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So schadenträchtig sind „Rostbeulen“

20.3.2020 – Oldtimer sind am seltensten in einen Haftpflichtschaden verwickelt, 16 bis unter 23 Jahre alte Personenkraftwagen am häufigsten. Bei Letzteren ist auch der höchste Schadenbedarf und -durchschnitt zu beobachten. Dies geht aus der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV für 2018 hervor.

2018 haben die etwa 44,6 Millionen versicherten Personenkraftwagen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) 2,8 Millionen Schäden mit einem Schadenaufwand von über 9,9 Milliarden Euro verursacht. Dies zeigt die „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2018“.

Die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegebene Statistik beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Beamte und Immobilienbesitzer sind die besseren Risiken

Weitere Erkenntnisse: Die im Schnitt von den Haftpflichtversicherern zu zahlende Entschädigung lag zuletzt bei 3.593 (2017: 3.451) Euro. Der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf betrug 222 (221) Euro. Bei den Zweitwagen fällt das Unfallgeschehen für die Versicherer etwas ungünstiger aus (VersicherungsJournal 14.1.2020), bei Flottenfahrzeugen sogar deutlich (14.2.2020).

Bei der Tarifgruppe B, in der die Angehörigen des öffentlichen Dienstes versichert sind, sieht es hingegen klar günstiger aus (17.1.2020). Gleiches gilt auch für das Merkmal „Immobilienbesitz“ (28.1.2020).

Zudem weisen diejenigen, die ihre Haftpflichtprämie einmal im Jahr bezahlen, ein überdurchschnittlich gutes Schadenverhalten auf. Die Statistik zeigt weiter, dass Unfallhäufigkeit wie auch Schadenbedarf mit steigender jährlicher Fahrleistung zunehmen (27.2.2020).

So wirkt sich das Fahrzeugalter auf das Unfallgeschehen aus

In die Tarifkalkulation fließen zahlreiche weitere Merkmale ein, unter anderem auch das Fahrzeugalter bei Erwerb und das differenzierte Nutzeralter. So stufen viele Versicherer Neu- oder sehr junge Gebrauchtwagen in der Prämie günstiger ein als Fahrzeuge, die beim Erwerb schon viele Jahre alt waren.

Statistisch gesehen ist dies sinnvoll. Denn von den Autos, die beim Kauf jünger als drei Jahre waren, verursachten im vergangenen Jahr nur 57 von 1.000 versicherten Einheiten einen Haftpflichtschaden. Bei den beim Kauf 16 bis unter 23 Jahre alten Gefährten waren es jeweils um die 85 Unfälle je 1.000 versicherte Einheiten. Alle Werte fielen leicht niedriger aus als im Jahr zuvor (25.2.2019).

Bis drei Jahre alte Pkw, die mit 23,4 Millionen Stück und etwa der Hälfte die größte Gruppe darstellen, kamen auf den niedrigsten Schadenbedarf von 196 (2017: 191) Euro. Für die 18 bis 22 Jahre alten Gefährte wird der höchste Wert von 355 (366) Euro ausgewiesen.

Zwischen den Neu- und jungen Gebrauchtwagen und der Gruppe der Personenkraftwagen zwischen 18 und 23 Jahren steigen Schadenhäufigkeit und -bedarf ziemlich gleichmäßig an. In letztgenannter Gruppe liegt der Schadendurchschnitt mit 4.120 (4.070) Euro um über ein Sechstel über dem derjenigen Autos, die beim Kauf noch keine drei Jahre alt waren. Dort sind es nur 3.475 (3.283) Euro.

Sehr alte Autos verunfallen seltener

Von je 1.000 Fuhrwerken, die beim Kauf älter als 23 Jahre waren, verursachten 38 (40) einen Unfall. Das ist mit rund 410.000 Einheiten nicht nur die kleinste, sondern sowohl von der Unfallbeteiligung als auch vom Schadenbedarf her mit 157 (163) Euro die günstigste Gruppe.

Schadengeschehen (Bild: Wichert)

Bei knapp 2,1 Millionen Personenkraftwagen fragen die Anbieter das Merkmal „Fahrzeugalter bei Erwerb“ nicht ab. Für einen von dieser Gruppe verursachten Crash müssen die Haftpflichtversicherer 38 Euro weniger bezahlen als für einen Pkw-Unfall insgesamt. Jeweils leicht überdurchschnittlich ausgeprägt sind die Häufigkeit (66 pro 1.000 Einheiten) sowie der Schadenbedarf (236).

Ein Blick auf die Zeitreihe

Betrachtet man das Unfallgeschehen der noch keine drei Jahre alten Autos zwischen 2013 und 2018, so fällt auf, dass die Zahl der Crashs pro 1.000 Jahreseinheiten ohne größere Schwankungen bei um die 60 liegt.

Hingegen haben die durchschnittlichen Kosten im Betrachtungszeitraum kontinuierlich zugenommen. Dadurch ist auch der Schadenbedarf gestiegen – insgesamt um etwa ein Neuntel.

Schadengeschehen Pkw unter drei Jahre (Bild: Wichert)

Bei den „Rostlauben“ (ab 23 Jahre bei Erwerb) hat sich die Unfallhäufigkeit pro 1.000 Fuhrwerke bei zuletzt leicht rückläufiger Tendenz um die 40 eingependelt. 2013 lag die Zahl allerdings noch circa ein Drittel niedriger.

Der Schadendurchschnitt betrug in den letzten drei Jahren des Beobachtungszeitraums jeweils fast 4.100 (2013: rund 3.700) Euro. Der Schadenbedarf war 2018 trotz zuletzt positiver Entwicklung um etwa die Hälfte höher als fünf Jahre zuvor.

Schadengeschehen bei Pkw 23plus (Bild: Wichert)
 
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