Wo die meisten Motorräder geklaut werden

18.4.2019 – Beim Diebstahlrisiko gibt es je nach Bundesland gewaltige Unterschiede. Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, in welchen Ländern man sein Bike relativ unbesorgt abstellen kann oder aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Fußgänger wird. (Bild: Wichert)

Die Zahl der amtlich registrierten Diebstahldelikte von Mopeds und Krafträdern ist im vergangenen Jahr um 643 beziehungsweise über drei Prozent auf 20.208 zurückgegangen. Dies ist der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2018) zu entnehmen.

Fallzahl zurückgegangen

Damit hat sich die Zahl dieser Delikte bereits zum elften Mal in Folge verringert. 2012 lag die Zahl letztmals bei über 30.000, zwei Jahre davor noch bei über 40.000. Die Höchstwerte in diesem Jahrtausend wurden 2007 und 2008 mit jeweils über 50.000 polizeilich erfassten Taten erreicht.

Motarraddiebstähle (Bild: Wichert)

2017 gab es auch einen Rückgang der insgesamt verübten Straftaten – und zwar auf einen der niedrigsten Werte der zurückliegenden drei Jahrzehnte. Deutlich rückläufig war auch die Zahl der polizeilich registrierten Wohnungseinbruchs-, Kraftwagen- (VersicherungsJournal 5.4.2019) und Fahrraddiebstähle (VersicherungsJournal 12.4.2019).

Im Saarland die wenigsten Delikte

Die wenigsten Diebstähle von Mopeds und Krafträdern wurden im vergangenen Jahr im Saarland mit knapp über 250 gezählt. Weniger als 500 solcher Delikte wurden in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg sowie Thüringen verübt.

Die wenigsten Diebstähle (Bild: Wichert)

Die meisten motorisierten Zweiräder wurden in Nordrhein-Westfalen (NRW) gestohlen – über 6.400. Dahinter folgen Baden-Württemberg und Berlin mit jeweils über 2.000 Entwendungen. Ebenfalls vierstellige Werte werden für Hessen, Sachsen sowie Niedersachsen ausgewiesen.

Fünf Länder mit Steigerungen

In fünf Ländern waren im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 22.5.2018) Steigerungen von in der Spitze über einem Fünftel (in Berlin) zu verzeichnen. Häufiger geklaut wurden Motorräder auch im Saarland (plus rund ein Siebtel), in Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt (jeweils plus etwa sieben Prozent) sowie auch in Bayern.

Die meisten Diebstähle (Bild: Wichert)

In den übrigen elf Bundesländern gab es zum Teil kräftige Rückgänge. In der Spitze betrug das Minus beinahe ein Fünftel (in Hessen und Hamburg). In Brandenburg gab es eine Verringerung um etwa ein Siebtel, in Mecklenburg-Vorpommern um annähernd ein Zehntel.

In Berlin die meisten Delikte pro 100.000 Einwohner

In Relation zur Einwohnerzahl geschahen in Berlin die meisten Diebstähle von Mopeds und Krafträdern (fast 56 Taten pro 100.000 Einwohner). Für Bremen wird in der Statistik ein Wert von fast 48 aufgelistet. In Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Sachsen wurden jeweils über 30 solcher Delikte pro 100.000 Einwohner polizeilich registriert.

Hauchdünn über dem Bundesschnitt von 24,4 geklauten motorisierten Zweirädern liegt Hamburg, knapp darunter liegen Brandenburg, Hessen und Thüringen. Die mit Abstand niedrigste Rate war in Bayern zu verzeichnen, wo nur gut sieben Mopeds und Krafträder pro 100.000 Einwohner entwendet wurden.

Diebstähle nach Einwohnerzahl (Bild: Wichert)

Die Aufklärungsquote lag der PKS 2017 zufolge bundesweit bei 20,0 (2017: 20,9; 2016: 21,3) Prozent. Je nach Bundesland gab es jedoch deutliche Unterschiede. In Thüringen und Bayern wurde fast jede dritte Tat aufgeklärt. Andererseits gab es in Hamburg mit zehn Prozent die niedrigste Aufklärungsquote.

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