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„Wenn die Chinesen kommen, können wir in Deutschland einpacken“

17.6.2022 – Vergangene Woche fand die Versicherungs- und Insurtechmesse ITC-Asia statt. Als einziger Versicherungsvorstand aus Deutschland war DFV-Chef Dr. Stefan Knoll vertreten. Er unterstrich im Gespräch, wie wichtig die inhaltliche Neuentwicklung von Produkten und dann erst deren digitale Umsetzung ist. Im B2C-Bereich zeigt sich der Trend, dem Kunden nicht nur Policen zu verkaufen, sondern ein enger Partner mit vielen Kontaktpunkten in seinem Leben zu werden. Von der Veranstaltung berichtet der Digitalexperte Dr. Robin Kiera.

Die ITC-Asia ist die größte Versicherungs- und Insurtechmesse in Asien. Als einziger Vertreter der deutschen Versicherungswirtschaft vor Ort mit dabei war Dr. Stefan Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutsche Familienversicherung AG.

Der CEO war in einer Gesprächsrunde der Gegenspieler von George Kesselman, einem der bekanntesten Insurtech-Influencer Asiens und Vorstandsmitglied von Zhong An Tech, der Tech-Tochter von Chinas Milliarden-Mega-Insurtech Zhong An. Damit diskutierten erstmals Entscheider der ersten beiden Insurtechs und Neo-Versicherer, die den Schritt an die Börse (2017 und 2018) geschafft haben.

DFV: erst inhaltliche Neuentwicklung von Produkten

„Unternehmen wie Zhong An, aber auch andere, von denen wir in Europa teilweise noch nie etwas gehört haben, verarbeiten ganz andere Volumina als wir in Deutschland. Wenn Zhong An an einem Tag über eine Milliarden Policen verkauft und verarbeitet, zeigt das, wie leistungsfähig deren Prozessarchitektur, IT und wie attraktiv ihrer Produkte sind“, so Knoll.

Der Chef der DFV unterstrich auf der Bühne, wie wichtig die inhaltliche Neuentwicklung von Versicherungsprodukten und dann erst deren digitale Umsetzung ist. Dagegen sagte Kesselman: „Uns ist eine skalierbare, stabile und schnelle Prozesslandschaft wichtig, auf der wir dann unterschiedliche Produkte bauen können.“

Führung und Motivation als Kernaufgabe

Trotz erheblicher kultureller Unterschiede in den jeweiligen Unternehmen argumentierten Knoll wie auch Kesselman bei der Frage, wie sie ihre Teams motivieren und führen, ähnlich. Beide unterstrichen, wie wichtig es sei, als Entscheider als Vorbild zu agieren, regelmäßig in Ruhe mit Mitarbeitern zu sprechen und wirklich sicherzustellen, dass Sender und Empfänger von Botschaften das gleiche verstanden haben.

Das mag sich wie Binsenweisheiten anhören, meinte Kesselman. Aber dies in der täglichen Arbeit umzusetzen und konsequent durchzuhalten, sei die große Herausforderung.

Zhong An Tech kommt nach Europa

George Kesselman erläuterte auch ganz offen, dass Zhong An Tech nicht nur darauf ziele, die Kerntechnologie von Zhong An in Asien anderen anzubieten, sondern auch Kunden außerhalb der Region. Gleichzeitig unterstrich er jedoch, dass es noch keine Pläne gebe, mit dem Versicherungs-Kerngeschäft über Asien hinaus zu wachsen.

„Nichtsdestotrotz ist klar, dass, wenn digitale Versicherer mit ihrer großen Innovationskraft wie Zhong An sich eines Tages dazu entscheiden, Versicherungen in Deutschland zu verkaufen, dies aufgrund ihres technologischen Vorsprunges für Versicherer in Deutschland eng wird”, meinte dazu Knoll auf der Bühne.

Robin Kiera, George Kesselman und Stefan Knoll (v.li.n.re.) auf der ITC-Asia 2022 (Bild: privat)
Robin Kiera, George Kesselman und Stefan Knoll (v.li.n.re.) auf der ITC-Asia 2022 (Bild: privat)

Kundenbindung und KI als Trends in Asien

Neben dem Panel stachen einige Aussteller hervor – wie zum Beispiel das lokale Insurtech Snackup, das kostenlose Versicherungen als Payback anbietet. Steht man etwa in Singapur vor einem Automaten, um sich einen frischen Orangensaft zu kaufen, kann man entscheiden, ob man die Versicherungssumme seiner Risiko-Lebensversicherung um 75 Euro erhöhen oder lieber 15 Cent in ein Investmentprodukt investieren möchte.

Getragen wird das Modell von Partnern, die sich so mehr Kundenbindung erhoffen. Durch gezielten Konsum können sich Kunden so kostenlos Versicherungsschutz erarbeiten.

Versicherern bei ganz konkreten Anwendungsfällen helfen

Snackup symbolisiert auch den Trend, im B2C-Bereich stark darauf zu setzen, nicht mehr dem Kunden nur noch Policen zu verkaufen, sondern ein enger Partner mit vielen Kontaktpunkten in seinem Leben zu werden.

Im B2B-Bereich präsentierten sich vor allem Unternehmen, die mit spezifischen Lösungen – häufig von künstlicher Intelligenz getrieben – Versicherern bei ganz konkreten Anwendungsfällen helfen. Wie etwa das niederländische IT-Unternehmen Friss Fraudebestrijding B.V., das Betrugserkennungs-Software entwickelt. Es war als eines der wenigen europäischen Dienstleister auf der Messe präsent.

Dr. Robin Kiera

Der Autor ist Versicherungs- und Vertriebsexperte und Gründer der Plattform Digitalscouting.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Insurtech · Lebensversicherung · Mitarbeiter · Motivation · Risiko-Lebensversicherung · Verkauf
 
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