Lebensversicherung 2023: Dies sind die wenigen Gewinner beim Neuzugang

15.5.2024 – Nur zwölf Lebensversicherer schafften im vergangenen Jahr einen höheren Neuzugang als 2022. Am stärksten legte mit fast einem Drittel die BL die Bayerische zu. Zweistellige Zuwachsraten standen ansonsten nur noch für die Direkte Leben, die Dortmunder und den LVM zu Buche. Dies zeigt eine Übersicht der Zeitschrift für Versicherungswesen.

2023 fiel neben dem Prämienvolumen (minus 5,2 Prozent) (VersicherungsJournal 9.4.2024, 16.4.2024) auch der Neuzugang niedriger aus als im Jahr zuvor. Das Minus betrug laut der aktuellen Neugeschäftsumfrage der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) acht Prozent (auf 29,7 Milliarden Euro).

Die Umfrage basiert ausdrücklich auf vorläufigen Zahlen der Anbieter. Die Ergebnisse wurden in der Ausgabe 4/2024 der Zeitschrift veröffentlicht.

Nur zwei Marktgrößen mit Steigerung

Dabei konnten nur zwei der Marktgrößen mit mindestens 400 Millionen Euro Neuzugang (gesamter Beitragszugang inklusive Pensionskassen und -fonds) ihre Performance aus dem Jahr 2022 verbessern.

Dies waren die Generali Deutschland Lebensversicherung AG (plus 5,7 Prozent auf 1.976 Millionen Euro) und die Württembergische Lebensversicherung AG (plus 2,5 Prozent auf 569 Millionen Euro) (7.5.2024).

BL die Bayerische mit der größten Steigerung

Insgesamt gelang nur zehn weiteren der insgesamt 65 in der Zeitschrift aufgeführten Marktteilnehmer eine Steigerung. Am stärksten zulegen konnte mit einem knappen Drittel die BL die Bayerische Lebensversicherung AG (auf 434 Millionen Euro).

Dies kommentiert ZfV-Chefredakteur Dr. Marc Surminski folgendermaßen: „Die Einmalbeiträge als Grundlage für dieses außergewöhnliche Wachstum legten um 32,0 Prozent zu.

Mit seiner innovativen, nachhaltigkeitsorientierten Produktpalette hat sich das Unternehmen mittlerweile zu einem Aktivposten im deutschen Lebensversicherungsmarkt und im Maklergeschäft entwickelt. Die Bayerische zeigt, dass man auch bei widrigen Marktumständen (Zinswende, wirtschaftliche Unsicherheit) stark wachsen kann.“

Die Direkte Leben Versicherung AG steigerte die Neubeiträge um annähernd ein Viertel (auf 3,1 Millionen Euro), die Dortmunder Lebensversicherung AG um ein gutes Fünftel (auf 6,4 Millionen Euro) und die LVM Lebensversicherungs-AG um fast ein Sechstel (auf 163,5 Millionen Euro).

Weitere Markteilnehmer mit gestiegenem Beitragszugang

Steigerungsraten zwischen 8,6 und 3,4 Prozent schafften neben der Generali auch die Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland (auf 291,9 Millionen Euro), die Deutsche Ärzteversicherung AG (auf 69,4 Millionen Euro) und die Baloise Lebensversicherung AG Deutschland (auf 6,4 Millionen Euro).

Besser als vor Jahresfrist agierten neben der Württembergischen ansonsten nur noch die HDI Lebensversicherung AG (plus fast drei Prozent auf 267,4 Millionen Euro), die Dialog Lebensversicherungs-AG (plus 2,2 Prozent auf 27,9 Millionen Euro) und die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. (plus 0,3 Prozent auf 316,9 Millionen Euro).

Zuwachs (Bild: Wichert)

Neuzugänge auf Vorjahresniveau standen mit 7,2 Millionen Euro für die Itzehoer Lebensversicherungs-AG und mit 21,8 Millionen Euro für die Mecklenburgische Lebensversicherungs-AG zu Buche.

Vertriebsweg Bank mit keiner dominierenden Rolle

„Bei der heterogenen Schar der Wachstumssieger fällt auf: Der Vertriebsweg Bank spielt bei ihnen naheliegenderweise keine dominierende Rolle; stattdessen setzen sie auf den klassischen persönlichen Vertrieb über Ausschließlichkeit, Makler und Vertriebsgesellschaften“, erläutert Surminski.

Dabei hätten die Großvertriebe Swiss Life Select Deutschland GmbH und Deutsche Vermögensberatung AG – DVAG dafür gesorgt, dass die Swiss Life und die Generali sich dem negativen Branchentrend entziehen und wachsen konnten.

Die hohen Abschlusskosten, wegen denen aktuell die Generali im Fokus der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) stehe (Medienspiegel 28.2.2024, Medienspiegel 11.3 2024), „haben zumindest überdurchschnittliches Neugeschäft gebracht“, so der ZfV-Chefredakteur.

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