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So viel geben die Bürger für Versicherungspolicen aus

6.3.2019 – Jeder Europäer investierte 2017 im Schnitt 2.030 Euro in Versicherungen, wie aktuelle Zahlen von Insurance Europe zeigen. Deutschland liegt mit fast 2.400 zwar deutlich über dem Schnitt, landet damit aber nur im Mittelfeld. Spitzenreiter ist die Dänemark. Hinsichtlich der Versicherungs-Durchdringung (Versicherungsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt) liegt die Bundesrepublik ebenfalls im Mittelfeld, aber unter dem Europa-Schnitt.

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Die europäische Versicherungswirtschaft hat im Jahr 2017 gut 1,2 Billionen Euro an gebuchten Bruttoprämien eingesammelt. Davon entfielen nach Angaben von Insurance Europe rund 710 Milliarden Euro auf Lebensversicherungen und gut 500 Milliarden Euro auf die Nichtleben-Sparten.

Asien überholt Nordamerika und Europa

Damit kommt Europa auf einen Anteil von 30,2 Prozent am weltweiten Prämienaufkommen, wie aus den am Montag veröffentlichten Geschäftszahlen für das Jahr 2017 hervorgeht. Berücksichtigt sind die Daten von 32 europäischen Mitgliedsländern.

Dabei ging es global gesehen nur um vier Prozent auf fast 4,9 Billionen US-Dollar (umgerechnet rund 4,3 Billionen Euro) aufwärts. Auf diesem Kontinent erhöhten sich die Erlöse mit 4,7 Prozent noch etwas stärker (VersicherungsJournal 5.3.2019). Noch kräftiger wuchsen der asiatische und der lateinamerikanische Markt (plus sieben beziehungsweise plus zehn Prozent).

Asien konnte damit die im Jahr zuvor übernommene Spitzenposition (VersicherungsJournal 8.3.2018) verteidigen und mit einem Anteil von 32,5 Prozent den Vorsprung auf Nordamerika auf rund zwei Prozentpunkte ausbauen. An dritter Stelle folgt unverändert der europäische Versicherungsmarkt – wenn auch nur noch mit hauchdünn über 30 Prozent.

Versicherungsprämien nach Kontinenten (Bild: Wichert)

Pro-Kopf-Versicherungsausgaben: Deutschland im Mittelfeld

Wie aus dem Datenmaterial von Insurance Europe weiter hervorgeht, wurden 2017 im Schnitt 2.030 Euro pro Kopf für Versicherungen ausgegeben. Deutschland liegt mit 2.393 Euro Ausgaben für Versicherungspolicen pro Bundesbürger (VersicherungsJournal 13.9.2017) zwar um etwa ein Sechstel über dem europäischen Durchschnitt.

Allerdings kommt Deutschland nur auf den neunten Rang im Vergleich der Mitgliedsländer des Versichererverbandes. Spitzenreiter ist Dänemark mit rund 5.400 Euro. Schlusslicht ist Rumänien mit unter 100 Euro.

Die Bundesrepublik liegt zudem deutlich hinter zwei der drei anderen großen europäischen Märkte zurück. So gaben die Briten 2016 pro Kopf im Schnitt weit über 4.000 Euro für Versicherungen aus, die Franzosen klar über 3.000 Euro pro Einwohner. Für Italien werden leicht unterdurchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben von rund 2.200 Euro ausgewiesen.

Versicherungsdichte (Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen) nach Ländern (Bild: Insurance Europe)
Versicherungsdichte (Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen) nach Ländern (Bild: Insurance Europe). Zum Vergrößern Bild klicken.

Deutschland: Unterdurchschnittliche Versicherungsdichte in Leben

Betrachtet man die Sparte Lebensversicherung, so rangierte Deutschland mit nicht ganz 1.100 Euro pro Einwohner auf Platz elf. Pensionskassen und Pensionsfonds sind in diesem Länderergebnis mit eingerechnet. Der europäische Durchschnittswert beträgt Insurance Europe zufolge 1.188 Euro.

Im Ländervergleich liegt Dänemark vor Finnland an der Spitze. Für die Dänen werden Pro-Kopf-Ausgaben von etwa 3.800 Euro und für die Finnen von circa 3.400 Euro ausgewiesen. Großbritannien liegt hier mit annähernd 3.000 Euro an vierter Stelle, Frankreich mit knapp über 2.000 Euro an Position sieben und Italien mit über 1.600 Euro auf Rang neun.

Riesige Unterschiede bei der Versicherungs-Durchdringung

Die durchschnittliche Versicherungs-Durchdringung – also das Prämienvolumen in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – ist 2017 europaweit angestiegen: von fast 7,4 Prozent auf über 7,5 Prozent.

Dies ist wesentlich dem Zuwachs in der Lebensversicherung um einen Zehntelpunkte auf 4,4 Prozent geschuldet. In der Gesundheitsvorsorge sowie der Kompositversicherung ging es nur jeweils leicht bergauf.

Sieben Länder über dem Durchschnitt

Die Unterschiede auf Länderebene sind gewaltig: Während die Versicherungs-Durchdringung in Großbritannien, Dänemark und Finnland bei über zehn Prozent lag, wird für Lettland nur ein Wert von nicht einmal einem Prozent ausgewiesen.

Insgesamt übertrafen nur sieben Ländermärkte den europäischen Schnitt. Für Deutschland nennt Insurance Europe einen unterdurchschnittlichen Wert von gut sechs Prozent. Italien liegt leicht über dem Schnitt, Frankreich mit über neun Prozent sogar relativ deutlich.

Versicherungs-Durchdringung (Versicherungsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt) nach Ländern (Bild: Insurance Europe)
Versicherungs-Durchdringung (Versicherungsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt) nach Ländern (Bild: Insurance Europe). Zum Vergrößern Bild klicken.

In der Lebensversicherung kommt Deutschland mit einer Versicherungs-Durchdringung von unter drei Prozent sogar nur auf Position zwölf. Spitzenreiter sind Großbritannien und Finnland mit jeweils über acht Prozent, gefolgt von Dänemark und Großbritannien (mit jeweils über sieben Prozent). Auf den Plätzen vier und fünf liegen Italien und Frankreich mit jeweils unter sechs Prozent.

 
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