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Versicherungskunden offenbaren ihre Betrugsmethoden

9.10.2018 – Die Mehrheit der deutschen Verbraucher schätzt ihre Versicherungen und die damit verbundenen Leistungen im Schadensfall. Nur eine Minderheit hat seinen Versicherer schon mal betrogen oder falsche Angaben bei der Schadenshöhe gemacht. Knapp 80 Prozent der Endkunden würde ein Belohnungssystem befürworten. Das ergab eine aktuelle Verbraucher- Umfrage von Creditreform Boniversum.

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Jeder elfte Versicherungsnehmer hat seine Versicherung betrogen. Hochgerechnet machten etwa 2,4 Millionen Versicherungsnehmer oder neun Prozent nach eigener Aussage schon mal bewusst Falschangaben bei einem Versicherungsfall.

Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie der Creditreform Boniversum GmbH „Versicherungen – Schadensfälle und Falschangaben". An der Umfrage nahmen 1.008 Verbraucher von 18 bis 69 Jahren im Mai 2018 teil. Die abgefragten Versicherungssparten waren Hausrat, Wohngebäude, Privathaftpflicht, Kfz-Kasko und Kfz-Haftpflicht.

Verbraucher schließen gängige Policen ab

Die Deutschen sind versicherungsaffin: Rund 93 Prozent der Verbraucher in Deutschland haben derzeit Policen in den Sparten Hausrat, Wohngebäude, Privathaftpflicht, Kfz-Haftpflicht oder Kfz-Kasko abgeschlossen.

Mit 90 Prozent der Umfrageteilnehmer ist die Privathaftpflicht die beliebteste Versicherung der Verbraucher. Ihr folgen Hausrat-Verträge mit 72 und die Kfz-Haftpflicht mit 70 Prozent.

Die Frage nach der geschätzten monatlichen Beitragshöhe je Versicherungssparte lieferte für Boniversum nach eigener Aussage „erstaunliche Ergebnisse“.

Die Endkunden schätzen ihre monatlichen Ausgaben für Versicherungen wesentlich höher ein als sie tatsächlich sein dürften: 109 Euro bei der Kfz-Haftpflicht, jeweils 100 Euro für Wohngebäude und Kfz-Kasko, 54 Euro für Hausrat und 43 Euro für die Privathaftpflicht.

Kunden sind mit Versicherern und Leistungen zufrieden

Über 80 Prozent der Kunden geben an, dass sie „hoch zufrieden“ mit ihren Versicherern und deren Leistungen seien. 18 Prozent sind „mittelmäßig zufrieden“ und nur ein Prozent gibt eine „geringe Zufriedenheit“ an.

Nach Sparten betrachtet, fällt das Ergebnis der Umfrage ebenfalls positiv aus. 82 Prozent der befragten Verbraucher sind mit ihrer Haftpflichtversicherung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Und auch die Wohngebäudeversicherung, die bei dieser Befragung den geringsten „Zufriedenheitswert“ erreicht, stellt immerhin 75 Prozent der Versicherungsnehmer „zufrieden“.

Das Wissen in Versicherungsfragen beschreiben 70 Prozent der Befragten mit „mittleren Kenntnissen“. 19 Prozent würden sich selbst „große Kenntnisse“ bescheinigen. „Geringes“ Wissen gaben nur elf Prozent der Teilnehmer an.

Boniversum Verbraucherumfrage 10/2018 (Bild: Boniversum)
Boniversum Verbraucherumfrage 10/2018 (Bild: Boniversum)

Die meisten Schadenfälle für private Haftpflicht

Von den 57 Millionen Verbrauchern mit Versicherungsverträgen haben zirka 26 Millionen Schadensfälle in den vergangenen fünf Jahren gemeldet.

Die meisten befragten Verbraucher nahmen die Privathaftpflicht mit 35 Prozent, die Kfz-Haftpflicht (34 Prozent) sowie die Kfz-Kasko (33 Prozent) in Anspruch. Der Wohngebäude-Versicherung meldeten nur 19 Prozent einen Schadensfall.

Gut drei Viertel (77 Prozent) der Endkunden wissen laut der Umfrage, dass ihre Gesellschaft den Vertrag in einem Schadensfall kündigen kann. 23 Prozent ist diese Konsequenz dagegen unbekannt.

Hausrat und Haftpflicht: Gute Chancen für Betrug

Die Verbraucher wurden außerdem befragt, wie hoch sie die Schwierigkeit einschätzen, die Versicherung durch bewusste Falschangaben zu täuschen. 68 Prozent der Befragten sehen „einfache“ oder „sehr einfache“ Chancen für einen Betrug – jeweils bei der Hausrat und der privaten Haftpflicht.

Bei den anderen Versicherungssparten werden von den Studienteilnehmern größere Hindernisse erwartet. 32 Prozent sehen Falschangaben bei Wohngebäude und 36 Prozent bei Kfz-Haftpflicht sowie ebenfalls 36 Prozent bei Kfz-Kasko als einfacher an.

Laut der Auswertung verteilen sich die falschen Angaben auf die abgefragten Sparten in etwa ähnlich: Jeweils zehn Prozent der Befragten waren bei Schadensmeldungen an ihre Privat- und Kfz-Haftpflicht nicht ehrlich und jeweils neun Prozent bei Meldungen an ihre Kfz-Kasko, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung.

Betrugsmuster: höhere Summe für Schaden angeben

Als gängige Praxis nennen Kunden, die bereits falsche Angaben gemacht haben, eine erhöhte Schadenssumme. 51 Prozent der befragten Verbraucher wählten diesen Weg. 39 Prozent der Endkunden führten den Schaden sogar selbst herbei und 30 Prozent täuschten einen Schaden bereits vor.

Der überwiegende Teil der Befragten zeigt mit 64 Prozent nur „geringes Verständnis“ für Versicherungsbetrug. 28 Prozent meinen, sie hätten „mittleres Verständnis“ und nur acht Prozent sind bei diesem Vergehen tolerant. 87 Prozent der befragten Verbraucher verstehen bewusste Falschangaben als kriminelles Vergehen. 13 Prozent sehen diesen Betrug als Kavaliersdelikt an.

Boniversum Verbraucherumfrage 10/2018 (Bild: Boniversum)
Boniversum Verbraucherumfrage 10/2018 (Bild: Boniversum)

Mehrheit ist für Belohnungssystem

Die Autoren der Studie stellten außerdem die Frage nach einem Lösungsansatz: „Würden weniger Menschen versuchen, Versicherungen zu betrügen, wenn Schadensfreiheit, etwa durch Teilrückzahlung von Versicherungsbeiträgen, belohnt würde?“

78 Prozent der befragten Verbraucher sagen dazu „Ja“, 32 Prozent „Ja, ganz bestimmt“ und 46 Prozent „Ja, wahrscheinlich“. Nur sechs Prozent messen einem Belohnungssystem keinerlei Bedeutung bei.

„Die Deutschen sind sicherheitsbewusst und generell mit Versicherungen zufrieden. Der Großteil besitzt auch ein Rechtsempfinden. Dennoch entsteht den Versicherungen ein immenser Schaden durch Betrug. Entsprechende Belohnungssysteme könnten die Problematik deutlich eindämmen“, fasst Nils Gebel, Sales Consultant Insurance der Creditreform Boniversum GmbH, die Ergebnisse der Studie zusammen.

Der Report steht hier zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung (PDF, 2 MB).

 
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