Studie: Vielen fehlt Vertrauen in Cybersicherheit

6.11.2019 – Rund drei Viertel gaben in einer RSM-Umfrage unter Firmen an, sich durch Cyberkriminalität bedroht zu fühlen. Gleichzeitig glauben fast zwei Drittel, dass Maßnahmen für Cybersicherheit den Aktivitäten der Hacker hinterherhinken. Nichts zu tun, sei aber trotzdem keine Option, betont Studien-Coautor Gregor Strobl.

WERBUNG

72 Prozent von 597 für die RSM-Studie „Catch 22: Digital transformation and its impact on cybersecurity“ befragten europäischen Unternehmensmanagern fühlen sich durch Cyberkriminalität gefährdet.

RSM ist ein internationales Netzwerk von Wirtschaftsprüfungs-, Steuer- und Beratungsgesellschaften. Für die Studie wurden in 33 Ländern der „European-Business-Award-Community“ Firmen mit Umsätzen von weniger als 30 bis über 300 Millionen Euro aus mehreren Branchen befragt, die sich derzeit in einem digitalen Wandel befinden und neue Technologien einführen

Mehrheit glaubt, dass Sicherheit Hackern hinterherhinkt

61 Prozent vertraten die Meinung, dass Hacker raffinierter sind als die Softwareentwickler und im Kampf gegen Cyberkriminalität gewinnen. 64 Prozent glauben zudem, dass sie möglicherweise ohne ihr Wissen gehackt wurden.

39 Prozent sagten, in ihrem Unternehmen sei schon einmal ein Sicherheitsleck aufgetreten. Knapp zwei Drittel davon reagierten mit Investitionen in neue Sicherheitstechnologie, die Hälfte mit Investitionen in die Mitarbeiterschulung, 37 Prozent suchten die Hilfe externer Fachleute. Ein Teil (16 Prozent) investierte in Versicherungen.

Dass ihre Sicherheitsstrategie sie schützen wird, glaubt bloß rund die Hälfte (48 Prozent). 21 Prozent gaben an, über keinen Cybersicherheitsplan zu verfügen.

Hacker „immer zwei Schritte voraus“

„Wenn es um Cybersicherheit geht, ist der Mangel an Vertrauen von Unternehmen verständlich, denn die Realität sieht heute so aus, dass die Bedrohungen größer sind als der Schutz – der Hacker ist immer zwei Schritte voraus“, meint Gregor Strobl, Head of Technology and Cyber Risk Assurance bei RSM Deutschland.

Außerdem gebe es nicht nur mehr Hacker. Man habe auch „auch einen Trend zu Syndikaten gesehen, in denen sich kriminelle Organisationen auf der ganzen Welt zusammenschließen und oft über das Dark Web geopolitisch zusammenarbeiten“, so Strobl. Dies verstärke die Bedrohung.

Nichtstun „keine Option“

„Nichts zu tun, ist jedoch keine Option“, fügt er hinzu. „Investitionen in Kontrollen zur Verhinderung, Aufdeckung, Eindämmung und zum Aufbau von Vertrauen können der Unterschied sein zwischen einer kontrollierten Reaktion mit geringen Auswirkungen oder einem öffentlichen Skandal mit erheblichen finanziellen Verlusten.“

RSM listet in der Studie auch einige „best practices“ auf. Dazu zählt beispielsweise, Firewalls, Betriebssysteme und Antiviren-Software aktuell zu halten, Passwortschutz für das Netzwerk und sich über eine Cyberversicherung Gedanken zu machen.

Cybersicherheit nicht in jedem Vorstand Thema

Studiencover (Bild: RSM)

Cybersicherheit werde derzeit nur selten oder nur gelegentlich auf Vorstandsebene in 54 Prozent der Unternehmen diskutiert. 65 Prozent seien der Ansicht, dass sie auf der Ebene des oberen Managements stärker diskutiert werden muss.

Die Verantwortung für die Bekämpfung der Cyberkriminalität liegt nach Dafürhalten von 31 Prozent beim CEO, 20 Prozent sehen sie beim IT-Manager. „Das Cyber-Risikomanagement muss auf Vorstandsebene durchgeführt werden“, sagt Strobl dazu.

Notwendigkeit von Investitionen oft nicht erkannt

„Allzu oft“ erkenne die Unternehmensleitung die Notwendigkeit von Investitionen in die Cybersicherheit nicht und wiege sich in dem Glauben, dass es keinen Sicherheitsvorfall geben wird, weil sie – soweit sie weiß – noch keinen erlebt hat.

Dies sei ein besonderes Problem für kleine Unternehmen mit begrenztem Budget, in denen es keinen CIO oder IT-Direktor gibt und der CEO nur eingeschränkte Kenntnisse über Cyberkriminalität hat. „Das wird sich zwar wegen der zunehmenden Zahl von Verstößen und öffentlichen Geldbußen ändern“, erwartet Stroble.

Die Publikation „Catch 22: Digital transformation and its impact on cybersecurity“ (englisch) kann von der RSM-Webseite zur Studie heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Cyberversicherung · Marktforschung · Mitarbeiter
 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Wie gehen Sie mit dem zunehmenden Effizienzdruck um?

Die neue BVK-Studie deckt die Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs auf und zeigt Ihnen, wie auch Sie Ihren Betrieb effizienter gestalten und sich für die Zukunft wappnen können.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Wie tickt Ihr Kunde?

Manchmal rennt man in Verkaufsgesprächen immer wieder gegen die Wand.

Woran es liegt und was Sie daran ändern können, erfahren Sie in einem Buch des VersicherungsJournals.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
17.9.2019 – Die Bedeutung von IT-Versicherungen steigt bei Gewerbekunden und ihren Dienstleistern. Allerdings ist die Unkenntnis über Leistungen und Deckung noch groß, wie eine Umfrage von Hiscox zeigt. (Bild: Hiscox) mehr ...
 
24.4.2019 – Deutsche Firmen erleiden laut einer neuen Studie bei Cybervorfällen den höchsten Durchschnittsschaden – und ziehen zum Großteil keine Lehren daraus. Viele haben zudem falsche Vorstellungen von ihrer Versicherung gegen Risiken aus dem Netz. (Bild: Hiscox) mehr ...
 
18.4.2019 – Das Geschäft mit Cyber-Policen für Endkunden steht noch am Anfang. Dennoch sehen über ein Drittel der Makler und Mehrfachagenten hier Geschäftspotenzial mit eher ungewöhnlichen Favoriten. (Bild: MRTK) mehr ...
 
16.4.2019 – Unabhängige Vermittler beurteilen das Marktpotenzial von gewerblichen Cyber-Policen deutlich anders als vor einem Jahr. Dabei steht eine Zielgruppe im Mittelpunkt. Das offenbart eine aktuelle Umfrage. Bei den Top-Anbietern sind zwei Spezialisten ganz vorne. (Bild: MRTK) mehr ...
 
20.9.2018 – Kleinere Firmen bis 20 Mitarbeitern sind sich über die Risiken einer Cyberattacke noch nicht im Klaren, zeigt eine Umfrage. Warum die Betriebe die Leistungen einer Cyberversicherung trotzdem zu schätzen wissen und was sie von ihrem Schutz erwarten. (Bild: Cyberdirekt) mehr ...
 
30.8.2018 – Das elektronische Gesundheitsnetz steht kurz vor der Umsetzung, bis Ende des Jahres müssen die entscheidenden Schritte gemacht sein. Über die Schwierigkeiten, die Arztpraxen und Apotheker damit haben, berichtet eine aktuelle Umfrage. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
20.4.2018 – Das Thema Datenschutz wird derzeit so strapaziert wie kaum ein anderes. Dennoch ignorieren viele Klein- und Mittelbetriebe offenbar bisher den Stichtag 25. Mai. Neuste Umfragen schlagen Alarm: Viele Unternehmen riskieren Bußen und anderen Ärger. (Bild: Absolit) mehr ...
 
3.4.2018 – Zusammen mit einem Start-up hat der Versicherer einen Schutz gegen Cyberattacken mit drei Verteidigungslinien entwickelt. Zielgruppe für die Bausteinpolice sind kleine und mittlere Unternehmen. Auch für Makler könnte der Schutz interessant sein. (Bild: Signal Iduna) mehr ...