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Manager hinken bei digitalen Projekten hinterher

15.1.2020 – In der Versicherungsbranche ist die Digitalisierung ein mühsames Geschäft: 40 Prozent der Versicherer haben 2019 keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende digitale Projekte umgesetzt. Ebenfalls 40 Prozent der Gesellschaften bauen aber mittlerweile auf Kooperationen mit Insurtechs. Die Furcht vor einem Markteintritt von Amazon & Co. scheint dagegen bei den Gesellschaften zu schwinden. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage von EY Innovalue.

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Zusammenarbeit statt Verdrängungswettbewerb bestimmt zunehmend das Verhältnis zwischen etablierten Versicherern und Start-ups. Rund 40 Prozent der Gesellschaften halten mittlerweile strategische Partnerschaften mit den jungen Unternehmen für das erfolgversprechendste Kooperationsmodell.

Zu diesem Ergebnis kam Ende 2019 eine Umfrage unter rund 80 Vorständen und Führungskräften der Versicherungsbranche am Versicherungs-Roundtable des Beratungsunternehmens EY Innovalue Management Advisors GmbH. Erstmals saßen auch Vertreter von Start-ups mit am Tisch.

(Bild: EY Innovalue)

Laut Befragung bevorzugen knapp 37 Prozent der Teilnehmer eine selektive Zusammenarbeit. Beteiligungen mit Wagniskapital oder die Mitwirkung bei Brancheninitiativen wie dem Insurlab Germany e.V. (VersicherungsJournal 3.4.2019) halten nur rund 15 Prozent beziehungsweise rund neun Prozent der Teilnehmer für Erfolgsmodelle.

Digitalisierung: zwei Lager in der Branche

Bei der Beurteilung der eigenen Fortschritte in Richtung Digitalisierung sind die Manager geteilter Meinung: Über 40 Prozent der befragten Versicherer haben 2019 keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende digitale Initiativen umgesetzt. Gut positioniert sehen sich dagegen knapp 38 Prozent der Gesellschaften, die nach eigenen Angaben ihre Pläne realisieren konnten.

Allerdings hat nur jedes fünfte befragte Unternehmen seine Erwartungen mit den gestarteten Initiativen sogar übertroffen.

Diese Einschätzung wird durch Beobachtungen des internationalen Beratungsunternehmens Gartner Group gestützt. Die Berater attestieren der Versicherungswirtschaft am Standort Deutschland nur einen geringen „digitalen Reifegrad“. Keine Gesellschaft betrachte sich, gemäß Umfragen und Untersuchungen, hierzulande als „digitaler Führer“. Vielmehr richte sich der Blick der Branche auf die großen Tech-Giganten in den USA und China (Medienspiegel 11.10.2019).

Keine Angst vor Amazon & Co.

Unter den Teilnehmern am Versicherungs-Roundtable hält es allerdings nur jeder fünfte Befragte für sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich, dass eben diese Tech-Giganten oder internationale Plattformen bis Ende 2021 signifikant im deutschen Versicherungsmarkt aktiv sein werden. Das könnte direkt oder über Beteiligungen an Unternehmen passieren.

60 Prozent halten dies für sehr unwahrscheinlich oder unwahrscheinlich, 20 Prozent haben dazu keine Meinung.

Christian Mylius (Bild: EY Innovalue)
Christian Mylius (Bild: EY Innovalue)

„Zunehmender Wettbewerb durch internationale Tech-Giganten und ausgewählte Insurtechs in Verbindung mit unzureichenden eigenen Digitalstrategien sind weiterhin die größten Herausforderungen der Versicherungsbranche“, betont Christian Mylius, Partner und Managing-Director bei EY Innovalue, in einer Mitteilung.

Vertrieb: Omnikanalstrategien fehlen

Überraschenderweise sind nicht reine Onlineversicherer besonders stark „digital sichtbar“, sondern die etablierten Unternehmen wie die Versicherer Allianz, Ergo und Huk-Coburg. Erst auf Rang vier folgt die Huk24 AG, während der Onlineanbieter Cosmosdirekt in einer Studie der Heute und Morgen GmbH nur auf Rang sechs kommt (Medienspiegel 21.11.2019).

Die Berater von EY Innovalue bewerten es als problematisch, dass bei Versicherern oft das Angebot digitaler Produkte und Services auf Plattformen oder in Ökosystemen fehlt. Jeder vierte habe diese Kanäle noch immer nicht in sein Vertriebsmodell integriert.

Allerdings möchten die deutschen Versicherer eigene digitale Ökosysteme bauen. Damit wollen die Assekuranzen verhindern, dass sie nur noch Zulieferer für digitale Plattformen werden, so Vorstände auf der letztjährigen DKM (24.10.2019).

„Omnikanalstrategien sind für eine überzeugende und zukunftsfähige Kundenansprache unerlässlich. Denn der Kunde will immer dort abgeholt werden, wo er sich gerade befindet, egal, ob digital oder analog“, sagt Mylius. 50 Prozent der befragten Versicherer nutzen bereits Plattformen oder Ökosysteme für ihre Produkte und Services.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Digitalisierung · ePa · Insurtech · Marktforschung · Versicherungsmarkt
 
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