Map-Report Nummer 905 „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“ erschienen

5.11.2018 – Jedes Jahr veröffentlicht die Map-Report-Redaktion das Rating deutscher Lebensversicherer. Mit der Bewertung tatsächlich ausgezahlter Leistungen ist die Analyse trotz eingebrochenem Neugeschäft bei klassischen Policen noch relevant. Mit einem breiten Bewertungsansatz bietet das Rating einen Überblick über die Stärken und Schwächen der Gesellschaften.

Morgen erscheint der Map-Report Nummer 905, „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“.

Seit 1992 versuchen wir, mit den Lebensversicherungs-Ratings mehr Transparenz in den Markt zu bringen. Neben unseren Fondspolicen- und Biometrie-Ratings spielt dabei auch das Klassik-Rating eine wichtige Rolle.

Denn gerade die klassischen Garantie-Produkte haben für Ratings einen entscheidenden Vorteil. Sie sind seit Jahrzehnten am Markt und ermöglichen die Bewertung von tatsächlich für die Versicherten erbrachten Leistungen bei kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen. Damit hat das Klassik-Rating nicht nur ein Alleinstellungs-Merkmal, sondern liefert einen entscheidenden Grund dafür, weshalb die Auswertung auch anno 2018 noch relevant ist. Allerdings müssen Gesellschaften, die einmal gut waren, nicht zwingend auch gut bleiben.

Acht Gesellschaften erhalten Höchstwertung

Die beste Bewertung im Rating bekam erneut die Europa, die mit 88,09 Punkten ein „mmm“ für hervorragende Leistungen erzielte. Die Gesellschaft überzeugte in allen drei Teilbereichen des Ratings und zählt sowohl bei den Bilanzkennzahlen als auch bei den Service- und Transparenz- sowie den Vertragskennzahlen zur Spitze der deutschen Lebensversicherer.

Im Bilanzteil gehört die Europa mit einer Zuführungsquote zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung von 51,0 Prozent, niedrigen Verwaltungs- und Abschlusskostenquoten in Höhe von 0,80 beziehungsweise 3,22 Prozent sowie einer Solvabilitätsquote von 996 Prozent und einer Sicherheitsmittelquote von 31,40 Prozent neben der WGV, Allianz und Hannoverschen zu Deutschlands bilanzstärksten Lebensversicherern im Rating.

Ein „mmm“ erreichten ferner die WGV (83,40 Punkte), Cosmos (79,55 Punkte), Hannoversche (78,25 Punkte), Debeka (76,63 Punkte), Huk-Coburg (74,50 Punkte), Stuttgarter (72,20 Punkte) und Ideal (70,68 Punkte).

Die Interrisk führt das Feld der mit „mm“ für sehr gute Leistungen bewerteten Unternehmen an und bestätigte die Bewertung des Vorjahres. Neben der Interrisk gingen mit Continentale, Öffentliche Braunschweig, Hansemerkur, Neue Bayerische Beamten und Inter noch fünf weitere Versicherer mit einem sehr guten Ergebnis aus dem Rennen.

Der Volkswohl Bund verfehlte mit 59,20 Punkten die sehr gute Bewertung nur sehr knapp und führt die Liste der mit „m“ für gute Leistungen bewerteten Unternehmen an.

Teures Zinsniveau

Map-Report 905

Bei den tatsächlich erreichten Ablaufleistungen der Kapital-Lebensversicherung (KLV) schlagen die Niedrigzinsen seit Jahren voll durch. Für die Laufzeit über zwölf Jahre zeigte die Debeka (3,44 Prozent) vor WGV (3,16 Prozent) und Cosmos (2,93 Prozent) die höchsten Beitragsrenditen. Über 20 Jahre führte Europa (4,43 Prozent) das Feld an, gefolgt von Debeka (4,36 Prozent) und Cosmos (4,31 Prozent).

Auch die Huk-Coburg zählt mit 4,13 Prozent zu den Anbietern, die noch eine Beitragsrendite von über vier Prozent erreichten. Bei dem Langläufer über 30 Jahre haben wie im Vorjahr die Debeka (5,24 Prozent) und Europa (5,11 Prozent) die Nase vorn und erzielten als einzige Teilnehmer noch Werte von über fünf Prozent.

Das Dilemma des Niedrigzinsniveaus wird besonders bei den garantierten Leistungen aus Hochrechnungen deutlich. Die bei Vertragsabschluss garantierten Ablaufleistungen der KLV des Musterfalles erzielten bei zwölfjähriger Laufzeit im Durchschnitt noch 13.704 Euro mit einer Beitragsrendite von minus 0,77 Prozent. Lediglich bei der Stuttgarter wird mit 14.419 Euro noch eine höhere Ablaufleistung als der eingezahlte Beitrag von 14.400 Euro garantiert.

Bei 20 Jahren Laufzeit beträgt die garantierte Ablaufleistung im Schnitt 23.236 Euro mit einer Rendite von minus 0,31 Prozent und liegt damit um 764 Euro unter der geleisteten Beitragssumme. Immerhin vier Gesellschaften garantieren dabei einen positiven Saldo zwischen Ein- und Auszahlung. Besser steht es auch nicht um die 30-jährige Laufzeit. Während insgesamt 36.000 Euro eingezahlt wurden, beträgt die Garantieleistung im Schnitt 35.338 Euro mit einer Beitragsrendite von minus 0,12 Prozent.

Nicht viel besser steht es um die garantierten Leistungen in der Rentenversicherung. Im Beispielvertrag zur Sofortrente hat ein 63-Jähriger 50.000 Euro eingezahlt. Im Durchschnitt beträgt die garantierte Monatsrente dabei 148,70 Euro. Der Kunde müsste also mindestens 91 Jahre alt werden, bis er zumindest seinen eingezahlten Beitrag als monatliche Rentenzahlung ausgezahlt bekäme. Ähnlich verhält es sich auch bei der aufgeschobenen Rentenversicherung. Die Summe der Beitragszahlungen beträgt nach 20 Jahren 24.000 Euro, die garantierte Monatsrente liegt im Schnitt bei 67,51 Euro. Fast 30 Jahre dauert es, bis die einzahlten Beiträge als Rente wieder ausgezahlt werden. Allerdings liegen die ausgezahlten Renten in der Regel deutlich über der garantierten Höhe.

Ab dem 6. November lieferbar

Der Map-Report ist ab morgen gedruckt und als E-Paper im PDF-Format lieferbar. Weitere Informationen zu dem Map-Report finden Sie auf der Heft-Seite.

Hintergrundinformationen zu der Studie enthält der Artikel „Klassische Garantieprodukte sind noch nicht ausgestorben“.

Für die Berichterstattung bieten wir Ihnen an, einzelne Tabellen und Grafiken aus dem Heft abzubilden. Bei der Verwendung von Tabellen bilden Sie bitte nicht mehr als zehn Gesellschaften ab.

Journalisten können für ihre Berichterstattung ein Rezensionsexemplar per Mail über d.nitzsche@versicherungsjournal.de bestellen.

Für mehr Hintergrundinfos besuchen Sie unsere Seite www.versicherungsjournal.de/map-report.

 
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