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So teuer sind Kfz-Haftpflichtschäden für die Assekuranz

23.11.2020 – Im Straßenverkehr hat es im vergangenen Jahr in Sachen Haftpflichtschäden zwar seltener geknallt. Aber wenn, dann wird es deutlich teurer. Dies zeigt sich in der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für 2019.

Die Anzahl der im Kalenderjahr gemeldeten Haftpflichtschäden von Personenkraftwagen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) ist im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 2,72 Millionen zurückgegangen. Andererseits hat die Zahl der versicherten Pkw um 1,1 Prozent auf fast 45,1 Millionen Jahreseinheit zugenommen.

Dies ist der „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2019“ zu entnehmen. Die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegebene Statistik beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Damit fiel der Zuwachs bei den Einheiten geringer aus als mit 1,3 Prozent im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 14.1.2020). 2017 war es sogar noch um 1,5 Prozent aufwärts gegangen (21.1.2019).

Immer mehr Flottenfahrzeuge

Als Flottenfahrzeug versichert waren im Berichtsjahr 5,74 Prozent der Pkw (2018: 5,63; 2017: 5,42; 2016: 5,22; 2015: 5,02). Bei diesen ist der Statistik zufolge die Schadenhäufigkeit ein weiteres Mal zurückgegangen – auf 72 Unfälle je 1.000 versicherte Fahrzeuge (2018 76; 2017: 81; 2016: 82).

Der Schadendurchschnitt hat sich hingegen um fast viereinhalb Prozent auf 3.616 Euro erhöht. Dadurch ist der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf von 263 auf 259 Euro gesunken.

Damit liegen Flottenfahrzeuge in zwei von drei Bereichen über den Werten der Fahrzeuggattung insgesamt. 2019 hatten von je 1.000 Pkw statistisch gesehen 60 (62; 64; 65) einen Haftpflichtschaden. Im Schnitt kostete jeder Schaden 3.680 (3.593; 3.451; 3.398) Euro – also rund 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schadenbedarf blieb mit 222 Euro auf Vorjahresniveau.

Zweitfahrer bleiben teurer

84,5 (84,9; 85,4; 86,3; 86,7) Prozent der Personenkraftwagen sind als Erstwagen außerhalb einer Flotte versichert. Deren Schadenhäufigkeit belief sich im vergangenen Jahr auf 59 (61; 63) je 1.000 Gefährte. Pro Ereignis mussten die Versicherer mit im Schnitt 3.646 (3.565) Euro rund 2,3 Prozent mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Der Schadenbedarf wird in der Statistik mit unverändert 216 Euro angegeben.

Schadengeschehen KH (Bild: Wichert)

Weiterhin teurer sind die in der Prämie oft begünstigten Zweitwagen. Bei denen krachte es 2019 mit einer Quote von 63 (65; 68; 72) je 1.000 Einheiten etwas häufiger als bei den Erstwagen, aber seltener als im Flottenbereich.

Der um 2,3 Prozent auf 4.000 Euro gestiegene Durchschnittsschaden (2018: 3.910; 3.789; 3.746 Euro) liegt weiterhin rund zehn Prozent über dem Durchschnitt aller Pkw. Der Schadenbedarf verminderte sich auf 253 (254; 257; 270) Euro.

Erstmals mehr als zehn Milliarden Euro an Schadenaufwendungen

Der in dem Bafin-Zahlenwerk ausgewiesene Schadenbedarf für die WKZ 112 durchbrach im vergangenen Jahr erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro. 670 Millionen davon entfielen auf die Flottenfahrzeuge, 8,2 Milliarden auf die Erst- und 1,1 Milliarden Euro auf die Zweitwagen.

Für Flottengefährte errechnet sich bei den Kosten mit 6,7 Prozent ein um rund einen Prozentpunkt höherer Anteil als bei der Zahl der Fuhrwerke. Bei den Zweitwagen liegt der Anteil an den Aufwendungen mit 11,1 Prozent sogar um 1,4 Prozentpunkte höher. Hingegen entstehen durch Haftpflichtunfälle von Erstwagen mit 82,2 Prozent anteilsmäßig 2,3 Prozentpunkte weniger Kosten.

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Kfz-Versicherung · Pkw · Schadenregulierung · Versicherungsaufsicht
 
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