Organisationen der Versicherung und der Bausparkasse zugleich der Service und die persönliche Beratung der Kunden gestärkt worden.

Daher, wird angemerkt, arbeiteten mittlerweile über 500 Außendienstpartner im gemeinsamen Vertriebsformat „Tandem“. Außerdem seien die Immobilienmakler der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH und der Wüstenrot Immobilien GmbH in die beiden Außendienst-Organisationen des Konzerns, die vertrieblichen „Hauptsäulen“, eingebunden worden.

Die Zahl der großen Vorsorgecenter sei von 30 auf 49 und jene der zertifizierten Vorsorgespezialisten um zwölf Prozent auf 2.125 gesteigert worden. Verwiesen wird weiterhin auf die zahlreichen Kooperationspartner, darunter die Commerzbank, die Hypovereinsbank und Bank Santander sowie die Anbieter Allianz und Ergo, die Oldenburgische Landesbank und die Gewerkschaften.

Vertriebskennzahlen (Bild: W&W)
Übersicht über die Vertriebskennzahlen aus dem Geschäftsbericht 2017. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: W&W)

Gut lief es 2017 vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung

Zum unerwartet hohen Konzernüberschuss des Geschäftsjahres 2017 wird erläutert, dass dazu vor allem das von 108,3 Millionen auf 125,8 Millionen Euro angewachsene Geschäftsergebnis der Schaden- und Unfallversicherung beigetragen habe. Die gebuchten Beiträge nahmen in diesem Bereich um 4,3 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zu.

Das Neugeschäft konnte vor allem durch das Firmenkundengeschäft von 208 Millionen auf 232 Millionen Euro gesteigert werden. Durch mehrere Großschäden nahmen zwar auch die Netto-Leistungen aus Versicherungsverträgen von 713 Millionen auf 743 Millionen Euro zu. Die Schaden-Kosten-Quote (brutto) aber stieg wegen des Wachstums der Nettobeiträge trotzdem nur von 90,1 auf 90,7 Prozent.

Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung gehen deutlich zurück

Prozentual noch stärker als in der Schaden- und Unfallversicherung, nämlich um 7,5 Prozent auf 232 Millionen Euro, stiegen die gebuchten Beiträge in der Krankenversicherung. Dagegen gingen sie in der Lebensversicherung um 9,8 Prozent auf 1,88 Milliarden zurück.

Die Beitragssumme des Neugeschäfts verminderte sich in der Lebensversicherung von 3,7 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro. Beim Neubeitrag ging der Einmalbeitrag in der Lebensversicherung von 543 Millionen auf 367 Millionen Euro zurück und der laufende Beitrag von 106 Millionen auf 99 Millionen Euro.

Bei der Bausparkasse verharrte das Brutto-Neugeschäft mit 13,6 Milliarden Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau und auch der Beitrag des Segments Bausparbank zum Konzernüberschuss blieb mit 58,5 Millionen Euro nahezu unverändert. Im Personenversicherungs-Segment verminderte er sich von 49,7 Millionen auf 31,8 Millionen Euro.

Zukunftsinvestitionen erhöhen Verwaltungsaufwand

Das konzernweite Finanzergebnis verbesserte sich dank deutlich geringerer Wertminderungen auf Finanzinstrumente geringfügig von 1,82 Milliarden auf 1,83 Milliarden Euro. Dagegen gingen laut Geschäftsbericht sowohl das laufende Ergebnis als auch das Veräußerungsergebnis zurück.

Die gesamten Verwaltungsaufwendungen stiegen aufgrund der im Berichtsjahr bereits getätigten Investitionen in Zukunftsprojekte um rund 24 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro. Die Personalaufwendungen erhöhten sich wegen der von 7.020 auf 6.885 gesunkenen Mitarbeiterzahl nur geringfügig. Das Ziel einer jährlichen Produktivitäts-Steigerung sei mit rund fünf Prozent erreicht worden.

Der vollständige Geschäftsbericht der W&W AG steht unter diesem Link zum kostenlosen Download bereit.

 
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