So viele GKV-Mitglieder wie noch nie zuvor

12.2.2019 – Anfang 2019 hat sich die Mitgliederzahl in der GKV auf einen Rekordwert von fast 56,7 Millionen erhöht. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor. Auf Jahressicht betrachtet betrug das Mitgliederplus in der GKV über 400.000, das zu einem Großteil aufs Konto der Ortskrankenkassen ging. Seit Anfang 2012 haben die Ersatzkassen ihren Mitgliederanteil am stärksten ausgebaut, die Betriebskrankenkassen am stärksten eingebüßt. Zurückzuführen ist dies auf einen Sonderfaktor.

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Zum 1. Januar 2019 ist die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland auf den neuen Tiefststand von 109 gesunken (VersicherungsJournal 14.1.2019).

Die Zahl der Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist hingegen zum gleichen Zeitpunkt auf den neuen Rekordwert von 56,69 Millionen gestiegen. Dies zeigen aktuelle Zahlen aus dem Bundesgesundheits-Ministerium (BMG).

Zuwachs hat sich deutlich abgeschwächt

Auf Jahressicht betrachtet stand eine Zunahme von fast 412.000 Mitgliedern zu Buche (plus 0,7 Prozent). Im Gesamtjahr 2018 war die Steigerung mit annähernd 700.000 allerdings noch mehr als doppelt so groß ausgefallen (VersicherungsJournal 15.2.2018). Noch deutlich größer war die Zunahme 2015 (plus fast 1,5 Millionen).

Mitgliederentwicklung (Bild: Wichert)

Wie sich aus der BMG-Statistik errechnen lässt, hatten nur drei Kassenarten an dem Aufwärtstrend teil. So entfielen fast drei Viertel des Zuwachses auf die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen). Die Ersatzkrankenkassen hatten ein so gerade eben sechsstelliges Wachstum zu verzeichnen. Die Betriebskrankenkassen (BKKen) gewannen im hohen fünfstelligen Bereich Mitglieder hinzu.

Mitgliederverluste in einer Spanne zwischen 40.000 und 30.000 hatten die Knappschaft und die Innungskrankenkassen zu verzeichnen. Einbußen im niedrigen fünfstelligen Bereich hatte die Landwirtschaftliche Krankenversicherung hinzunehmen.

Mitglieder nach Kassenart (Bild: Wichert)

Veränderungen bei den Marktanteilen

Größte Kassenart sind weiterhin die Ersatzkassen – mit erstmals über 22 Millionen Mitgliedern (Stand: 1. Januar 2019). Dies entspricht einem Anteil von 38,8 (Vorjahr: 38,9) Prozent. Knapp dahinter folgen die AOKen mit fast 20,7 Millionen Mitgliedern, was einen Anteil von 36,5 (36,2) Prozent bedeutet.

Die BKKen kommen auf einen Anteil von 14,4 (14,5) Prozent. Die anderen drei Kassenarten liegen bei 7,0 (7,1) Prozent (IKKen), 2,3 (2,4) Prozent (Knappschaft) beziehungsweise 0,8 (0,9) Prozent (Landwirtschaftliche Krankenversicherung).

Größter Verlierer waren die Betriebskrankenkassen

Im Vergleich zu Anfang 2012 haben sich die Marktanteile kräftig verschoben. So gewannen die Ersatzkassen fast 1,6 Prozentpunkte und die AOKen knapp 1,4 Prozentpunkte hinzu. Die IKKen, die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenversicherung büßten zwischen 0,6 und 0,2 Prozentpunkte ein.

Marktanteile (Bild: Wichert)

Größter Verlierer waren im Betrachtungszeitraum die Betriebskrankenkassen, deren Anteil um 1,6 Prozentpunkte schrumpfte. Dies dürfte – wie auch der sehr große Zuwachs bei den Ersatzkassen – zum Großteil auf die kassenartübergreifende Fusion der Deutschen BKK mit der Barmer GEK zur Barmer (VersicherungsJournal 11.11.2015) zurückzuführen sein. Dadurch verlor das BKK-Lager knapp 900.000 Mitglieder an das Ersatzkassen-Lager.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesetzliche Krankenversicherung · Gesundheitsreform · Marktanteil
 
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