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Vema will eigenen Kodex durchsetzen

26.4.2018 – Auf ihrem Fachkongress 2018 hat die Maklergenossenschaft Vema auf die Geschäfte des Vorjahres zurückgeblickt und neue Ausbildungs- und Digital-Projekte vorgestellt. Ein eigener Kodex soll zur Entspannung zwischen Maklern und Versicherern beitragen. Je ein Mitarbeiter von Versicherungskammer Bayern, Volkswohl Bund und Continentale Versicherungsgruppe wurden als „beste Maklerbetreuer“ ausgezeichnet.

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Die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft eG veranstaltete gestern und heute in Fulda ihren Jahreskongress „Vema-Tage 2018“.

Mit fast 2.500 (Vorjahr fast 2.000) angemeldeten Teilnehmern aus dem Kreis der Makler plus 500 (Vorjahr 500) Vertretern von Produktpartnern und Dienstleistern erreicht der Zuspruch in diesem Jahr wiederum Rekordniveau. Damit wurde der Erfolg des Jubiläumstreffens im Vorjahr (VersicherungsJournal 27.4.2017) noch überboten.

Wachstumstrend hält an

Hermann Hübner (Bild: Pohl)
Hermann Hübner (Bild: Pohl)

Bereits im Vorfeld hatte Deutschlands größter Maklerverbund erste Bilanzdaten 2017 veröffentlicht (VersicherungsJournal 25.1.2018).

Jetzt wurden die Zahlen präzisiert. Danach waren im vergangenen Jahr 233 Maklerfirmen neu aufgenommen worden. Somit nutzen bundesweit 2.828 Maklerunternehmen mit durchschnittlich sechs Beschäftigten die Dienstleistungen des Verbundes, teilte Vema-Vorstandschef Hermann Hübner in Fulda mit.

Damit wurde der Wachstumstrend der Vorjahre gehalten (VersicherungsJournal 21.4.201623.4.2015). Größer als die Zahl der Neuaufnahmen war die der auch 2017 wieder mehr als 300 abgelehnten Aufnahmeanträge, weil diese Makler nicht die Mindestanforderungen der Genossenschaft erfüllen konnten.

Die Kriterien waren zuletzt angepasst worden. So zählen nun drei Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsbranche (statt als Versicherungsmakler) sowie ganz neu weniger als 20 Prozent Honorare am Umsatz aus Versicherungs-Vermittlung und -beratung.

Die Gemeinschaft unserer angeschlossenen Kollegen hat rund eine Milliarde Euro an Courtageinnahmen erwirtschaftet.

Hermann Hübner, Vema-Vorstandschef

Genaue Zahlen zu Umsätzen und Courtagen

Zu den Geschäftszahlen sagte Hübner: „Die Gemeinschaft unserer angeschlossenen Kollegen hat rund eine Milliarde Euro an Courtageinnahmen erwirtschaftet.“ Man habe fast überall Steigerungen zum Vorjahr erreicht. Als durchschnittlichen Courtageumsatz je tätige Person gibt Vema je 50.000 Euro pro Jahr an.

Anders als Pools arbeite man überwiegend mit Direktanbindungen seiner Makler-Partner an die Versicherer und bilanziere damit nicht den Gesamtumsatz, sondern nur den Nettoumsatz. „Der ist mit dem Rohertrag bei Pools vergleichbar“, so Hübner. „Diese Konstruktion ist werthaltiger als ein Poolkonto“, so der Vorstandschef auf Nachfrage. Von den Versicherern kassiere man dennoch einen Overhead.

Vor Erlösschmälerung durch Umsatzrückvergütung an die Partner in Höhe von fast 2,3 Millionen Euro und die Weiterleitungen aus dem Verbundservice lag der Umsatz bei rund 13 (Vorjahr rund 11,2) Millionen Euro. Das Eigenkapital wuchs um 1,8 Millionen auf 11,3 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote auf 74 Prozent. „Wir fühlen uns gut aufgestellt“, so Hübner.

Der Markt bietet knapp 4.000 Maklerfirmen, die zu unserer Gemeinschaft passen würden.

Andreas Brunner, Vema-Vorstand

Mehrwerte und weitere Partnergewinnung

Bewährt habe sich das Geschäftsmodell, das in den 20 Jahren des Bestehens der Vema nahezu unverändert geblieben sei. Weiterhin gelte das Motto: „Mehrwerte bieten“.

Andreas Brunner (Bild: Pohl)
Andreas Brunner (Bild: Pohl)

Der Vertrieb verfolge weiter das Ziel, jedes Jahr rund 200 bis 300 neue Partner zu gewinnen. Dazu würde die Hälfte der Vertriebskapazitäten eingesetzt. Die andere Hälfte werde in qualitativ hochwertige Weiterbildung investiert. „Der Markt bietet knapp 4.000 Maklerfirmen, die zu unserer Gemeinschaft passen würden“, erklärte Andreas Brunner.

Der stellvertretende Vorstandschef zählte anschließend ein paar Fakten zur Weiterbildung auf. Da zählt sich die Vema zu den führenden Anbietern am Markt. 2017 nahmen fast 50.000 Teilnehmer an Schulungen teil (VersicherungsJournal 22.1.2018).

Nach dem erfolgreichen Start des Zertifikatslehrgangs „Vema-Vorsorgeberater“ kämen 2018 noch die Lehrgänge „Vema-Gewerbesachberater“ und „Vema-Gewerbehaftpflicht-Berater“ hinzu. Sie dauerten jeweils dreimal zwei Tage und endeten mit einer Abschlussprüfung. „Pro zwei Tage kostet dies den Makler 190 Euro“, so Brunner auf Nachfrage.

Digitalisierung bis ins Maklerbüro

Zu den wichtigsten Dienstleistungen der Vema zählen ein umfangreiches Produktmanagement mit eigenen Deckungskonzepten, das Vema-Extranet mit 1.800 Produktseiten, Bestandsupdates zur einfachen Aktualisierung von Beständen sowie Ansprechpartner für schwierige Anfragen.

Die Produktseiten wurden 2017 mehr als 6,6 Millionen Mal aufgerufen. Über die eigenen Tarifrechner wurden knapp eine Million Angebote erstellt und rund 177.000 Deckungsnoten an die Versicherer verschickt, so die Vema. Das Produktportfolio wird permanent optimiert und ergänzt, heißt es. Bereits heute arbeite man mit mehr als 100 Versicherern zusammen, 2018 werden weitere folgen.

Mit ihren Produkterweiterungen sorgt die Vema eigenen Aussagen zufolge für Innovationen am Markt, von denen die Partner profitieren. Dabei setze man voll auf Digitalisierung. Schon jetzt würden 68 Prozent aller Antragsprozesse dunkel verarbeitet. Man sei in Gesprächen mit Versicherern, um dies auch bei Bestandsübertragungen und der Schadenbearbeitung hinzubekommen, blickte Hübner voraus.

„Ab sofort ist der zentrale Dokumentenabruf über die neue Postbox für alle Partner freigeschaltet“, sagte Brunner. Zuvor war dies mit 150 Maklerfirmen getestet worden. Der Abruf basiere auf der zentralen Passwortverwaltung innerhalb des Vema-Extranets. Das Backoffice im Maklerbüro könne so die Dokumente aller Versicherer an einer einzigen Stelle abrufen und somit viel Zeit sparen.

Es häufen sich die Versuche mancher Versicherer, eigene Pflichten über Nachträge zur Courtagezusage auf die Makler abzuwälzen.

Hermann Hübner, Vema-Vorstandschef

Vema-Kodex soll Rechte der Makler stärken

Hübner kündigte vor Journalisten an, gegenüber den Versicherern einen eigenen Vema-Kodex durchsetzen zu wollen. Anlass sei die DSGVO, die zum Aktualisieren von Courtagezusagen anreize.

„Es häufen sich die Versuche mancher Versicherer, eigene Pflichten über Nachträge zur Courtagezusage auf die Makler abzuwälzen“, kritisierte Hübner. Solche massiven Eingriffe in die Unabhängigkeit des Maklers seien nicht weiter hinnehmbar.

Es gehe vor allem um Fairness bei Betreuungscourtagen im selbst abgeschlossenen Geschäft und um die Beschränkung der Bürokratie auf das gesetzlich vorgeschriebene Maß. Ähnlich wie mit den Vema-Klauselbögen im Gewerbegeschäft wolle man nun auch im Privatkundengeschäft, speziell in der Lebens- und Krankenversicherung, Standards setzen, damit die Kooperation zwischen Makler und Versicherer nicht belastet wird.

Die Haftpflichtkasse VVaG hat den Kodex bereits akzeptiert“, so Hübner. Weitere Versicherer würden nun aktiv angesprochen. Es werde aber kein Produktionsboykott geben.

Die besten Maklerbetreuer

Gestern Abend hat die Vema auf ihrer Veranstaltung die „Besten Maklerbetreuer 2017“ bekannt gegeben. Ausgezeichnet wurden:

  1. Platz: Klaus Krämer, Versicherungskammer Bayern (zum fünften Mal hintereinander)
  2. Platz: Heinz-Jürgen Rom, Volkswohl Bund Versicherungen (wie 2016 und 2017)
  3. Platz: Jessica Bergmann, Continentale Versicherungsgruppe (zum dritten Mal hintereinander)
Maklerbetreuer des Jahres, v.l.n.r.: Klaus Kramer, Jessica Bergmann, Heinz-Jürgen Rom, dazwischen Vema-Vorstand Andreas Brunner (Zweiter v.r.) (Bild: Pohl)
v.l.n.r.: Klaus Krämer, Jessica Bergmann, Andreas Brunner, Heinz-Jürgen Rom
(Bild: Pohl)

Die Auszeichnung ist das Ergebnis einer Befragung der Vema-Partner.

 
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