10.2.2026 (€) – Vor allem die Makler waren zuletzt vom rückläufigen Neugeschäft mit Krankenvollversicherungen betroffen. Laut der Asscompact-„Marktstudie Kranken- und Pflegeversicherung 2026“ blickt der unabhängige Vertrieb wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Dies gilt sowohl für die (zukünftige) Bedeutung des Vollversicherungsgeschäfts als auch für die Courtagesituation.
2024 konnten die Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) erst zum zweiten Mal nach einer Durststrecke von mehr als einem Jahrzehnt den Bestand an Krankenvollversicherten ausbauen. Das Plus betrug 0,2 Prozent auf 8,741 Millionen Personen (VersicherungsJournal 5.11.2025). Auch im abgelaufenen Jahr hielt der positive Trend nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) an (4.2.2026).
Krankenvollversicherung: Saldo elf Mal in Folge negativ
Zuvor war der Saldo (Zugänge minus Abgänge durch Tod oder wegen gesetzlicher Versicherungspflicht) elf Mal in Folge negativ ausgefallen. Insgesamt verminderte sich der Bestand vom absoluten Höchststand von 8,976 auf 8,705 Millionen Vollversicherte (minus 271.000 Personen beziehungsweise minus über drei Prozent) (10.10.2023).
Auch der Bruttoneuzugang, der 2010 und 2011 noch bei jeweils fast 500.000 Individuen gelegen hatte, blieb zwischen 2014 und 2023 unter der Marke von 300.000 (10.10.2024). Zuletzt zeigte die Kurve immerhin wieder leicht nach oben. Allerdings lag der Bruttoneuzugang mit 312.40 immer noch weit hinter dem Niveau früherer Jahre zurück (19.11.2025).
Dies ist unter anderem der immer weiter steigenden Versicherungspflichtgrenze geschuldet. Sie erhöhte sich seit 2011 um fast 28.000 Euro beziehungsweise weit über die Hälfte auf 77.400 Euro im laufenden Jahr (8.10.2025).
Insbesondere unabhängige Vermittler betroffen
Von dem Neugeschäftsrückgang im einstigen Brot- und Buttergeschäft der Versicherungsbranche sind seit Einführung des Provisionsdeckels (31.10.2011) insbesondere die unabhängigen Vermittler betroffen. Dies hatten vor einigen Jahren verschiedene Vertriebswege-Untersuchungen gezeigt (16.8.2019, 19.12.2018, 28.8.2018, 4.11.2016).
Nach der aktuellen Vertriebswegestatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) belegen die Makler zwar den zweiten Rang unter den Absatzkanälen. Mit 26,9 Prozent kommen sie aber nur auf einen etwa halb so hohen Anteil wie die Ausschließlichkeit (18.9.2025).
Deutlich besser als erwartet
Laut der von der BBG Betriebsberatungs GmbH durchgeführten „Marktstudie Kranken- und Pflegeversicherung 2026“ scheint hier allerdings Besserung für den Vertriebsweg unabhängige Vermittler in Sicht. Die Studie beruht auf einer Ende 2025 unter Versicherungsmaklern durchgeführten Onlineumfrage. Die Größe der Nettostichprobe wird mit 260 Personen angegeben.
Rund 89 Prozent der Befragten waren männlich, knapp elf Prozent weiblich. Sie haben 30,1 Jahre Berufserfahrung bei einem Durchschnittsalter von 57,6 Jahren und wollen im Schnitt mit 68,3 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden.
Der Publikation zufolge gaben 40,4 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sich die Courtagesituation in der Krankenvollversicherung 2025 im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe. Dem standen lediglich 11,3 Prozent gegenüber, bei denen es schlechter lief.
In der Prognose der Vorjahresuntersuchung war nur gut jeder Dritte von einer besseren Courtagesituation für 2025 ausgegangen. Hingegen hatte mit 16,7 Prozent ein deutlich höherer Anteil eine verschlechterte Einnahmesituation erwartet.
Krankenvollversicherung wird wieder relevanter
Ein deutlicher Aufwärtstrend zeigt sich auch bei der Relevanz des Vollversicherungsgeschäfts aus Vermittlersicht. So spielte es vor vier und drei Jahren nur für rund jeden fünften Befragten eine „(sehr) große“ Rolle. Danach stieg der Anteil über 26 und 27 auf aktuell 28 Prozent.
Noch deutlicher ist die Aufwärtstendenz bei der künftigen Bedeutung (von heute fünf Jahre in die Zukunft blickend): Hier erwartete vor drei Jahren nur gut jeder Fünfte eine „(sehr) große“ Relevanz. In der aktuellen Auflage ist der Anteil mit fast 40 Prozent fast doppelt so hoch ausgeprägt.
Weitere Studiendetails
Die 345-seitige „Marktstudie Kranken- und Pflegeversicherung 2026“ enthält neben detaillierten Ranglisten zu den Geschäftsanteilen und der Vermittlerzufriedenheit in der Vollversicherung auch eine Analyse der Top-Anbieter. Untersucht wurde zudem neben der Krankenzusatz- und der Pflegezusatz- auch die betriebliche Krankenversicherung (bKV).
Der Berichtsband kann ab 2.975 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Dr. Mario Kaiser per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575833 bestellt werden.





