Wie sich die Immobilienpreise bis 2030 entwickeln

16.9.2020 – Betongold bleibt in vielen Regionen und Städten in Deutschland für Käufer eine sichere Bank. Denn die Preise werden bis 2030 weiter steigen, auch der Covid-19-Virus wird daran wohl nichts ändern, wie der Wohnatlas der Postbank zeigt. Ausgenommen von dieser positiven Entwicklung sind Landstriche im Osten, in Südniedersachsen, Nordhessen sowie im Ruhrgebiet.

WERBUNG

Dem Aufwärtstrend am deutschen Immobilienmarkt kann die Coronakrise nichts anhaben. Experten rechnen auch im laufenden Jahr weiter mit steigenden Preisen für Betongold. Das betrifft insbesondere wirtschaftlich starke Regionen als auch die Metropolen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Postbank – eine Niederlassung der Deutschen Bank AG, veröffentlicht im „Wohnatlas 2020“.

Die Auswertung ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene untersucht. Die aktuelle Auswertung wurde im Auftrag des Finanzinstituts von der Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut gGmbH (HWWI) für 401 kreisfreie Städte und Landkreise erstellt.

Angaben zur Methodik

Die Kaufpreisprognosen stützen sich auf Annahmen zur künftigen Angebots- und Nachfrageentwicklung von Eigentumswohnungen. Verschiedene Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung, zu Wohnausgaben und Wohnungsangebot sind in die Auswertung eingeflossen, erklären die Autoren.

Das HWWI-Wohnungsmarktmodell will nachvollziehen, wie sich diese Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende der Modellrechnung steht dann die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2019 bis 2030. Die Berechnungen basierten zwar auf Daten, die vor der Corona-Pandemie erhoben wurden, „die Prognose dürfte aber weitgehend stabil sein“, heißt es in der Studie.

Keine großen Einbrüche durch Corona

Die aktuelle Vorhersage der Experten ist klar: „In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Wohnungsbesitzer demnach damit rechnen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt.“

Einen Grund für diese Aussage sieht das HWWI in der Anziehungskraft deutscher Großstädte als auch den Speckgürteln um die Metropolen. „Die Einwohnerzahlen in und um die urbanen Zentren dürften weiter steigen“, so die Autoren des Wohnatlas.

Die Folgen der Pandemie seien zwar noch nicht in die Berechnungen eingeflossen, dennoch rechnet das Institut nicht mit großen Veränderungen am Wohnungsmarkt. „Wir sehen keine Anzeichen für eine Blase, die krisenbedingt platzen könnte. Im Gegenteil: Aus unserer Sicht ist der Immobilienmarkt nach wie vor ein Stabilitätsanker“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank.

Trendprognose bis 2030 (Bild: Postbank)
Trendprognose bis 2030 (Bild: Postbank)

Hauspreise legen deutlicher zu als Wohnungen

Veränderungen am Immobilienmarkt gab es im zweiten Quartal 2020 aber doch: Laut F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im zweiten Quartal um 2,9 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres.

Käufer von Eigentumswohnungen mussten im Schnitt mit einem Anstieg von 1,3 Prozent rechnen, so die Berater (VersicherungsJournal 11.8.2020).

Auf eine Fehlentwicklung in den wirtschaftlich starken Gebieten wies kürzlich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hin: Die Kosten für Wohnen und Leben zehren hier an der notwendigen Sparquote für den Ruhestand. Höhere Einkommen in den Metropolen besserten die Rücklagen für die Rente nicht mehr auf (7.9.2020).

Nachfrage bestimmt die Preise

Die Autoren des Wohnatlas schließen bei einem zweiten Shutdown „erhebliche Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt nicht aus“. Die entscheidende Rolle für die Nachfragesituation schreiben die Experten der Einkommensentwicklung in den jeweiligen Regionen zu.

Sie gehen davon aus, dass die Preise in den nächsten zehn Jahren am stärksten in einigen bayerischen Landkreisen, wie München, Erding, Ebersberg oder Landsberg am Lech, anziehen.

Außerhalb des Freistaats weise der Landkreis Cloppenburg kräftige jährliche Steigerungsraten von zwei Prozent auf. Die Stadt mit dem stärksten Plus im Jahr ist laut HWWI-Prognose Heilbronn in Baden-Württemberg. Der Preistrend liegt bei 1,8 Prozent.

Etwas geringere Steigerungen erwarten die Experten in Potsdam. Für Brandenburgs Landeshauptstadt ergeben die Berechnungen ein jährliches Plus von 1,74 Prozent bis 2030.

Gute Prognosen für mittlere Städte in Ost und West

Neben den Großstädten verzeichnen aber auch mittelgroße Städte eine deutlich gestiegene Nachfrage. Dazu gehören laut Auswertung Heilbronn, Potsdam, Leipzig, Freiburg im Breisgau, Münster, Dresden, Ingolstadt und Mainz auch die beiden kreisfreien bayerischen Mittelstädte Landshut und Memmingen. Hier rechnen das HWWI mit einer Wertsteigerung von mehr als einem Prozent bis 2030.

Verluste prognostizieren die Autoren des Wohnatlas dagegen für Regionen in den ostdeutschen Bundesländern aufgrund der Einwohnerrückgänge. Ausnahmen von diesem Trend gelten für die Großräume Berlin, Leipzig, Dresden, Jena und Weimar.

Einbußen für ihr Eigentum könnten auch Besitzer in einigen Regionen in Südniedersachen, Nordhessen und dem Ruhrgebiet hinnehmen müssen.

Preisentwicklung in deutschen Großstädten 2019 bis 2030 von Bestandswohnungen

Rang

Stadt

Preistrend in Prozent

Preis pro Quadratmeter 2019

1

München

1,70

8.078,77

2

Düsseldorf

1,21

4.118,32

3

Köln

1,06

3.967,09

4

Berlin

1,00

4.638,89

5

Hamburg

0,95

5.054,23

6

Stuttgart

0,91

4.589,24

7

Frankfurt am Main

0,80

5.686,62

Eigentum in Metropolen bleibt sichere Bank

Gewinner des Booms dürften Besitzer von Betongold in den Großstädten sein. Spitzenreiter bleibt laut Wohnatlas München. Für die bayerische Landeshauptstadt prognostizieren die Experten einen jährlichen Kaufpreisanstieg von real 1,70 Prozent. Durchschnittlich 8.079 Euro pro Quadratmeter mussten Immobilienkäufer in der Metropole bereits 2019 investieren.

Hohe Steigerungen sind den Berechnungen zufolge auch in Düsseldorf und Köln zu erwarten: In Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt liegt das prognostizierte Plus bei jährlichen 1,21 Prozent. In der Dom-Stadt dürfte Wohneigentum im Schnitt um 1,06 Prozent pro Jahr teurer werden, so die Auswertung.

Für Berlin liegen die erwartbaren Preissteigerungen bei einem Prozent im Jahr und damit deutlich höher als noch im Wohnatlas 2019 prognostiziert, der ein Plus von jährlich 0,76 Prozent auswies (17.4.2019). In Frankfurt am Main ziehen die Preise bis 2030 jährlich um 0,8 Prozent an. Das ist der schwächste Anstieg unter den sogenannten „Big Seven“, den größten deutschen Metropolen.

Investition in die eigenen vier Wände macht an den Küsten und an den Alpen keinen Sinn mehr. Gute Angebote, die moderate Preise im Vergleich zu den ortsüblichen Mieten bieten, gibt es nur noch in der Mitte von Deutschland und in einigen mittelgroßen Städten im Norden und im Ruhrgebiet. Das unterstrich die vorherige Folge des Wohnatlas (28.8.2020).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beitragsrückerstattung · Coronavirus · Immobilie · Rente
 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

WERBUNG
VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Wie gehen Sie mit dem zunehmenden Effizienzdruck um?

Die neue BVK-Studie deckt die Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs auf und zeigt Ihnen, wie auch Sie Ihren Betrieb effizienter gestalten und sich für die Zukunft wappnen können.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Einmaleins des Wettbewerbsrechts

WettbewerbsrechtEs gibt viele rechtliche Fallstricke, über die ein Vermittler bei seinen Werbeaktionen stolpern kann. Ein Praktikerhandbuch zeigt, wie sie zu vermeiden sind.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
25.6.2020 – In ihrem Marktausblick sehen die Analysten die Zukunft der Branche trotz der Corona-Pandemie zwar insgesamt optimistisch, doch die Sorgen sind nicht zu übersehen. Die betreffen beispielsweise die Absenkung des Rechnungszinses und die Marktkonzentration. (Bild: Assekurata) mehr ...
 
8.6.2020 – Der Stellenwert der Baufinanzierungen ist für viele Lebensversicherer sehr hoch. Wie die Krise ihr Geschäft beeinflussen, wird, untersucht eine Umfrage des VersicherungsJournals unter den Anbietern. Baukredite seien ein wichtiges „Ankergeschäft“ für den Vertrieb, wurde berichtet. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
18.9.2020 – In der Coronakrise beweist die Versicherungswirtschaft hohe Flexibilität, wurde auf einem Kongress feststellt. Doch „bei einigen brennt die Hütte.“ Die Versicherungsaufsicht sorgt sich im Teile der Altersversorgung. (Bild: Schmidt-Kasparek) mehr ...
 
3.9.2020 – Der Anteil der bAV am gesamten Lebensversicherungs-Geschäft ist bei den großen Anbietern sehr unterschiedlich. Auch bei der Auswahl der Durchführungswege sind die Konzerne verschieden breit aufgestellt. Das zeigt eine Übersicht des VersicherungsJournals. (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
 
31.8.2020 – Aus dem Lockdown entwickelt sich laut KPMG weltweit ein Trend für neue Arbeitsweisen. Hierzulande entstehen beispielsweise bei Allianz, Arag, Barmenia, Gothaer, Nürnberger, Provinzial, Talanx und Zurich neue Konzepte. Die Betroffenen sehen dies differenziert. (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
 
28.8.2020 – Die Immobilienkaufpreise hängen vielerorts die regionalen Mieten ab. Bundesweit reicht die Spanne mittlerweile von elf bis 72 Jahresmieten, die Interessenten für Wohneigentum auf den Tisch legen müssen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Postbank. (Bild: Postbank) mehr ...
 
24.8.2020 – Die Corona-Krise wirkt sich in nur wenigen Sparten so stark aus wie in der betrieblichen Altersvorsorge. Warum das so ist, steht im VersicherungsJournal Extrablatt 3|2020. mehr ...
WERBUNG