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Statistiker schlagen Alarm: 12,9 Millionen Neurentner in den nächsten 15 Jahren

5.8.2022 – Innerhalb von eineinhalb Dekaden werden knapp 30 Prozent aller Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter erreichen. Die jüngeren Altersgruppen werden sie zahlenmäßig nicht ersetzen können. Das zeigt eine Auswertung von Destatis.

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Bis zum Jahr 2036 werden 12,9 Millionen Erwerbspersonen das Renteneintrittsalter überschritten haben. Dies entspricht laut dem Mikrozensus 2021 knapp 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Das berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag.

Die Babyboomer, geboren zwischen 1957 und 1969, werden damit die Entwicklung des Arbeitskräfteangebots in Deutschland erheblich beeinflussen. Denn sie stellen die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge. Die jüngeren Altersgruppen werden sie nicht ersetzen können, so die Statistiker.

50- bis 59-Jährige sind noch überwiegend erwerbstätig

Destatis hat Fünfjahres-Altersgruppen gebildet. Die 60- bis 64-Jährigen kommen noch auf eine Erwerbsbeteiligung von 63 Prozent, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es aktuell 86 Prozent oder 11,3 Millionen Menschen.

Die 40- bis 49-Jährigen zählen hingegen nur 8,9 Millionen Beschäftigte – obwohl beide Altersgruppen mit jeweils 89 Prozent die höchste Erwerbsquote erreichen. Auch die noch relativ große Einheit der 30- bis 34-Jährigen reiche im Umfang nicht mehr an die älteren der Babyboomer heran, heißt es.

Die beiden jüngsten Altersklassen ergeben zusammen 8,4 Millionen Erwerbspersonen. Allerdings agieren noch nicht alle auf dem Arbeitsmarkt. Bei den 15- bis 19-Jährigen sind es derzeit 29 Prozent und bei den 20- bis 24-Jährigen 71 Prozent.

Frauen könnten zur Aktivierung beitragen

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist nach wie vor deutlich niedriger als die der Männer. Bei den 30 bis 39-Jährigen beträgt die Differenz elf Prozentpunkte, bei den Gruppen zwischen 40 und 64 Jahren im Schnitt etwas über acht Prozentpunkte.

Eine größere Arbeitsmarkt-Partizipation von Frauen könnte zur Aktivierung eines insgesamt größeren Erwerbspersonen-Potenzials beitragen, wird berichtet.

Neurantner (Bild: Destatis)

Weitere Statistiken

Die Statistiken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zeigen, dass die Deutschen immer später in Rente gehen. Im vergangenen Jahr lag das Renteneintrittsalter im Schnitt bei 64,3 Jahren – das waren fast zwei Jahre mehr als noch zur Jahrtausendwende (VersicherungsJournal 20.9.2021).

Gleichzeitig wird die Mehrheit der Neurenten mittlerweile ohne Abschläge gezahlt. Im Jahr 2020 haben nur 23,5 Prozent der Personen, die erstmals eine Altersrente erhielten, Rentenabschläge in Kauf genommen. In den Jahren 2008 bis 2011 lag der Anteil der gekürzten Leistungen bei den Neurentnern noch zwischen 45,2 und 48,2 Prozent (25.10.2021).

Die Statistiker der DRV haben zudem errechnet, dass der durchschnittlich ausgezahlte Rentenbetrag 2021 – also bereits abzüglich der auch von Rentenbeziehern zu zahlenden Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung – je Rentenbezieher monatlich knapp 993 Euro vor Steuern betrug.

Die Regelaltersrente, die 41 Prozent aller Altersrentner beziehen, lag im Schnitt bei 697 Euro im Monat (20.6.2022).

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Pflegeversicherung · Rente · Steuern
 
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