So viel verdienen Nachwuchskräfte in der Finanzbranche

8.10.2018 – Bei Versicherern und Banken verdienen die Mitarbeiter mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung überdurchschnittlich gut. Dies ist ein Ergebnis des „Young Professionals Barometers“ von Trendence. Ihre Arbeitszeit liegt nur leicht über dem Gesamtdurchschnitt. Dennoch liegt die Finanzbranche hinsichtlich der Mitarbeiter-Zufriedenheit nur auf dem drittletzten Platz.

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Banken und Versicherern bezahlen Nachwuchs-Fach- und Führungskräften mit am besten. Laut dem jüngst veröffentlichten „Young Professionals Barometer“ der Trendence Institut GmbH erhalten sie im Schnitt ein Bruttoeinkommen (Grundgehalt inklusive Bonuszahlungen) von 64.800 Euro.

Basis der Untersuchung ist eine zwischen Mai und Juli durchgeführte Onlineumfrage unter sogenannten Young Professionals, die als Akademiker mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung definiert sind. Beteiligt haben sich insgesamt 18.113 Personen. 1.167 Umfrageteilnehmer sind bei Versicherern oder Banken beschäftigt, die als Finanzbranche zusammengefasst werden.

Nur die Automobilindustrie zahlt besser

Unter den 14 aufgeführten Branchen schneidet nur die Automobilindustrie besser ab als die Finanzbranche. Dort liegt das Bruttoeinkommen bei durchschnittlich 67.100 Euro. Der Mittelwert über alle erfassten Wirtschaftszweige liegt bei 60.200 Euro.

Am schlechtesten sieht es für den Führungs- und Fachkräftenachwuchs im öffentlichen Sektor aus: Hier liegt das Bruttoeinkommen um fast 14.000 unter dem Gesamtdurchschnitt. Damit bleiben die Young Professionals im öffentlichen Sektor um über 18.000 hinter der Finanzbranche zurück.

Trendence „Young Professionals Barometer“ (Bild: Wichert)

Mitarbeiter von Versicherungs-Unternehmen gehören auch insgesamt zu den gutbezahlten Arbeitnehmern. Dies zeigen periodisch vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Daten (VersicherungsJournal 25.6.2018). Auch bei der Vergütung der Auszubildenden liegt die Assekuranz auf den vorderen Plätzen (VersicherungsJournal 9.1.2018).

Versicherer und Banken gelten als unattraktiv

Trotz der vergleichsweise guten Bezahlung gehören Versicherer und Banken generell nicht zu den Wunsch-Arbeitgebern für den Nachwuchs-Fach- und Führungskräfte – ganz im Gegenteil. So tauchen in der Top 100 nur ein Versicherer und einige wenige Banken auf. Noch relativ am besten schneiden hierbei der Allianz-Konzern und die Europäische Zentralbank ab, die an 25. beziehungsweise 26. Stelle liegen.

Insgesamt landet die Finanzbranche hinsichtlich der Attraktivität lediglich auf dem vorletzten Platz. Schlechter schneidet nur die Medien- und Werbebranche ab (VersicherungsJournal 28.9.2018). Dass es um das Image der Assekuranz alles andere als gut bestellt ist, haben auch verschiedene andere Untersuchungen gezeigt (VersicherungsJournal 30.8.2018, 22.3.2018).

Finanzbranche: Zufriedenheit ist ausbaufähig

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei einem Blick auf diejenigen Young Professionals, die bei Banken und Versicherern beschäftigt sind. Der Trendence-Studie zufolge sind zwar rund acht von zehn davon zufrieden mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber (Antwortoptionen „sehr zufrieden“ und „eher zufrieden“ auf einer vierstufigen Skala).

Trendence „Young Professionals Barometer“ (Bild: Wichert)

Dies stellt allerdings den drittschlechtesten Wert unter allen aufgeführten Branchen dar. Eine noch niedrigere Zufriedenheit gibt es nur in der Logistik- und Tourismus- sowie in der Medien- und Werbebranche. Spitzenreiter sind die Bereiche „Telekommunikation und IT“ sowie „Elektrotechnik und Elektronik“ mit jeweils knapp 86 Prozent zufriedenen Mitarbeitern.

Im Schnitt knapp 44 Stunden pro Woche

Im Rahmen der Umfrage auch ermittelt, wie viele Stunden der Führungsnachwuchs wöchentlich arbeitet. Inklusive Überstunden errechnet sich über alle Wirtschaftszweige hinweg ein Durchschnittswert von 43,9 Stunden.

Trendence „Young Professionals Barometer“ (Bild: Wichert)

Für die Finanzbranche wird ein leicht überdurchschnittlicher Wert von 44,4 Stunden ausgewiesen. Damit landet diese hauchdünn hinter den beiden Branchen „Handel“ und „Konsumgüter“ an vierter Stelle. Den größten zeitlichen Einsatz wird den Young Professionals im Bereich „Consulting und Wirtschaftsprüfung“ mit im Schnitt 48 Wochenarbeitsstunden abverlangt. Am geringsten ist die tatsächliche Arbeitszeit in der Elektro(tech)nik-Branche mit 42,2 Stunden.

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Ausbildung · Marktforschung · Mitarbeiter · Versicherungsvertreter
 
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