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Wo die meisten Pkw gestohlen werden

26.10.2020 – Trotz eines deutlich weiter gestiegenen Fahrzeugbestands sind 2019 erneut weniger Personenkraftwagen dauerhaft abhandengekommen als im Jahr zuvor. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Fall- und Belastungszahlen allerdings erheblich. Dies hängt vor allem mit den Verschieberouten der geklauten Fahrzeuge zusammen. Dies sind zentrale Ergebnisse des „Bundeslagebilds 2019 Kfz-Kriminalität“ des Bundeskriminalamts.

Die Zahl der dauerhaft abhandengekommenen Personenkraftwagen ist im vergangenen Jahr um rund ein Prozent auf 16.431 zurückgegangen. Dies ist dem „Bundeslagebild 2019 Kfz-Kriminalität“ zu entnehmen, welches das Bundeskriminalamt (BKA) am vergangenen Donnerstag veröffentlicht hat.

Die Auswertung beruht auf Zahlen des Informationssystems der Polizei (Inpol-Sachfahndung) und der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sowie den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), der großen deutschen Fahrzeugvermietungs-Unternehmen und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Statistische Unterschiede zwischen Bundeslagebild und PKS

Direkte Vergleiche mit den Zahlen aus der PKS (VersicherungsJournal 14.4.2020) sind nicht möglich. Dies liegt unter anderem daran, dass in dem Statistikmaterial zur PKS alle polizeilich erfassten Diebstahlsdelikte von Kraftwagen (inklusive unerlaubter Ingebrauchnahme) aufgelistet werden. Im „Bundeslagebild 2019 Kfz-Kriminalität“ geht es hingegen um Pkw, eine Teilmenge der Kraftwagen.

Zudem werden hier nur solche Diebstähle („dauerhaft abhandengekommen“) erfasst, die „im Laufe des Berichtsjahres entwendet, unterschlagen und anderweitig betrügerisch erlangt wurden und auch noch am Jahresende zur Sachfahndung in Inpol ausgeschrieben sind“, heißt es in dem Bundeslagebild. Letztgenannte Delikte werden in der PKS unter eigenen Straftatenschlüsseln statistisch erfasst.

Zweiter Rückgang in Folge

Zwischen 2013 und 2017 schwankte die Zahl der auf Dauer verschwundenen Fahrzeuge zwischen 18.500 und 19.400 nur geringfügig (22.6.2018). 2018 ging es dann mit 12,7 Prozent deutlich stärker bergab als im aktuellen Berichtszeitraum. Gründe hierfür werden in der BKA-Publikation nicht genannt.

Belastungszahlen nach Bundesländern (Bild: BKA)
Belastungszahlen nach Bundesländern.
Zum Vergrößern Bild klicken.
(Bild: BKA Bundeslagebild 2019 Kfz-Kriminalität)

Bei den Kfz-Gesamtfahndungs-Notierungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Deren zuvor relativ konstante Zahl verminderte sich 2018 um etwa ein Zwölftel auf nur noch rund 33.500. Im vergangenen Jahr sank deren Zahl nur noch um ein halbes Prozent auf 33.340. Auf der anderen Seite ist der Gesamtzulassungsbestand nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zum 1. Januar 2020 um 1,3 Prozent auf 47,7 Millionen angestiegen.

Deutliche regionale Unterschiede

Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern verlief der BKA-Publikation zufolge sehr uneinheitlich. Die absoluten Zahlen stiegen insbesondere im Saarland (plus über ein Viertel auf 93 Fälle). Vergleichsweise deutlich aufwärts ging es ferner in Hessen (plus ein Siebtel auf 827 Delikte) und in Berlin (plus ein Achtel auf 4.270).

Besonders stark schrumpfte die Zahl der dauerhaft entwendeten Gefährte in Thüringen (minus fast ein Drittel auf 440) sowie mit jeweils über einem Fünftel in Niedersachen (auf 1.142) und in Sachsen (auf 758).

Berlin mit der höchsten Belastungszahl

Ein Blick auf die sogenannte Belastungszahl (Zahl der dauerhaft abhanden gekommenen Pkw (gemäß Informationssystem der Polizei) je 100.000 zugelassene Fahrzeuge im jeweiligen Bundesland) offenbart ebenfalls große Unterschiede zwischen den Ländern.

Deutlich unter dem Bundesschnitt von 35 liegen die Werte in Bayern (zehn), in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz (jeweils zwölf), in Thüringen (13) sowie im Saarland (14). Besonders hohe Werte standen in den beiden Stadtstaaten Berlin (350) und Hamburg (128) zu Buche.

Wichtige Transportrouten

Dies steht laut BKA vor allem im Zusammenhang mit den Transportrouten der Autodiebe, die immer stärker in professionellen Banden organisiert sind. „Wichtige Zielstaaten sind vor allem Litauen und Polen.

Verschieberouten (Bild: BKA)
Verschieberouten (Bild: BKA Bundeslagebild 2019 Kfz-Kriminalität)

Osteuropa ist jedoch nicht nur bedeutende Ziel-, sondern auch eine wichtige Transitregion für die Verschiebung von in Deutschland gestohlenen Fahrzeugen nach Zentralasien (insbesondere Usbekistan und Tadschikistan, heißt es in dem Bundeslagebild. Weitere (Containerschiff-) Routen gingen von den Häfen in Hamburg, Antwerpen (Belgien) und Rotterdam (Niederlande) nach Nord- und Westafrika.

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Diebstahl · Pkw
 
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