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Nicht einmal jeder zweite BU-Tarif erfüllt den Marktstandard

31.7.2020 – Das Infinma Institut hat 224 Berufsunfähigkeits- (BU-) Tarife von 37 Anbietern mit einem Zertifikat ausgezeichnet, weil deren Bedingungen in insgesamt 18 unterschiedlichen Qualitätskriterien durchgängig mindestens den Marktstandard erfüllen oder ihn übertreffen. Insgesamt standen 476 Tarife von 75 Gesellschaften auf dem Prüfstand.

Die Infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse GmbH hat am Donnerstag die Ausgabe 2020 ihrer alljährlichen Analyse „Marktstandards in der BU“ (PDF, 1,0 MB) veröffentlicht. Im Rahmen der Untersuchung wurden 476 (Vorjahr: 461) Berufsunfähigkeits-Versicherungen von 75 Anbietern unter die Lupe genommen.

Kein Rating

Bewertet wurden die reinen Bedingungen, basierend auf insgesamt 18 selbst gewählten Qualitätskriterien. Die Analysten weisen ausdrücklich darauf hin, dass aus diesen Merkmalen kein Rating erstellt wird, „da wir auf dem Standpunkt stehen, dass sich die einzelnen Bedingungsbestandteile nicht gegeneinander ‚aufrechnen‘ lassen“.

Deshalb werde auch keine Bewertung in Form von Punkten vorgenommen, sondern vielmehr für die einzelnen Kriterien dargelegt, ob der Anbieter eine Regelung getroffen hat, die besser oder schlechter als der Marktstandard ist.

„Der Marktstandard wird für uns durch die Regelung definiert, die in den betrachteten Bedingungswerken am häufigsten verwendet wird“, stellt das Institut zur Methodik heraus. Das Marktstandard-Modell ist nicht unumstritten (VersicherungsJournal 2.5.2013).

Keine Veränderung bei den Kriterien

Beim aktuellen Update der Untersuchung („Stand 07/2020“) wurde, anders als im Vorjahr (VersicherungsJournal 1.8.2019), keines der verwendeten Kriterien verändert. Untersucht wurden folgende 18 Aspekte:

  • Prognose,
  • rückwirkende Leistung,
  • abstrakte Verweisung,
  • Verzicht auf Umorganisation,
  • Kostenbegrenzung bei Umorganisation,
  • Berufswechselprüfung,
  • Leistungsbeginn,
  • Meldefristen,
  • Untersuchungen im Ausland,
  • Erhöhungsoption ohne Anlass,
  • Beitragsstundung,
  • befristete Anerkenntnisse,
  • Meldepflicht Minderung BU,
  • Meldepflicht Aufnahme Tätigkeit,
  • Nachprüfung,
  • Leistung bei Arbeitsunfähigkeit,
  • Ausscheiden aus dem Beruf,
  • Option auf Selbstständige Anschluss-Pflegerente.

Vielfältige Regelung hinsichtlich Umorganisation

Infinma-Geschäftsführer Marc Glissmann weist auf folgendes Novum hin: „Die Regelungen zur Umorganisation des Arbeitsplatzes bei Selbstständigen ist im Moment offensichtlich ein Kernthema vieler Anbieter. Die Regelungen sind derzeit so vielfältig und komplex, dass wir erstmals für ein Kriterium keinen eindeutigen Marktstandard ermitteln konnten“.

Einerseits setzten die Versicherer offensichtlich unterschiedliche Schwerpunkte wie etwa Solo-Selbstständige, Betriebe mit weniger als fünf beziehungsweise zehn Mitarbeitern oder bestimme Berufe. Andererseits seien zumindest in Teilbereichen sich überschneidende Formulierungen zu beobachten.

„Aus diesem Grund haben wir das Kriterium auch im Sinne einer kontinuierlichen Information zwar beibehalten, aber aktuell noch keine Bewertung im Sinne der Marktstandards vorgenommen“, so Glissmann weiter. Er geht gehen davon aus, dass hier die Entwicklungen der nächsten Monate die Richtung weisen werden.

Mitwirkungspflichten: Gut jeder vierte Tarif unter Marktstandard

Zu dem „K.O.-Kriterium“ gehören die Regelungen beim Leistungsmerkmal „Mitwirkungspflichten“. Hier müssen die Besserung des Gesundheitszustands oder die Minderung oder der Wegfall der BU bei fast drei von vier Angeboten nicht gemeldet werden. Somit ist diese Regelung nach der Definition von Infinma als Marktstandard anzusehen.

Bei den übrigen Offerten, die allesamt den Marktstandard nicht erfüllen, besteht eine Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung über die Besserung des Gesundheitszustands, über die Minderung der Berufsunfähigkeit oder über deren Wegfall.

Leistungsmerkmal Mitwirkungspflichten (Bild: Wichert)

Zertifikate für 224 Tarife von 37 Anbietern

Insgesamt hat Infinma aktuell 476 (Vorjahr: 461) BU-Tarife von 76 Gesellschaften untersucht. Davon wurden 224 (187) zertifiziert, die in allen oben aufgeführten Kriterien bis mindestens den Marktstandard erfüllen oder diesen sogar übertreffen. Das entspricht einem Anteil von 47 (41) Prozent.

Aktuell haben 37 (32) von unverändert 76 Lebensversicherern beziehungsweise deren Marken mindestens ein Produkt, das dem von Infinma ermittelten Standard entspricht und dafür zertifiziert wurde. Der Anteil erhöhte sich von 42 auf fast 49 Prozent. Eine Liste der zertifizierten Produkte kann unter diesem Link heruntergeladen (PDF, 768 KB) werden.

Welche Veränderungen Infinma erwartet

Zur Marktentwicklung äußert sich Dr. Jürgen Schulz, ebenfalls Infinma-Geschäftsführer, wie folgt: „Die Produkte in der BU bewegen sich weiterhin auf einem sehr hohen qualitativen Niveau. Der starke Wettbewerb im Bereich der Arbeitskraftabsicherung und speziell der BU führt zu permanenten Weiterentwicklungen der Produkte."

In diesem Jahr habe es bereits zahlreiche Produktveränderungen gegeben, die sich früher oder später auch auf die Marktstandards auswirken werden. In nächster Zeit erwartet er weitere Änderungen insbesondere in den Bereichen Kostenübernahme bei einem Auslandsaufenthalt, Verlängerungsoption, Teilzeitklausel, Meldepflichten und Regelungen für Zielgruppen wie Schüler.

Zahlreiche Vergleiche

Die Berufsunfähigkeits-Versicherung wird von etlichen Analysehäusern in Ratings und Scorings bewertet. Zuletzt waren das die Morgen & Morgen GmbH (14.5.2020), die Franke und Bornberg GmbH im Map-Report 913 (31.1.2020) und die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (17.12.2019).

Welche Versicherer aus Maklersicht in dieser Sparte empfehlenswert beziehungsweise am leistungsstärksten sind, hat die Vema Versicherungsmakler Genossenschaft e.G. unlängst bei ihren Partnerbetrieben erfragt (1.7.2020, 29.7.2020).

Im Rahmen der Asscompact-„Marktstudie BU/ Arbeitskraftabsicherung 2020“ wurde ermittelt, an wen Makler das meiste Geschäft liefern (2.4.2020) und welche Anbieter sie (nicht) weiterempfehlen (30.4.2020).

Die Kundenorientierung aus Verbrauchersicht hat die Servicevalue GmbH unter die Lupe genommen (30.7.2020). Zu Jahresbeginn haben die Marktforscher aus Köln eine Untersuchung zur Leistungsregulierung veröffentlicht (13.1.2020).

 
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