Versicherer sehen ihrer Zukunft positiv entgegen

8.2.2019 – Die Branche rechnet in diesem Jahr ungeachtet einer konjunkturellen Eintrübung in der Gesamtwirtschaft mit einer günstigen Geschäftsentwicklung. Die Lage und die Erwartungen werden von den Schaden- und Unfallversicherern besser beurteilt als von den Lebensversicherern. Das zeigt die neueste Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

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Der Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hat am Donnerstag in Berlin die Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage unter rund 27.000 Unternehmen vorgestellt.

Martin Wansleben (Bild: Brüss)
Martin Wansleben (Bild: Brüss)

Demnach rechnet die Mehrheit der Befragten mit einer positiven Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten.

Der Anteil der positiv gestimmten Manager übertrifft der Pessimisten aber nur noch um sieben Prozentpunkte. Vor einem Jahr waren es noch 28 Prozentpunkte (VersicherungsJournal 8.2.2018)

„Eine wirtschaftliche Krise prognostiziert der DIHK aber aktuell nicht“, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Donnerstag vor der Presse in Berlin.

Seine Wachstumsprognose für 2019 reduzierte der DIHK auf 0,9 Prozent. Die Herbstschätzung lag noch bei 1,7 Prozent (VersicherungsJournal 19.10.2018).

Losgelöst von der allgemeinen rückläufigen Entwicklung dürfte der Beschäftigungsaufbau weitergehen, wobei eine Zunahme von 430.000 Beschäftigten unterstellt wird.

Vor allem Schaden- und Unfallversicherer sind optimistisch

Aus der Versicherungswirtschaft nahmen an der Umfrage zu Jahresbeginn insgesamt 113 Unternehmen teil.

28 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich die Geschäftsentwicklung über die kommenden zwölf Monate positiv entwickeln wird. Nur fünf Prozent der Versicherer glauben an ein schwierigeres Geschäftsumfeld. Der Saldo liegt mit 23 Punkten deutlich über den im Herbst 2018 geäußerten Erwartungen von plus 14 Punkten, aber unter den 28 Punkten vor einem Jahr.

Besonders optimistisch sehen die Schaden- und Unfallversicherer die weitere Entwicklung. 39 Prozent rechnen mit einer Aufwärtsbewegung. Negativ gestimmt war kein Unternehmen. Der Saldo von 39 Punkte liegt auch über dem vom Herbst 2018 (22 Prozent).

Unter den Lebensversicherern glauben 78 Prozent, dass sich ihre Lage nicht verändern wird. Zwölf Prozent rechnen mit einer positiven Geschäftsentwicklung, aber zehn Prozent sehen eher eine negative Entwicklung. Der Saldo von zwei Punkte ist aber immer noch höher als der zu Jahresbeginn 2018 (minus zwei Punkte).

Geschäftserwartung Versicherer (Bild: Wichert)

Die Lage wird je nach Sparte sehr unterschiedlich eingeschätzt

Auch die aktuelle Geschäftslage wird von den Schaden- und Unfallversicherern überwiegend positiv eingeschätzt. 65 Prozent der Unternehmen bezeichneten ihre Geschäftslage als gut und nur zwei Prozent als schlecht. Der Saldo von 63 Punkten übertrifft sowohl den Wert aus dem Herbst (55 Punkte) und vom Jahresanfang 2018 (54 Punkte).

Unter den Lebensversicherern bewerteten 34 Prozent ihre geschäftliche Lage als gut. Kein Unternehmen sah eine Verschlechterung. Für die gesamte Branche ergab sich eine positive Bewertung von 47 Punkte. Der Saldo übertrifft das Ergebnis vom Herbst 2018 ganz leicht (46 Punkte)

Geschäftsentwicklung Versicherer (Bild: Wichert)

Auffällig ist die hohe Investitions-Bereitschaft in der Branche, die vom Druck zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse herrühren könnte. 33 Prozent der Unternehmen wollen mehr Investieren und nur drei Prozent die Ausgaben reduzieren. Der Saldo von 30 Punkte liegt deutlich über dem Ergebnis aller Branchen (16 Punkte).

Bei den Beschäftigten rechnen die Versicherer mit einem leichten Rückgang (Saldo: minus eins). Zu Jahresbeginn 2018 hatte der Saldo aber mit minus zehn Punkten noch deutlich höher im Negativen gelegen.

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Digitalisierung · Konjunktur · Marktforschung
 
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