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Vier Lebensversicherer schwächeln

9.11.2018 – In seinem aktuellen Rating der Lebensversicherungs-Unternehmen hat Softfair 63 Lebensversicherer in 16 Kennzahlen untersucht. Acht Mal gab es die Höchstnote „fünf Eulenaugen“ (für Allianz, Alte Leipziger, Continentale, Europa, Hannoversche, LV 1871, WGV-Leben, WWK). Die schlechteste Bewertung („zwei Eulenaugen“) wurde vier Mal vergeben (an Ergo, HDI, Neue Leben, Provinzial Nordwest).

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Neben den privaten Krankenversicherern (VersicherungsJournal 8.11.2018) hat die Softfair Analyse GmbH auch die deutschen Lebensversicherer wieder einem Unternehmensrating unterzogen. Bewertungskriterien sind nach Unternehmensangaben die vier Bereiche

  • Kapitalanlage (bereinigte Nettoverzinsung, stille Reserven in Relation zu den Kapitalanlagen, stille Lasten in Relation zu den Kapitalanlagen, laufende Durchschnittsverzinsung, prognostizierte Rendite),
  • Sicherheit für die Zukunft (modifizierte Eigenkapitalquote, Schlussüberschussanteil-Fonds und freie RfB in Relation zur Deckungsrückstellung, festgelegte RfB in Relation zur Deckungsrückstellung, Überschussreservefaktor, Sicherheitsmittelquote),
  • Erfolg und Produkteffektivität (Verwaltungskostenquote, Abschlusskostenquote, Ausschüttungsquote) und
  • Bestandsentwicklung (Veränderung gebuchte Beiträge, Veränderung Beitragssumme Neugeschäft, Veränderung APE).

Gewichtung und Punktevergabe

Die drei erstgenannten Bereiche werden mit jeweils 27,3 Prozent gewichtet, die Bestandsentwicklung mit 18,2 Prozent. Die einzelnen Kennzahlen (bis auf die prognostizierte Rendite) gehen jeweils in einer Dreijahresbetrachtung (2015 bis 2017) in die Bewertung ein.

Für die einzelnen Kennzahlen wurden nach einem speziellen mathematischen Verfahren Punkte vergeben, die für das Gesamtergebnis addiert und in ein fünfstufiges Notenschema übertragen wurden. Dieses reicht von fünf „Eulenaugen“ (Höchstnote) absteigend bis zu einem „Eulenauge“.

Methodische Änderungen

Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Ratingverfahren in mehreren Punkten angepasst. Im Segment „Sicherheit für die Zukunft“ wurde das „Kriterium Sicherheitsmittelquote (bezogen auf die mittleren Kapitalanlagen) durch eine aussagekräftigere Kennzahl Sicherheitsmittelquote (bezogen auf die mittleren Deckungsrückstellungen) ersetzt“, so das Analysehaus.

Darüber hinaus wird im Bereich Kapitalanlage jetzt auf die Kriterien „laufende Durchschnittsverzinsung“ gemäß Verbandsformel des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und „bereinigte Nettoverzinsung“ zurückgegriffen. Im letzten Jahr wurden noch die Kriterien „Nettoverzinsung“ und „modifizierte laufende Durchschnittsverzinsung“ betrachtet.

„Dadurch wird eine bessere Beurteilung der Ertragskraft einer Gesellschaft unter Berücksichtigung der Bildung einer Zinszusatzreserve erreicht“, heißt es erläuternd in der Dokumentation Ratingergebnis (PDF, 427 KB). Dort können auch weitere Details zur Ratingmethodik nachgelesen werden.

Acht Gesellschaften in der Spitzengruppe

Im Ratingjahrgang 2018 hat Softfair insgesamt 63 (Vorjahre: 66, 68) Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Rund jede achte Gesellschaft erhielt mit „fünf Eulenaugen“ die Höchstnote. Fast die Hälfte der Anbieter schnitt mit „vier Eulenaugen“ ab, gut jeder dritte Lebensversicherer mit „drei Eulenaugen“. In etwa jede 16. Gesellschaft bekam nur „zwei Eulenaugen“. Schlechtere Bewertungen gab es auch in diesem Jahr nicht.

Notenverteilung (Bild: Wichert)

Zur Spitzengruppe mit der bestmöglichen Bewertung gehören, wie im Jahr zuvor, die Allianz Lebensversicherungs-AG, die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., die Continentale Lebensversicherung AG, die Europa Lebensversicherung AG, die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) und die WGV-Lebensversicherung AG.

Neu hinzugekommen sind die Hannoversche Lebensversicherung AG und die WWK Lebensversicherung a.G. Herausgefallen aus der Spitzengruppe sind die Ideal Lebensversicherung a.G., die LVM Lebensversicherungs-AG und die Stuttgarter Lebensversicherung a.G.

Die Anbieter den schlechtesten Bewertungen

Am anderen Ende der Rangliste finden sich unverändert vier Unternehmen wieder. Dabei erhielten die Ergo Lebensversicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG und die Neue Leben Lebensversicherung AG wie im Vorjahr nur „zwei Eulenaugen“.

Während sich die Helvetia Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft AG auf „drei Eulenaugen“ verbesserte, ging es für die Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG um eine Ratingstufe auf „zwei Eulenaugen“ bergab.

Die vollständige Ratingübersicht mit den Bewertungen aller 63 untersuchten Lebensversicherungs-Gesellschaften steht unter diesem Link (PDF, 146 KB) zum Download bereit.

Unterschiedliche Bewertungen

Im Vergleich der Softfair-Bewertungen mit dem „M&M Rating LV-Unternehmen“ der Morgen & Morgen GmbH (M&M) (VersicherungsJournal 18.10.2018) zeigt sich insbesondere bei den unterdurchschnittlich bewerteten Lebensversicherern ein großer Unterschied. So finden sich bei M&M mit 21 Gesellschaften mehr als fünfmal so viele Anbieter in einer der beiden schlechtesten von jeweils insgesamt fünf Ratingstufen wieder.

Zudem gibt es im Softfair-Rating nur für die Neue Leben und die Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig sowie die bei M&M zur Spitzengruppe gehörenden Anbieter Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G., Deutsche Ärzteversicherung AG und Ideal Lebensversicherung a.G. schlechtere Bewertungen als bei Morgen & Morgen.

Hingegen schneiden 36 Lebensversicherer bei Softfair mindesten eine Ratingstufe besser ab als bei M&M. Besonders deutlich ist der Unterschied mit drei Ratingstufen bei der Öffentlichen Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG (Softfair: vier Eulenaugen; M&M: ein Bewertungsstern).

Zwei Ratingstufen besser sind bei Softfair die Barmenia Lebensversicherung a.G., die Landeslebenshilfe V.V.a.G. und die Rheinland Lebensversicherung AG (Softfair: drei Eulenaugen; M&M: ein Bewertungsstern). Dies gilt auch für Ergo Direkt, die Münchener Verein Lebensversicherung AG, die Saarland Lebensversicherung AG und die Targo Lebensversicherung AG (Softfair: vier Eulenaugen; M&M: zwei Bewertungssterne).

Herbstzeit ist Ratingzeit für die Lebensversicherer

Der Herbst ist die Zeit für zahlreiche Untersuchungen und Ratings der Lebensversicherer. Aufgrund von verschiedenen Methodikansätzen können die Ergebnisse der nachgenannten Analysen mitunter stark voneinander abweichen.

So ist kürzlich der Map-Report 905 „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“ erschienen (VersicherungsJournal 6.11.2018). Die Wirtschaftswoche hat vergangenen Monat ihre aktuelle Auflage des Ratings nach der Methodik des Finanzwissenschaftlers Professor Dr. Jörg Finsinger (VersicherungsJournal 17.10.2018) veröffentlicht.

In den letzten Wochen haben unter anderem auch die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) (VersicherungsJournal 23.10.2018) und die Ascore Das Scoring GmbH (VersicherungsJournal 4.10.2018) ihr Rating beziehungsweise Scoring der deutschen Lebensversicherer aktualisiert.

Zum Teil stark unterschiedliche Ergebnisse

Die größten zwölf Anbieter hat Professor Dr. Hermann Weinmann von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein verglichen (VersicherungsJournal 1.10.2018). Einen Einblick in die Kennzahlen der Lebensversicherer enthält auch der Map-Report 904 – Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2017 (VersicherungsJournal 2.10.2018, 8.10.2018, 15.10.2018, 26.10.2018, 2.11.2018).

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Makler mit der regelrechten Flut von Ratings, Rankings oder Scorings mit zum Teil sehr unterschiedlichen Ergebnissen umgehen sollen. Anregungen hierzu finden interessierte Leser in einem Kommentar des Herausgebers des VersicherungsJournals (VersicherungsJournal 28.9.2017).

Leserbriefe zum Artikel:

Thomas Oelmann - Zur eigenen Wertung der Gesellschaften ist ein Rating nicht aussagekräftig. mehr ...

Rene Nawrot - Manko ist das Ausblenden der Unternehmensstrategien. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Mapreport · Marketing · Ranking · Rating · Scoring · Zinszusatzreserve
 
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