8.4.2026 – Viele Krankenvoll-Tarife verfügen über ein sehr hohes Qualitätsniveau. Dies zeigen die Bewertungen von Ascore, Franke und Bornberg sowie Morgen & Morgen. Vergleichsweise viele Angebote erhielten bei allen drei Analysehäusern die Spitzenbewertung. Verschiedene Bewertungsansätze erschweren aber den Durchblick.
Viele Krankenvollversicherungen verfügen über einen guten bis sehr guten Marktstandard. Dies zeigen die Produkttests der einschlägigen Analysehäuser, die sich die Redaktion des VersicherungsJournal-Extrablatts angeschaut hat.
Unterschiedliche Bewertungssystematiken …
Die Analysen der Franke und Bornberg GmbH (FuB), der Morgen & Morgen GmbH (M&M) und der Ascore Das Scoring GmbH greifen dabei auf verschiedene Systematiken zurück. Sie fokussieren zudem auf unterschiedliche Bewertungskriterien, die meist unterschiedlich gewichtet werden.
M&M etwa verfolgt bei den Ratingklassen ein Fünf-Sterne-Raster, wobei fünf Sterne „ausgezeichnet“ und ein Stern „sehr schwach“ bedeuten. FuB nutzt ein siebenstufiges Notenschema. „FFF+“ stellt dabei die Höchstnote dar und bedeutet „hervorragend“. Die Abstufungen reichen über „gut“ (FF+) und „ausreichend“ (F+) bis hinunter zu „ungenügend“ (F-).
… und Notensysteme
Ascore unterzieht die Tarife ausdrücklich keinem Rating, sondern einem Scoring-Verfahren. Dieses umfasst nach Unternehmensdarstellung „einen Kriterienkatalog, der alle wesentlichen Produktaspekte berücksichtigt. Für jedes erfüllte Kriterium wird bei der Auswertung ein Punkt zugewiesen“.
Die Gesamtpunktzahl wird auf sechs Noten umgelegt und in „Kompassen“ dargestellt. Bestenfalls sind sechs „Kompasse“ („herausragend“) erreichbar, im schlechtesten Fall ein „Kompass“ („schwach“).
Der Preis bleibt bei allen Testern außer Betracht.
Bedingungsqualität der PKV-Tarife benotet
Unter dem Strich weisen die „F“-Anzahl, Sterne oder Kompasse den Weg zur Einschätzung der Bedingungsqualität. Und die ist größtenteils hoch, denn insgesamt wurden über die Hälfte (Ascore und M&M) beziehungsweise mehr als ein Drittel (FuB) der untersuchten Produkte in die zwei jeweils besten Notenstufen eingruppiert.
Ascore hat laut Online-Ergebnisrechner an jede sechste der 103 getesteten Offerten die Höchstnote vergeben. Von M&M erhielt etwa jede siebte der 3.968 untersuchten Tarifkombinationen die Bestnote. Bei FuB traf dies auf rund jede 13. der 2.663 bewerteten Tarifkonfigurationen zu.
Recht große Schnittmenge zwischen den Bewertungen
Aufgrund der Vielzahl der Top-Angebote können im Folgenden nur diejenigen Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) aufgeführt werden, die von dem jeweiligen Analysehaus für mindestens einen Tarif mit der Bestnote bedacht wurden.
Trotz der unterschiedlichen Bewertungssystematiken und Anzahl der untersuchten Tarife gibt es zwischen den Ergebnissen der drei Analysehäuser eine vergleichsweise große Schnittmenge. So erhalten acht Produktgeber in allen drei Untersuchungen die Höchstnote (Stand Ende Januar 2026). Dies sind
- die Allianz Private Krankenversicherungs-AG,
- die Axa Krankenversicherung AG,
- die Barmenia Krankenversicherung AG,
- die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG,
- die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH),
- die Signal Iduna Krankenversicherung a.G.,
- die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) und
- die UKV – Union Krankenversicherung AG.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass nur die aufgelisteten Akteure die besten am Markt verfügbaren Tarife bieten. Drei weitere Akteure erhielten von zwei Analysehäusern mindestens einmal die Bestnote, sieben weitere von einem Analysehaus.
| Der vorstehende Text ist ein Auszug aus dem VersicherungsJournal-Extrablatt 1/2025 mit dem Titel „Krankenvollversicherung – mit welchen Kunden Vermittler wachsen“. Es enthält Tipps, wie Branchenkollegen Kunden in der Praxis begleiten können. So wird beispielsweise die Nachversicherungsgarantie für werdende Eltern betrachtet. Daneben werden Negativschlagzeilen über die jüngsten PKV-Beitragsanpassungen hinterfragt und die Vertriebspotenziale bei der Zielgruppe Beamte erläutert. Das Heft „Krankenvollversicherung – mit welchen Kunden Vermittler wachsen“ steht seit dem 30. März im Internet zum Herunterladen (PDF; 3,3 MB) bereit. Die zukünftigen Druckausgaben können über dieses Formular bestellt werden. Das Heft ist – im Inlandsbezug – kostenfrei. Wer das Extrablatt bereits abonniert hat, bekommt auch diese Ausgabe automatisch zugesandt. Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals werden bevorzugt bedient und können rund eine Woche früher auf die neue Ausgabe im PDF-Format zugreifen. |





