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10.2.2020 – Beim Neujahrsempfang des VGA beleuchtete R+V- Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger die Megatrends, denen sich die Branche stellen muss. Er rief dazu auf, den Wandel nicht zu hektisch anzugehen und eine faktenbasierte Haltung einzunehmen. Die Branche habe im Jahr 2019 fantastische Zahlen vorgelegt. Megatrends wie Ökologie könnten aber Wirtschaft und Gesellschaft spalten. Er sprach sich für Kooperation statt Konkurrenz mit Insurtechs aus. Für ihn haben traditionelle Geschäftsmodelle eine Zukunft, müssten aber mit neuen Elementen angereichert werden.

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Der 30. Neujahrsempfang des VGA Bundesverband der Assekuranz-Führungskräfte e.V. war für alle Redner Anlass, drei Jahrzehnte erfolgreicher Verbandsarbeit zu würdigen.

Mit Euphorie gen Ostdeutschland

Florian Kümmerle, Vorsitzender der zum Jubiläum auf Assekuranzclub Rhein-Main umgetauften VGA Bezirksgruppe Rhein-Main, erinnerte an das Gründungsjahr. Welche Begeisterung nach der Maueröffnung. Goldene Zeiten nicht nur für die Versicherungswirtschaft. Nach der nur von Wenigen erwarteten Wiedervereinigung eine heute fast vergessene Dynamik.

Der Alltag war aber nicht selten ernüchternd. Aus Ostdeutschland nach Frankfurt am Main, wo der Neujahrsempfang traditionell ausgerichtet wird, zu telefonieren, erwies sich damals als schwierig. Wegen fehlender Netze half das Autotelefon wenig. Das bewährte Faxgerät anzuschließen, war gleichfalls oft vergeblich wegen schlechter Infrastruktur. Was blieb? – Die damals gelbe Post.

Eine faktenbasierte Haltung ist notwendig

RGN-Photographs (Bild: RGN-Photographs)
RGN-Photographs (Bild: RGN-Photographs)

Norbert Rollinger, Vorsitzender des Präsidialausschuss Risikoschutz für Gesellschaft und Wirtschaft beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, beleuchtete danach die Megatrends, denen sich die Branche stellen müsse.

In seinem Impulsvortrag „Die Versicherungsbranche im Wandel der Gesellschaft“ rief er dazu auf, „den Wandel nicht zu hektisch anzugehen“.

Viele Themen würden gegenwärtig kritisch diskutiert. „Eine faktenbasierte Haltung ist unbedingt notwendig“, appellierte er an die rund 100 Zuhörer.

Zunächst nahm der Redner eine Standortbestimmung vor. Im Jahr 2019 wuchsen die Bruttobeiträge in Schaden/Unfall um 3,2 Prozent, in Kranken um 2,3 Prozent und in Leben um 11,3 Prozent.

Rollinger nennt Geschäftszahlen 2019 „fantastisch“

„Das sind fantastische Zahlen“, kommentierte er weniger zurückhaltend als GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler. Dieser hatte die Formulierung „ausgesprochen zufriedenstellendes Jahr“ gewählt (VersicherungsJournal 29.1.2020).

Weiler hatte als Kernthemen der Branche die Bekämpfung des Klimawandels, eine tief greifende Reform bei Riester und eine Überprüfung der EZB-Geldpolitik adressiert. Rollinger ergänzte acht Megatrends, denen sich die Assekuranz stellen muss: Mobilität, Konnektivität, New Work, Gesundheit, Urbanisierung, Globalisierung, Individualisierung und Ökologie.

Spannungen in Gesellschaft und Versicherungs-Unternehmen

Diese Trends lösen seiner Meinung nach Spannungen in der Gesellschaft aus. Sein Beispiel: Ökostrom. Alle Städter möchten ihn selbstverständlich. Doch die von Windrädern oder Stromtrassen betroffene Landbevölkerung betrachtet das Thema oftmals kritisch.

Spannungen sind auch in der Versicherungsbranche denkbar. So stellt sich für Vorstände wie Führungskräfte aktuell die konkrete Frage, ob Kohlekraftwerke bis zum offiziell politisch beschlossenen Ausstieg noch versichert werden sollten. Möglicherweise droht wie im Fall Siemens ein Reputationsschaden.

Der Manager ist sich sicher: „Es kommen völlig neue Risiken auf uns zu.“ Auslöser sind unter anderem Elektromobilität, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Telemedizin.

In den Unternehmen selbst stehen unter dem Stichwort „New Work“ vielfältige Fragen auf der Agenda, die Potenzial für Polarisierungen bieten. Wie soll oder wird das Büro der Zukunft aussehen? Gibt es zukünftig noch den eigenen Schreibtisch oder stattdessen mehr Heimarbeit?

Das Versicherungsgeschäft bleibt personal

„Das Versicherungsgeschäft ist immer noch personal. Ein Berater kann auch heute noch punkten, selbst in Kraftfahrt“, zeigte sich Norbert Rollinger überzeugt. Für ihn haben traditionelle Geschäftsmodelle eine Zukunft, müssten aber mit neuen Elementen angereichert werden: „Die Grenzen verschwimmen.“

Er sprach sich für Kooperation statt Konkurrenz mit Insurtechs aus, für „eine geschickte Kombination zwischen Alt-Unternehmen und Start-Ups“. Eine klare Ausrichtung auf ein omnikanales Kundenerlebnis sei die Devise. So hätten Amazon und Co. beispielsweise dafür gesorgt, dass die Kunden immer ungeduldiger werden und umgehende Bearbeitung erwarten.

Außerdem sei Nachhaltigkeit in der gesamten Gesellschaft ein Zukunftsthema geworden und entwickele sich auch bei Versicherungs-Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor. Zusammenfassend stellte der R+V-Chef fest: „Wir stehen am Anfang einer Transformation. Die Welt wird in zehn Jahren völlig anders sein.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
App · Digitalisierung · Gesundheitsreform · Gewerbeordnung · Insurtech · Nachhaltigkeit · Riester
 
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