Freie Bauern legen sich mit fünf weiteren Versicherern an

17.1.2023 (€) – Nach ihren erfolgsgekrönten Protesten gegen den LVM und scheinbar erfolgreichem Druck auf die R+V haben die Freien Bauern noch weitere Versicherer zur Abkehr von Inhalten zum Veganismus auf ihren Webseiten aufgefordert. Die Interessenvertretung verlangt, dass mehrere Seiten vom Netz genommen werden. Dafür ruft sie ihre Mitglieder auf, Kündigungsdrohungen bei den Firmen auszusprechen.

Die Freie Bauern Deutschland GmbH ist unlängst mit dem LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. wegen eines Social-Media-Posts zur veganen Ernährung und dem „Veganuary“ kollidiert (Medienspiegel 9.1.2023). Nun verlangt die Interessensvertretung auch von anderen Versicherern die Abkehr von deren Standpunkten zu veganer Ernährung.

Abschaltung von Versicherer-Webseiten gefordert

Auf ihrer Webseite verfassten die Freien Bauern einen Aufruf, an dessen Ende auf Internetseiten mit Inhalten zu veganer Ernährung von fünf Versicherern verlinkt wird. Damit verbunden wird die Abschaltung dieser Inhalte gefordert.

Die Landwirte sehen darin ein Untergraben ihrer Anstrengungen zur Ernährung der Bürger. Die Organisation habe ihren Mitgliedern insgesamt sieben Versicherer genannt, die sie anprangert.

Bei den betroffenen Versicherern handelt es sich um die Allianz Versicherungs-AG, die Ergo Versicherung AG, die Generali Deutschland Versicherung AG, die Huk-Coburg Allgemeine Versicherungs-AG und die Zurich Insurance plc, Niederlassung für Deutschland. Die Freien Bauern fordern ihre Mitglieder dazu auf, den Anbietern mit Kündigung zu drohen, sollten die Webseiten nicht vom Netz genommen werden.

Organisatoren sehen Druck als erfolgsversprechend an

Neben dem LVM, der nach den Protesten einknickte und sich für den – mittlerweile gelöschten – Social-Media-Post entschuldigt hat, hat nach Angabe der Freien Bauern auch die R+V Allgemeine Versicherung AG kürzlich Löschungen von Inhalten zum Veganismus auf ihrer Webseite vorgenommen.

Hintergrund zur Interessensvereinigung: Die Freie Bauern Deutschland umfasst rund 1.460 Mitglieder in der ganzen Bundesrepublik. Auf der Webseite erklärt die Organisation, dass sie aus dem Bauernbund Brandenburg e.V. hervorgegangen ist. Es werden ausschließlich die Interessen von Bauernfamilien vertreten, nicht von Agrarkonzernen, wie auf der Webseite hervorgehoben wird.

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