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So entwickeln sich die Immobilienpreise für Bestand und Neubau

22.7.2021 – Neben der steigenden Nachfrage bei knappem Angebot treiben weitere Faktoren die Preise von bestehenden Objekten und Neubauten in die Höhe. Der Trend: Die Kosten für Wohnungen und Häuser im Bestand ziehen kräftiger an als Neubauten. Und Berlin verzeichnet eine größere Preisdynamik als München, so eine aktuelle Auswertung von Immoscout.

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Interessenten, die in den kommenden Monaten eine Immobilie kaufen möchten, stehen vor diversen Herausforderungen: Die Baukosten steigen, die Inflationsrate lag im Juni bei 2,1 Prozent, die hohe Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot. Diese Faktoren treiben die Preise weiter nach oben. Das trifft auf Bestandobjekte genauso zu wie für Neubauten, aber unterschiedlich stark.

Zu diesem Ergebnis kommt das neue „Wohnbarometer“ von Immoscout24, einer Marke der Immobilien Scout GmbH, für das erste Halbjahr 2021. Die Autoren des Marktreports erwarten im laufenden Jahr ein Plus von 11,5 Prozent für Eigentumswohnungen im Bestand und im Neubausegment im Schnitt Steigerungen bis zu knapp neun Prozent.

Die Auswertung gibt eine Übersicht zum Immobilienmarkt in den Top-5-Metropolen in Deutschland im ersten Halbjahr 2021, ergänzt durch Preisprognosen für die kommenden zwölf Monate.

Zur Methodik

Das „Wohnbarometer“ ist eine Auswertung zur Entwicklung des deutschen Immobilienmarkts. „Die Untersuchung gibt die Preisentwicklung in realen Angebotspreisen wieder, ergänzt um einen Indikator zum Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie eine Preisprognose für die nächsten zwölf Monate“, so die Aussage von Immoscout.

Die Datenbasis umfasst laut Firmenangaben über 8,5 Millionen Inserate der vergangenen fünf Jahre auf dem eigenen Portal. Dabei werden Eigentumswohnungen-, Einfamilienhäuser- und Inserate zu Mietangeboten analysiert. Die angezeigten Werte würden für Referenzobjekte für den jeweils betrachtetem Immobilientyp durch einen Algorithmus ermittelt.

Für Wohnungen, die zum Verkauf stehen, wird eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern Wohnfläche zugrunde gelegt. Das betrachtete Einfamilienhaus hat 140 Quadratmeter Wohnfläche und einen Grundstücksanteil von 600 Quadratmetern. Die Kategorie Neubau enthält alle Angebote mit einem Alter von maximal zwei Jahren zum jeweiligen Bestimmungszeitpunkt.

Die Nachfrage im Verhältnis zum Angebot haben die Autoren nach eigenen Angaben auf Basis der Kontaktanfragen pro Inserat des jeweiligen Immobilientyps pro Woche berechnet. Die Preisprognose basiere ebenfalls auf dem angewandten Algorithmus.

Immobilienangebote im zweiten Quartal 2021 (Bild: Immoscout24)
Immobilienangebote im zweiten Quartal 2021 (Bild: Immoscout24)

Bestandsobjekte legen deutlich zu

Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen legten im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2020 um neun Prozent zu. Im Schnitt kostete der Quadratmeter für diese Objektart 2.492 Euro.

Für neue Wohnungen legten die Preise dagegen nur um 7,9 Prozent zu. Das Angebot auf dem Portal lag im Juni im Schnitt bei 3.660 Euro pro Quadratmeter. Den Trend, dass der Bestand für Käufer attraktiver wird, beobachtete das Unternehmen bereits bei der Vorlage des vorherigen Wohnbarometern (VersicherungsJournal 18.5.2021).

Immoscout24 prognostiziert bei Eigentumswohnungen im Bestand einen Anstieg der Angebotspreise von 11,5 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate. Für Neubauwohnungen sagt das Portal ein Plus von 8,7 Prozent voraus. Für die Preisprognose fließen laut Unternehmensangaben der verfügbare und geplante Wohngebäudebestand in die Berechnung ein.

Wohnbarometer: Entwicklungen im Jahresvergleich

Deutschlandweite Trends

Kaufwohnungen Bestand

Kaufwohnungen Neubau

Hauskauf Bestand

Hauskauf Neubau

Preisentwicklung Jahresvergleich

14 Prozent

10,3 Prozent

10,5 Prozent

11,8 Prozent

Preisentwicklung: 2. Halbjahr 2021 zu 2. HJ 2020

9,0 Prozent

7,9 Prozent

7,4 Prozent

5,0 Prozent

Quadratmeterpreis Juni 2021

2.492 Euro

3.660 Euro

2.701 Euro

3.209 Euro

Prognose: Preisentwicklung in 12 Monaten

11,5 Prozent

8,7 Prozent

6,4 Prozent

5,8 Prozent

Häuser: Nachfrage und Kosten steigen

Nicht nur Wohnungen sind für Käufer attraktiv, sondern auch Einfamilienhäuser. Der Angebotspreis eines Hauses im Bestand stieg im ersten Halbjahr 2021 im bundesdeutschen Schnitt gegenüber dem zweiten Halbjahr 2020 um 7,4 Prozent auf 2.701 Euro pro Quadratmeter. Neubauten boten die Verkäufer fünf Prozent teurer an. Der Quadratmeter kostete im Schnitt 3.209 Euro.

Die Prognose des Portals für Häuser lautet: Die Kosten für Bestandsobjekte werden in den kommenden zwölf Monaten um weitere 6,4 Prozent zulegen, Neubauten um 5,8 Prozent.

„Angesichts der gestiegenen Baukosten sowie der Inflationsrate von 2,1 Prozent im Juni sind die aktuellen Preissteigerungen erklärbar. Hinzu kommt die weiterhin hohe Nachfrage nach Kaufimmobilien, die den Preis nach oben treibt“, lässt sich Ralf Weitz, Geschäftsführer von Immoscout24, zu den Ergebnissen der Auswertung zitieren.

Trends in deutschen Großstädten

Die höchste Preisdynamik bei gebrauchten Eigentumswohnungen zeigte im zweiten Quartal Köln mit einem Plus von 6,6 Prozent auf 4.078 Euro pro Quadratmeter. Danach folgen Berlin (4.701 Euro pro Quadratmeter) und Hamburg (5.084 Euro) mit einem Anstieg um jeweils 4,8 Prozent.

In München, bisher immer als teuerstes Pflaster der Republik gehandelt, bleibt das Preisniveau hoch, steigt aber nur noch minimal. Derzeit zahlt man in der bayerischen Landeshauptstadt 7.607 Euro pro Quadratmeter für eine Bestandswohnung, das entspricht im Quartalvergleich einem Anstieg von 1,7 Prozent.

Die Prognose: Das Portal rechnet für Berlin mit einem Anstieg von 13,5 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate für Bestands-Eigentumswohnungen. Auch für Köln prognostiziert Immoscout24 aufgrund der hohen Nachfrage ein Plus von 9,2 Prozent. Mit der geringsten Steigerung wird für Frankfurt am Main mit 4,8 Prozent gerechnet.

Gegensätzliche Trend für Berlin und München

Neue Einfamilienhäuser werden in Berlin für Käufer teurer. Die Preise sind mit 4.685 Euro pro Quadratmeter dabei die preiswertesten im Metropolenvergleich. Auch Einfamilienhäuser im Bestand sind in Berlin mit 4.320 Euro pro Quadratmeter im Vergleich der Top-5-Metropolen am günstigsten.

In München beobachtet das Portal dagegen nur noch einen moderaten Anstieg, bei neuen Häusern ist der Trend mit minus 0,5 Prozent sogar leicht rückläufig.

Für Berliner Häuser sagt das Portal die größten Preiszuwächse auf Zwölf-Monats-Sicht voraus, mit 9,8 Prozent im Bestand und zehn Prozent im Neubau. Demgegenüber wird für München im Neubau nur 1,8 Prozent Preiswachstum in den nächsten zwölf Monaten erwartet sowie 4,2 Prozent im Bestand.

Andere Prognose, andere Ergebnisse

Die Stiftung Warentest analysierte im Juli Immobilienpreise und Mieten für insgesamt 160 Städte und Landkreise. Der Trend: Die Preise steigen für Käufer weiter, die Mieten legen nur noch leicht zu. Schnäppchen gibt es für Interessen vor allem in Ostdeutschland, in den Großstädten wird es eng (19.7.2021).

Bei den Prognosen beschränkt sich Finanztest in dem vorliegenden Bericht auf das Jahr 2021. In zahlreichen Städten und Kreisen rechnen die Autoren in ihrem Bericht für die August-Ausgabe von Finanztest aufgrund der hohen Nachfrage mit einem Anstieg der Preise von vier Prozent und mehr.

Die Postbank – eine Niederlassung der Deutschen Bank AG sagt in ihrem „Wohnatlas 2021“ dagegen steigende Preise bis 2030 für die Hälfte der 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte voraus (28.4.2021). Eine Trendwende prognostiziert die Deutsche Bank AG. Das Finanzinstitut geht aufgrund einer Überbewertung (27.4.2021) von einem Ende des Immobilienbooms im Jahr 2024 aus (9.3.2021).

Die Deutsche Bank gibt aber für elf verschiedene Metropolen ganz unterschiedliche Bewertungen ab. Steigen werde die Nachfrage weiterhin in Berlin und Leipzig, entspannen werde sich die Lage dagegen in Hamburg, Bremen und München (15.3.2021).

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Beitragsrückerstattung · Immobilie · Verkauf
 
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