Zahngesundheitsatlas: Wie viel GKV-Versicherte zuzahlen

12.7.2019 – Kassenpatienten müssen für Zahnersatz im Mittel 58 Prozent der Kosten selbst tragen. Das sind je nach Bundesland im durchschnittlich zwischen 628 Euro und 1.228 Euro. Das zeigt eine Analyse der Barmer. Den Versicherten scheint das Problem bewusst zu sein, denn immer mehr schließen private Zusatzpolicen ab.

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Die Barmer hat am Donnerstag vor der Presse in Berlin ihren Zahngesundheitsatlas vorgestellt. Professor Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der zweitgrößten Krankenkasse Deutschlands, wies dabei auf massive regionale Unterschiede hin.

Die Hochkostenländer sind Bayern und Niedersachsen

Christoph Straub (Bild: Brüss)
Christoph Straub (Bild: Brüss)

Anhand der Barmer-Daten des Jahres 2017 wurde für jedes Bundesland die Inanspruchnahme der zahnärztlichen Behandlungen aufgeschlüsselt. Dabei zeigten sich die größten Ost-West-Unterschiede beim Zahnersatz.

Die Gesamtkosten je versorgten Versicherten lagen in den östlichen Flächenländern zwischen 1.274 Euro und 1.379 Euro und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 1.524 Euro. In den „Hochkostenländern“ Niedersachsen und Bayern betrugen diese Gesamtkosten 1.877 Euro und 1.860 Euro.

Straub hält zwar die sogenannte Regelversorgung bei der zahnärztlichen Behandlung von gesetzlich Krankenversicherten für ausreichend, die Regelversorgung werde aber regional sehr unterschiedlich in Anspruch genommen.

Eigenanteil in Bayern doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt

Entsprechend unterschiedlich fallen die Eigenanteile aus, wobei die Menschen in den neuen Ländern regelmäßiger zur Zahnvorsorge gehen und entsprechend häufiger von einem Bonus profitieren, der bis zu 65 Prozent Kostenübernahme durch die Kasse führen kann.

Beispielsweise liegt der Eigenanteil im Osten zwischen 47,7 Prozent in Sachsen-Anhalt und 50,2 Prozent in Sachsen. Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen die Versicherten in Baden-Württemberg (66,7 Prozent) und in Bayern (66,7 Prozent).

Die absolute Höhe der Zuzahlung für Zahnersatz beträgt etwa in Bayern im Durchschnitt 1.228 Euro. Dies ist fast doppelt so viel wie in Sachsen-Anhalt (628 Euro).

Zahngesundheitsatlas (Bild: Barmer)
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Flucht in die private Zahnzusatz-Versicherung

Einen Ausweg aus der Kostenfalle beim Zahnarzt sehen immer mehr Menschen in einer privaten Zahnzusatz-Versicherung. Nach Angaben des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) wurde 1018 erstmals die Marke von 16 Millionen Zusatzversicherungen übertroffen (VersicherungsJournal 20.6.2019).

Der Zuwachs habe nach vorläufigen Geschäftszahlen bei 343.00 Verträgen oder 2,2 Prozent gelegen. „Der Trend zu mehr privater Vorsorge ist ungebrochen“, erklärte PKV-Verbands-Direktor Florian Reuther.

Die PKV-Unternehmen würden Zahnzusatz-Versicherungen sowohl auf individueller Grundlage als auch über Gruppentarife im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung anbieten. Kritisch sieht der Verband, dass die Arbeitgeber seit 2013 die gewährten Zuschüsse zu einer betrieblichen Krankenversicherung als Barlohn versteuern müssen.

Nach Einschätzung der Interessenvertretung müssen ohne Zusatzabsicherung gesetzlich Versicherte selbst bei der einfachsten Zahnersatz-Variante bis zu 50 Prozent der Kosten selbst tragen. „Bei einer höherwertigen Versorgung steigt der Eigenanteil noch weiter an.“

 
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