Allianz meldet „starke Geschäftsentwicklung“

11.11.2019 – Die Allianz SE hat im dritten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum den Umsatz um gut acht Prozent und den Gewinn um sechs Prozent gesteigert. Beim operativen Ergebnis werden die Erwartungen für das Gesamtjahr bestätigt. Die Zinssituation geht jedoch auch an ihr nicht spurlos vorbei und sorgt für neue „Baustellen“.

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Im dritten Quartal 2019 erzielte die Allianz SE im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ein Umsatzplus von 8,1 Prozent auf 33,4 Milliarden Euro. Das Periodenergebnis wuchs um 5,8 Prozent auf zwei Milliarden Euro.

Damit weist der Konzern eine „insgesamt sehr gute Performance“ auf, sagte Finanzchef Giulio Terzariol am Freitag bei der Ergebnis-Präsentation zum bisherigen Jahresverlauf.

Die AGCS ist jetzt die neue „Baustelle"

Giulio Terzariol (Bild: Allianz)
Giulio Terzariol (Bild: Allianz)

Hervorgehoben wurde von ihm, dass der Zuwachs diesmal auch vom langjährigen Sorgenkind Asset Management gekommen sei. Im Neun-Monats-Vergleich stieg das operative Ergebnis in diesem Geschäftsbereich um 8,2 Prozent auf 703 Millionen Euro. Das für Dritte verwaltete Vermögen nahm gegenüber dem Jahresende 2018 um 17,1 Prozent auf 1,7 Billionen Euro zu.

Dafür, räumte Terzariol ein, gibt es mittlerweile allerdings bei der AGCS eine „Baustelle“. Dort verbesserte sich die Combined Ratio im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreswert um 1,3 Prozentpunkte auf 102,7 Prozent. Aber mehr als 100 Prozent sind für den Konzern schlicht nicht tolerabel, ließ er keinen Zweifel.

Dies zumal sich auch die Schaden- und Unfallversicherung wegen der Zinssituation inzwischen mit schwierigen Herausforderungen konfrontiert sieht. Die Combined Ratio müsste eigentlich um 0,2 Prozentpunkte gesenkt werden, um den Rückgang des Kapitalanlage-Ergebnisses in der Berichtszeit zu kompensieren, ließ Terzariol wissen.

Geringeres Abwicklungsergebnis lässt Combined Ratio anwachsen

Tatsächlich stieg sie jedoch im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung im dritten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozentpunkte auf 94,3 Prozent an.

Ursächlich dafür war laut dem Finanzvorstand hier aber vor allem ein geringeres Abwicklungsergebnis, wodurch die Verbesserungen bei der Kosten- und der Schadenquote aufgehoben worden seien.

Das operative Ergebnis verminderte sich deshalb um 10,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz in der Schaden- und Unfallversicherung nahm im Quartalsvergleich um 6,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro zu. Dazu trug das deutsche Geschäft 2,1 Milliarden Euro und damit 0,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal bei.

„Gesunde Preisdynamik“ hilft mit

Bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte betrug das interne Wachstum 4,8 Prozent, wovon 2,5 Prozent auf Preis- und 2,4 Prozent aus Volumeneffekten resultierten. Die Zeichnungspolitik bleibe in diesem Geschäftsbereich weiter diszipliniert, „während wir von einer gesunden Preisdynamik profitieren, die unsere Rentabilität in Zukunft unterstützt“, ließ Terzariol dazu wissen.

In der Lebens- und Krankenversicherung verzeichnete die Gruppe im Quartalsvergleich ein Umsatzplus von 9,9 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro und nach neun Monaten von 9,5 Prozent auf 55,9 Milliarden Euro. Beflügelt wurde dieser Geschäftsbereich vor allem von Deutschland, den USA und Italien.

Der Barwert der Neugeschäftsbeiträge wuchs im dritten Quartal laut Terzariol um 20,3 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Die Neugeschäftsmarge ging allerdings von 3,5 auf 3,1 Prozent zurück, weil „die negativen Auswirkungen weiter abgeschwächter wirtschaftlicher Parameter durch den besseren Geschäftsmix nur teilweise kompensiert werden konnten“, wurde dazu erläutert.

Lebens- und Krankenversicherung verzeichnet „robuste Neugeschäftsmarge“

In der Lebens- und Krankenversicherung wuchs in den ersten neun Monaten 2019 der Barwert der Neugeschäftsbeiträge bei stabiler Neugeschäftsmarge von 3,4 Prozent von 42,4 Milliarden auf 49 Milliarden Euro an. Das operative Ergebnis nahm von 3,2 Milliarden auf 3,4 Milliarden Euro zu.

Der Geschäftsbereich habe somit in einem schwierigen Zinsumfeld eine robuste Neugeschäftsmarge verzeichnet, konstatierte der Manager. Zugleich kündigte er an, dass die Allianz weiterhin an Produkten arbeiten werde, „um sowohl für unsere Versicherungsnehmer als auch für unsere Aktionäre attraktive Lösungen anzubieten“.

Ergebnis-Ausblick für das Gesamtjahr wird bestätigt

Letzteren wurde im Ausblick zugleich angekündigt, dass das operative Ergebnis des Konzerns am Jahresende weiterhin in der oberen Hälfte des Zielkorridors von 11,5 Milliarden – plus oder minus 500 Millionen Euro – erwartet werde. Das Ergebnis je Aktie legte im dritten Quartal 2019 um 2,7 Prozent auf 4,68 Euro zu.

Die Solvency-II-Kapitalquote ging allerdings von 213 Prozent Ende des zweiten Quartals 2019 auf 202 Prozent am Ende des dritten Quartals weiter zurück. Hier sei künftig allerdings generell mit einer größeren Volatilität zu rechnen, merkte Terzariol dazu an.

Der neue europäische Direktversicherer der Gruppe, ließ er auf Nachfrage außerdem wissen, sei mittlerweile in Deutschland und Holland planmäßig gestartet. Im nächsten Jahr werde sich absehen lassen, wie er sich am Markt entwickle.

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