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Sind Taxifahrer und Chauffeure die besseren Autofahrer?

4.5.2020 – Schadenhäufigkeit, -durchschnitt und -bedarf liegen bei den Miet-Pkw mit Fahrer deutlich höher und bei den Taxen massiv höher als bei den Personenkraftwagen insgesamt. Dies zeigt die gemeinschaftliche Kraftfahrt-Statistik 2018 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

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Die gut 81.300 haftpflichtversicherten Taxen und Miet-Pkw (Wagniskennziffer (kurz: WKZ 140) haben 2018 gut 20.900 Schäden verursacht. Der Aufwand der Versicherer betrug mehr als 98,3 Millionen Euro. Dies zeigt die „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2018“.

Die Statistik wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegeben und beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Kosten sind deutlich angestiegen

Seit 2014 hat sich die Anzahl der versicherten Gefährte in dieser seit dem Vorjahr zusammen erfassten Fahrzeuggruppe um fast acht Prozent erhöht. Die Zahl der aufgelisteten Unfälle hat im Betrachtungszeitraum hingegen um knapp fünf Prozent abgenommen.

Der Schadenaufwand ist um etwa neun Prozent angestiegen. Dabei hat es 2017 am wenigsten häufigsten gekracht. Dafür haben die Kosten 2018 einen neuen Höchstwert im Betrachtungszeitraum erreicht.

Schadengeschehen Taxen und Miet-Pkw 2014-2018 (Bild: Wichert)

Chauffeurdienste besser als Taxifahrer

Im Berichtsjahr haben 299 (Vorjahre: 314; 319; 324) von je 1.000 Taxen einen Haftpflichtschaden verursacht. Da sich der Durchschnittsschaden nicht so stark erhöhte wie die Schadenhäufigkeit gesunken ist, verminderte sich der der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf um über zehn Euro auf 1.441 Euro.

Damit verunfallten die gut 51.600 haftpflichtversicherten Taxen rund fünf Mal so häufig wie Personenkraftwagen (WKZ 112) insgesamt (VersicherungsJournal 14.1.2020). Der Schadenbedarf ist sogar rund sechseinhalb Mal so groß. Je Crash zahlen die Versicherer über 1.200 Euro mehr als bei den Pkw.

Deutlich besser als bei den Taxen fällt das Schadengeschehen bei den knapp 29.700 Miet-Pkw mit Fahrer aus. Für diese Fahrzeugart weist die Statistik eine Schadenhäufigkeit von 185 (Vorjahr: 176) je 1.000 Jahreseinheiten aus. Damit verunfallen diese Mietwagen aber immer noch in etwa drei Mal so häufig wie die Personenkraftwagen insgesamt.

Der Durchschnittsschaden liegt mit 4.348 (4.123) Euro „nur“ rund 750 Euro über dem der fahrbaren Untersätze mit der WKZ 112. Der Schadenbedarf ist bei den Chauffeurdiensten mit 804 (724) Euro in etwa halb so hoch wie bei den Taxen, aber fast drei Mal so hoch wie bei den Pkw insgesamt.

Leicht schlechteres Schadengeschehen bei Flotten

Knapp 60 Prozent der Gefährte mit der WKZ 140 waren im vergangenen Jahr nicht als Flotten versichert. Bei ihnen kracht es 253 Fällen je 1.000 Einheiten etwas seltener als bei den Flottenfahrzeugen mit 264.

Schadengeschehen Taxen und Miet-Pkw (Bild: Wichert)

Bei Letzteren fällt der Durchschnittsschaden mit knapp 4.400 Euro um über 500 Euro niedriger aus als bei nicht als Flotte abgesicherten Fuhrwerken. Bei diesen liegt der Schadenbedarf mit 1.245 Euro um fast 100 Euro höher als bei den Flottenfahrzeugen.

Höhere Schadendurchschnitte in Großschäden

Für Taxen und Chauffeurdienste kennt die Statistik fünf regionale Klassen (sowie die Angabe „unbekannt“, unter die aber praktisch niemand fällt). Hinzu kommen die drei Metropolen München, Hamburg und Berlin.

Die meisten fahrbaren Untersätzen, nämlich 20.373, sind in der Einwohnerdichte-Klasse vier eingruppiert. Hier leben zwischen 472 und unter 2.077 Menschen je Quadratkilometer. In dieser Klasse betragen die Schadenhäufigkeit 277 und der Schadendurchschnitt 4.811 Euro.

In der ersten Klasse der Einwohnerdichte kracht es mit 140 Fällen je 1.000 Einheiten am seltensten. Für einen Haftpflichtschaden müssen die Versicherer hier mit 5.961 Euro am meisten zahlen. Daraus ergibt sich ein für die WKZ 140 unterdurchschnittlicher Schadenbedarf von 837 Euro. Dieser ist in der Klasse zwei (zwischen 79 und unter 183 Einwohner je Quadratkilometer) mit 685 Euro am niedrigsten.

Schadengeschehen Taxen und Miet-Pkw nach Einwohnerklassen (Bild: Wichert)

Wie die Statistik weiter zeigt, hat bei den Fuhrwerken mit der WKZ 140 München die höchste Unfallhäufigkeit zu verzeichnen (433 Crashs je 1.000 Jahreseinheiten). Der höchste Schadenbedarf wird für Berlin ausgewiesen (1.614 Euro). Den niedrigsten Durchschnittsschaden (4.107 Euro) gibt es in Hamburg.

Weitere Erkenntnisse aus der Statistik

Weitere Erkenntnisse: Das Unfallgeschehen fällt bei den Zweitwagen für die Versicherer etwas ungünstiger ausfällt als bei den Pkw insgesamt (VersicherungsJournal 14.1.2020), bei Flottenfahrzeugen sogar deutlich (14.2.2020).

Bei der Tarifgruppe B, in der die Angehörigen des öffentlichen Dienstes versichert sind, sieht es hingegen klar günstiger aus (17.1.2020). Gleiches gilt auch für das Merkmal „Immobilienbesitz“ (28.1.2020).

Zudem weisen diejenigen, die ihre Haftpflichtprämie einmal im Jahr bezahlen, ein überdurchschnittlich gutes Schadenverhalten auf. Die Statistik zeigt weiter, dass Unfallhäufigkeit wie auch Schadenbedarf mit steigender jährlicher Fahrleistung zunehmen (27.2.2020).

Auf das Fahrzeugalter hat erheblichen Einfluss auf das Schadengeschehen. So sind Oldtimer sind am seltensten in einen Haftpflichtschaden verwickelt, 16 bis unter 23 Jahre alte Personenkraftwagen am häufigsten. Bei Letzteren ist auch der höchste Schadenbedarf und -durchschnitt zu beobachten (20.3.2020).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Immobilie · Pkw · Schadenregulierung · Versicherungsaufsicht
 
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