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Wann ein Sportler für die Folgen eines Foulspiels haften muss

25.1.2021 – Ein gefoulter Fußballspieler konnte nicht nachweisen, dass der generische Spieler vorsätzlich oder grob fahrlässig gegen die Regeln verstoßen hat. In diesem Fall hat er keinen Anspruch auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld, wenn er bei dem Kampf um den Ball verletzt wird. Das hat das Landgericht Frankenthal mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 14. Dezember 2020 entschieden (5 O 57/19).

Der Entscheidung lag die Klage eines Fußballers zugrunde, der bei einem Amateurfußballspiel der C-Klasse im Rahmen eines Zweikampfs von einem Gegenspieler von den Beinen geholt worden war. Dabei zog er sich eine schwerwiegende Außenbandverletzung zu.

Grobes Foul?

Der Kläger behauptete, von dem gegnerischen Verteidiger grob gefoult worden zu sein, nachdem der Ball für diesen bereits unerreichbar gewesen sei. Er verklagte ihn daher auf Zahlung von Schadenersatz sowie auf Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 5.000 Euro. Ohne Erfolg. Das Frankenthaler Landgericht wies sie Klage als unbegründet zurück.

Nach Ansicht der Richter kommt eine Haftung eines Sportlers bei Sportarten wie Fußball nur dann in Betracht, wenn er nachweislich schuldhaft und grob unsportlich oder gar vorsätzlich gegen die Wettkampfregeln verstoßen hat. In allen anderen Fällen gelte ein stillschweigender Haftungsverzicht.

Das aber heiße, dass ein Regelverstoß aus Unüberlegtheit, technischem Versagen oder Spieleifer zu keiner Haftungsverpflichtung führe. „Erst wenn bei kampfbetonter Härte die Grenze hin zu einem unfairen Regelverstoß überschritten wird, droht eine Haftung“, so das Gericht.

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Vergleichbare Fälle

In dem entschiedenen Fall habe man aber selbst nach der Vernehmung von 14 Zeugen nicht sicher feststellen können, dass der Mann von dem Verteidiger, wie von ihm behauptet, tatsächlich entgegen aller Regeln grob gefoult worden sei. Das zu beweisen wäre jedoch seine Sache gewesen. Dieser Nachweis sei ihm nicht gelungen. Der Kläger gehe daher leer aus.

Sowohl das Koblenzer Landgericht (VersicherungsJournal 14.12.2015) als auch das Landgericht Coburg (VersicherungsJournal 4.3.2016) waren in vergleichbaren Fällen zu einer gleichartigen Einschätzung gelangt.

Ein grobes Foul eines Fußballrüpels führt jedoch nicht in jedem Fall dazu, dass dieser erhobenen Hauptes den Platz verlassen kann. Dies belegt ein Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts aus dem letzten Jahr (VersicherungsJournal 27.11.2020).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Schadenersatz · Schmerzensgeld
 
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