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Lebensversicherer trotzen dem niedrigsten Höchstrechnungszins aller Zeiten

25.11.2021 – Auch 2022 wird die private Lebensversicherung verkauft werden. Die Senkung des Höchstrechnungszinses spielt für das Geschäft kaum noch eine Rolle. Längst kaufen die Kunden Produkte, die keine volle Beitragsgarantie mehr bieten. Für die Rieste-Rente und bestimmte Produkte der betrieblichen Altersversorgung bedeutet die Absenkung aber wohl das Aus. Alles, was Vermittler zu diesem Thema wissen müssen, findet sich im neuen Dossier „Ist die Lebensversicherung am Ende?“.

Ab dem Jahresbeginn 2022 gilt der historisch niedrigste Höchstrechnungszins (HRZ) aller Zeiten. Dann sinkt der umgangssprachlich genannte Garantiezins von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent. Schuld sind nicht die Versicherer, sondern die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit März 2016 wurde der Zins mehr oder weniger abgeschafft.

Damit wird Sparen aber regelrecht bestraft. Vor allen von Banken. Immer mehr Kredithäuser verlangen neben Gebühren ein „Verwahrentgelt“ – also einen „Negativzins“. Gerade hat das Landgericht Leipzig der Verbraucherzentrale Sachsen die Leviten gelesen und die Negativzinsen als legitim anerkannt (Urteil vom 8. Juli, 5 O 640/20).

Diese Situation trifft auch die Lebensversicherer. Hohe Garantien können nicht mehr mit sicheren Kapitalanlagen erzielt werden. Daher sind sich Staat, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) und die Versicherungs-Mathematiker der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV) einig: runter mit den Garantien.

Lebensversicherer schneiden noch gut ab

Die Lebensversicherer schneiden in diesem Chaos auch 2022 noch sehr gut ab. Denn langfristiges Sparen im Kollektiv dürfte sich weiterhin lohnen – auch wenn die Kunden nun den Assekuranzen noch mehr vertrauen müssen. Für Vermittler wird das Jahr ein Spießrutenlauf. Denn durch den Minigarantiezins erscheint es, als wäre das Geschäftsmodell der Lebensversicherer am Ende.

Das ist aber mitnichten so. Fast kein Lebensversicherer meldet für 2021 – mitten in der Coronakrise – eine negative Umsatzentwicklung. Zentrale Botschaft der Assekuranzen: Die Demografie wird die gesetzliche Rente künftig schwer unter Druck setzen.

„Der Bedarf an privater Altersvorsorge nimmt zu, das steht heute schon fest. Die Beitragszahler, die uns morgen in der gesetzlichen Rentenversicherung fehlen, sind heute noch nicht geboren“, sagt Thomas Heß, Marketingchef und Organisationsdirektor WWK Lebensversicherung a.G.

Versicherer, die realistisch kalkulieren, bieten weiterhin Vorteile

Bestimmte Produkte – mit gesetzlich vorgeschriebener Garantie – dürften 2022 aber kaum noch angeboten werden. Die Auswirkungen sind hier gravierend. „Ohne eine Abkehr von der 100-prozentigen Beitragsgarantie gibt es morgen am Markt vermutlich keine Riester-Rente und Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML) mehr“, erklärt Dr. Guido Bader Vorstandsmitglied der DAV und Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Lebensversicherung a.G.

Was sich für die private Lebensversicherung auszahlt: Beim HRZ handelt es sich um einen kalkulatorischen Zins. Die Erträge – und damit auch die Überschussbeteiligung – entstehen aus Risiko-, Kosten- und Kapitalgewinnen. Versicherer, die realistisch kalkulieren und sparsam wirtschaften, bieten also weiterhin Vorteile.

Die Kapitalerträge richten sich nach dem Anlageerfolg. Positiv ist: Je niedriger sein Garantiezins, umso weniger Rückstellungen muss der Versicherer bilden. Damit kann er mehr Kapital in chancenorientierte Anlagen investieren. Kurz gesagt: Je niedriger die Garantie, umso höher der mögliche Überschuss.

Neue Klassik längst im Trend

Schon längst – seit rund sechs Jahren – verkaufen die Lebensversicherer die „Neue Klassik“. Bei den neuen Produkten ist die Beitragsgarantie in der Regel endfällig gestaltet und auf 80, 70 oder sogar 50 Prozent abgesenkt. „Das ist in Anbetracht von Negativzinsen am Kapitalmarkt ja immer noch relativ viel“, sagt Lars Heermann, Experte für Lebens- und Rentenversicherungen bei der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH.

Dossier Cover (Bild: VersicherungsJournal)

Nach Einschätzung des Analysten gibt das abgespeckte Sicherheitsnetz den Kunden die Chance auf eine sogenannte Überrendite. „Dafür stehen die Chancen besser, wenn es weniger Garantien im Produkt gibt“, so Heermann.

Vermittler müssen also noch mehr um Vertrauen für die Kapitalanlagekunst der Lebensversicherer werben. Dabei dürften ihnen vor allem Unternehmensratings helfen.

Dossiers zur aktuellen Situation in der Lebensversicherung

Welche Wellen die Absenkung des Garantiezinses schlagen wird, zeigt ein neues Dossier des VersicherungsJournals.

Werden in den nächsten Jahren etliche Lebensversicherer pleitegehen oder ihre Bestände verkaufen müssen, wie es Verbraucherschützer voraussagen? Aktuare sind sich sicher, dass die Manager der Assekuranzen ihre Unternehmen sicher durch das Zinstief steuern werden. Analysten und Branchenteilnehmer legen im Dossier ihre Sicht der Dinge dar.

Bezugsmöglichkeiten

Das E-Paper „Ist die Lebensversicherung am Ende? Der Höchstrechnungszins sinkt – Was Vermittler jetzt über Markt und Produkte wissen müssen“ ist am 24. November 2021 erschienen. Die Publikation behandelt unter anderen folgenden Themen:

  • Es ist amtlich: Der Höchstrechnungszins sinkt auf 0,25 Prozent
  • Versicherer setzen auf private Immobilien
  • Wie Versicherer reagieren – Umfrage
  • Der Lebensversicherungs-Markt 2021
  • Die Auswirkungen auf die bAV sind gravierend
  • Berufsunfähigkeits-Versicherung wird deutlich teurer
  • Risiko-Lebensversicherung wird 2022 deutlich teurer
  • Riester-Rente vor dem Aus?
  • Sind die Lebensversicherer am Ende?
  • Perspektiven in der Lebensversicherung

Die vollständige 33-seitige Publikation steht Premium-Abonnenten als PDF-Datei (1,94 MB) unter diesem Link zum Herunterladen kostenlos zur Verfügung. Das gilt auch für jene, die jetzt erst das Abonnement abschließen.

Nicht-Abonnenten können das Dossier als E-Paper im PDF-Format für 14,90 Euro einschließlich Mehrwertsteuer online bestellen.

 
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