Marsh: Industrieversicherer erhöhen die Preise immer weiter

15.9.2021 – Die Entwicklungen der vergangenen Monate setzen sich fort. Die Covid-19-Krise, zunehmende Gefahren und Schadenzahlungen durch Cyber-Risiken sowie zahlreiche Großschäden führen dazu, dass die Industrieversicherer unverändert Kapazitäten überprüfen und Preise in weiten Teilen erhöhen. Das zeigt das Update des Versicherungs-Marktreports von Marsh.

Die Marsh GmbH hat ein Update zu ihrem im Frühjahr veröffentlichten „Versicherungs-Marktreport Deutschland 2021“ (VersicherungsJournal 12.3.2021) aufgelegt. Die Aktualisierung beschäftigt sich mit den Marktfaktoren der kommenden Wochen und bezieht sich dabei erneut auf die Märkte für Industrieversicherungen und Spezialdeckungen.

„Die großen Linien sind durch die Entwicklungen der vergangenen Monate weiter bestärkt: nicht nur die Covid-19-Krise und die zunehmenden Gefahren und Schadenzahlungen aus Cyber-Risiken bleiben – zahlreiche Großschäden […] führen dazu, dass die Industrieversicherer unverändert Kapazitäten überprüfen und Preise in weiten Teilen erhöhen.“

Das schreibt Thomas Olaynig, Geschäftsführer und Head of Placement & Specialties von Marsh Deutschland, im Vorwort.

Die Unentschlossenheit bei den Versicherern ist spürbar.

Update Versicherungs-Marktreport Deutschland 2021

Preisdynamik in der Sachversicherung lässt nach

Thomas Olaynig (Bild: Marsh)
Thomas Olaynig (Bild: Marsh)

Die Dynamik der Prämiensteigerungen in der Sachversicherung habe nachgelassen, heißt es in dem Bericht.

Das Jahr 2021 sei allerdings bisher geprägt von außerordentlichen Naturkatastrophen mit hohem versichertem Anteil, darunter Starkregen und Überschwemmungen im Juni und Juli, sowie von einer Häufung großer Feuer und Explosionsschäden.

„Die Unentschlossenheit bei den Versicherern, wie mit dieser Situation auch wegen der anstehenden Erneuerungsrunde umgegangen werden soll, ist spürbar.

Neben den Verhandlungen der Prämien wird dieses Renewal sicherlich auch vom Ringen um ausreichende Kapazitäten, insbesondere in der Elementarschaden-Versicherung, geprägt sein“, schreiben die Autoren.

In der Haftpflichtversicherung sinken die Kapazitäten

Die Verhärtung des Haftpflichtmarktes mit teils drastischen Prämiensteigerungen bei gleichzeitigen Kapazitätsreduzierungen und höheren Eigentragungen setze sich fort. Dies gelte insbesondere für Unternehmen der Kfz-Zulieferindustrie sowie der Pharma- und Agrochemie. Der gewerbliche Haftpflichtmarkt sei hiervon noch nicht beziehungsweise nur vereinzelt betroffen.

Neben Cyber-Risiken und neuen Infektionskrankheiten könnte sich auch autonomes Fahren als weiteres Risiko mit hohem Schadenpotenzial manifestieren. Ebenso die sogenannte „Social Inflation“, ein Trend in den USA hin zu extrem steigenden Versicherungskosten aufgrund immenser Schadenersatzsummen.

Es bleibt insgesamt ein anbieterdominierter, harter Markt.

Update Versicherungs-Marktreport Deutschland 2021

Warentransport-Versicherung bleibt Anbieter-dominiert

Bei der Warenversicherung würden sich erste Verbesserungen in den versicherungs-technischen Ergebnissen abzeichnen. Allerdings seien diese primär erzielt worden, weil der Großschadenanteil zurückgegangen, die Schadenbasis damit stabil geblieben sei.

„Da das Prämienvolumen insgesamt sank und es in anderen Teilsparten zudem stellenweise sehr schlechte Ergebnisse gab […], kann insgesamt noch nicht mit einer Verbesserung der Marktsituation gerechnet werden; es bleibt insgesamt ein anbieterdominierter, harter Markt“, heißt es.

Nach den aktuellen Überschwemmungs-Katastrophen zeichne es sich ab, dass die Versicherer für den Bereich der Technischen Versicherungen die jeweilige Risikosituation sehr genau prüfen und gegebenenfalls entsprechende Limitierungen und Selbstbehalte fordern werden.

Die Prämien erhöhen sich auch weiterhin, teilweise drastisch.

Update Versicherungs-Marktreport Deutschland 2021

Managerhaftpflicht-Versicherung wird teurer

Die Prämien für D&O-Versicherungen würden sich in der Regel auch weiterhin erhöhen, berichten die Autoren, „teilweise drastisch“. Gleichzeitig reduzierten die Versicherer unverändert die je Vertrag bereitgestellte Kapazität.

Neue spektakuläre Schadenfälle, schlechte Schaden-Kosten-Quoten und strengere Underwriting-Guidelines führten zu einer weiteren Verknappung der am Markt verfügbaren Gesamtkapazität. Der daraus resultierende kleinere Anbietermarkt tendiere dazu, nahezu flächendeckend höhere Prämien zu fordern.

Bei Großrisiken, schadenbelasteten Risiken, Kunden mit schlechten Finanzkennzahlen und vereinzelt im Mittelstandssegment würden die Versicherer zudem damit beginnen, die Versicherungs-Bedingungen einzuschränken. Trotz dieser negativen Gesamtentwicklung kämen nach wie vor neue Versicherer und Assekuradeure auf den Markt.

Außerdem habe der Risikoinformations-Bedarf bei den Versicherern stark zugenommen. Dies gelte insbesondere für große Industrieunternehmen, von der Coronakrise betroffene Branchen und Unternehmen mit schlechten Finanzkennzahlen.

Mangelnder Appetit auf Neugeschäft.

Update Versicherungs-Marktreport Deutschland 2021

Spezialrisiko Cyber mit steigenden Schadenzahlen

Die Bedrohungslage im Cyber-Bereich bleibe weiter angespannt. In der ersten Jahreshälfte 2021 sind die Versicherungsprämien nach Angaben der Verfasser branchenunabhängig weiterhin um circa 40 Prozent gestiegen. Dies liegt zum Teil an vergleichsweise niedrigen Preisen in Europa. Die Versicherer würden eine globale Angleichung anstreben.

Weiterer Treiber seien die hohen und nach wie vor steigenden Schadenzahlen und in Folge ein „mangelnder Appetit auf Neugeschäft“ seitens der Versicherer, die sich stärker auf die Sanierung der Bücher sowie die Vertragserneuerungen konzentrierten.

Die Beendigung des staatlichen Schutzschirms für die Kreditversicherer in Deutschland zum 30. Juni sei weitestgehend geräuschlos erfolgt, berichten die Autoren. Das Mittel der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht werde voraussichtlich für die betroffenen Unternehmen der Flutkatastrophe erneut Anwendung finden.

Politische Risiken

Der Deckungsappetit der Versicherer am Versicherungsmarkt für Political Risk & Structured Credit (PRSC) habe sich während der ersten Hälfte 2021 erholt und stabilisiert.

Aufgrund des verbesserten wirtschaftlichen Ausblicks besteht eine im Allgemeinen positive Stimmung am Markt. Es sei aber weiterhin mit konservativem Underwriting und erhöhtem Prüfbedarf zu rechnen, insbesondere für Länder, in denen Proteste und politische Instabilität zunehmen.

Das „Update Versicherungs-Marktreport Deutschland 2021“ (PDF, 2 MB) steht zum Herunterladen zur Verfügung

 
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