Wenn sich der Rückflug um drei Tage verspätet

17.4.2018 – Verspätet sich ein Flug infolge eines Blitzschlags, so steht den betroffenen Fluggästen keine Ausgleichszahlung im Sinne der Europäischen Fluggastrechte-Verordnung zu. Das hat das Amtsgericht Rüsselsheim mit Urteil vom 18. Januar 2017 entschieden (3 C 751/16).

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Der Kläger hatte einen Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main in die Dominikanische Republik gebucht.

Der Hinflug war planmäßig verlaufen. Wegen des Rückfluges gab es jedoch ein Problem. Denn das Flugzeug, das den Kläger aus der Karibik abholen sollte, wurde während des Landeanfluges durch einen Blitzschlag so stark beschädigt, dass es einer mehrtägigen Reparatur bedurfte. Da kein Ersatzflieger zur Verfügung stand, verzögerte sich der Rückflug um drei Tage.

Abgewiesene Klage

Das nahm der Kläger zum Anlass, von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600 Euro im Sinne der Europäischen Fluggastrechte-Verordnung zu fordern. Seines Erachtens wäre es nämlich Sache der Gesellschaft gewesen, für derartige, sicherlich häufiger eintretende Fälle Vorsorge zu treffen.

Dieser Argumentation wollte sich das Rüsselsheimer Amtsgericht nicht anschließen. Es wies die Klage als unbegründet zurück.

Außergewöhnlicher Umstand

Kann ein Flug wegen eines Naturereignisses wie eines Blitzschlages nicht planmäßig durchgeführt werden, so kann sich die Fluggesellschaft nach Meinung des Gerichts auf einen außergewöhnlichen Umstand berufen, welcher eine Ausgleichszahlung ausschließt.

Denn dabei handele es sich um ein von außen kommendes Ereignis, welches aufgrund seiner Natur nicht Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit eines Luftfahrtunternehmens ist. Es könne von diesem selbst bei Ergreifung aller zumutbaren Maßnahmen auch nicht beherrscht werden.

Flug nicht auszuführen

Das Gericht stellte zwar nicht in Abrede, dass Blitzeinschläge in Flugzeuge häufiger vorkommen. Das nehme ihnen jedoch nicht den Charakter eines außergewöhnlichen Umstandes.

Zu Letzterem würden nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zum Beispiel auch Flugverspätungen und Flugausfälle aufgrund von Witterungsbedingungen zählen, die eine Durchführung des Fluges nicht zulassen. Der Kläger geht daher leer aus.

 
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