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Komposit: So wichtig sind die einzelnen Versicherungszweige

5.12.2019 – Der Bestand an Schaden-/ Unfallversicherungs-Verträgen ist 2018 auf fast 316 Millionen gestiegen. Am bedeutendsten für die Kompositversicherer bleibt die Kfz-Versicherung. Ihr Anteil sowohl nach Vertragszahl als auch nach Beitragseinnahmen nimmt kontinuierlich weiter zu. Eine klar negative Entwicklung zeigt sich hingegen bei der privaten Unfallversicherung.

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Versicherungsverträge in der privaten und gewerblichen Schaden-/ Unfallversicherung um 1,3 Prozent auf rund 315,8 Millionen gestiegen. Dies ist dem „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2019“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zu entnehmen (VersicherungsJournal 21.8.2019).

Seit 2010 haben die im GDV organisierten Versicherer den Komposit-Policenbestand um 7,7 Prozent ausgebaut, wie eine Zeitreihenbetrachtung auf Basis weiterer Zahlen des Versichererverbands zeigt.

Vertragszahl: Kfz-Versicherung bleibt Spitzenreiter

Mit weit über einem Drittel entfällt der Großteil der versicherten Risiken auf die Kraftfahrtversicherung. Seit 2010 hat sich der Anteil um fast zwei Prozentpunkte vergrößert. Die Vertragszahl wuchs im Betrachtungszeitraum mit fast 13 Prozent fast doppelt so stark wie der Kompositbestand insgesamt.

Die Policenzahl in der allgemeinen Haftpflichtversicherung wuchs zwar seit 2010 um rund drei Millionen an. Aufgrund einer leicht unterdurchschnittlichen Steigerungsrate gab der Marktanteil mit minus 0,1 Prozentpunkten minimal nach, liegt aber nach wie vor bei etwa einem Siebtel.

Anzahl Verträge (Bild: Wichert)

Unfall-Policen auf absteigendem Ast

Die Schutzbriefversicherung ist mit 27,4 Millionen Kontrakten die drittgrößte Kompositsparte. Hier ging es im Betrachtungszeitraum zwar um 1,8 Millionen Verträge bergauf. Da die Wachstumsrate mit rund sieben Prozent aber ebenfalls unter der des gesamten Schaden-/ Unfallmarktes blieb, verkleinerte sich der Anteil leicht auf unter 8,7 Prozent.

Mit Anteilen von 8,3 beziehungsweise 8,0 Prozent folgen dicht dahinter die verbundene Hausrat- und die private Unfallversicherung. Die Hausratversicherer bauten den Bestand zwar um etwa 1,2 Millionen Policen aus, mussten aber ebenfalls leichte Einbußen beim Marktanteil hinnehmen.

Einen Sonderfall in der Kompositversicherung stellt die private Unfallversicherung dar. Denn es ist die einzige Sparte, in der die Kurve beim Vertragsbestand nach unten zeigt. Das Minus zwischen 2010 und 2017 belief sich auf fast zwei Millionen Kontrakte. In der Folge gab der Anteil um 1,3 Prozentpunkte nach.

Deutliches Wachstum in nicht-privater Sachversicherung

In der Rechtsschutz- sowie der verbundenen Wohngebäudeversicherung war das gleiche Phänomen zu beobachten wie in den Zweigen Haftpflicht, Schutzbrief und Hausrat. Die Bestände wuchsen zwar an, aber der Marktanteil reduzierte sich leicht auf knapp unter 7,1 Prozent (Rechtsschutz) beziehungsweise 6,2 Prozent (Wohngebäude).

Ein kräftiges Wachstum von über einem Fünftel hatten die nicht-privaten Sachversicherer zu verzeichnen. Die Zahl der Policen erhöhte sich um rund 3,3 Millionen auf 19,1 Millionen. Dadurch vergrößerte sich der Marktanteil von unter 5,4 auf über 6,0 Prozent.

Marktanteile Sparten (Bild: Wichert)

Kfz mit fast 40 Prozent Anteil an Kompositbeiträgen

Das Zahlenwerk des Versichererverbands gibt auch Aufschluss darüber, wie viel die Verbraucher und Firmen im Jahr für Versicherungen ausgeben. Insgesamt stiegen die gebuchten Bruttobeiträge im inländischen Direktgeschäft um über ein Viertel auf fast 70,7 Milliarden Euro. Die jahresdurchschnittliche Veränderungsrate wird mit 3,1 Prozent angegeben.

Der nach Beitragseinnahmen größte Versicherungszweig ist und bleibt mit zuletzt fast 28 Milliarden Euro die Kfz-Versicherung (plus über ein Drittel seit 2010). Auf diese Sparte entfallen fast vier von zehn Euro der in Komposit insgesamt eingesammelten Prämien. Dabei fällt der Anteil nach Beiträgen um annähernd zwei Prozentpunkte größer aus als nach Vertragszahl.

Prämien: Nicht-private Sach vor allgemeiner Haftpflicht

Über ein Achtel der Einnahmen (neun Milliarden Euro) geht auf das Konto der nicht-privaten Sachversicherer. Der Anteil an den Prämien ist mit 12,7 Prozent mehr als doppelt so groß wie nach Verträgen. Auf Marktanteile zwischen 11,2 und 9,3 Prozent kommen die Segmente Haftpflicht, Wohngebäude und Unfall.

Die nicht-privaten Sachversicherer sammelten 2018 fast zwei Milliarden Euro mehr ein als noch 2010. Da die Steigerungsrate minimal hinter der des Gesamtmarktes zurückblieb, gab der Anteil um etwa 0,3 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent nach.

Die Haftpflichtversicherung büßte sogar über einen Prozentpunkt Marktanteil ein. Denn das Wachstum fiel mit rund einem Sechstel nur etwas mehr als halb so stak aus wie in Komposit insgesamt.

Deutliche Steigerung bei Wohngebäude

Die Wohngebäudeversicherer steigerten den Umsatz im Betrachtungszeitraum um satte 60 Prozent. In der Folge erhöhte sich der Anteil um über zwei Prozentpunkte auf fast 10,9 Prozent.

Ganz anders verlief die Entwicklung in Unfall: Hier gab es nur ein minimales Plus von nicht einmal 150 Millionen Euro zwischen 2010 und 2018. In der Folge gab der Marktanteil um fast zweieinhalb Prozentpunkte auf 9,3 Prozent nach. Gründe hierfür wurden kürzlich auf einer Fachtagung thematisiert (4.12.2019).

Der Anteil der Rechtsschutz-Versicherung, die 2018 Einnahmen von annähernd 4,15 Milliarden Euro hatte, liegt unverändert bei knapp sechs Prozent. In der Hausratversicherung ging es um fast 0,4 Prozentpunkte auf unter 4,5 Prozent bergab, obwohl die Umsätze um fast eine halbe Milliarde Euro auf etwa 3,15 Milliarden Euro zunahmen.

Die Schutzbriefversicherer kommen mit einem Umsatz von fast 210 Millionen Euro weiterhin auf etwa 0,3 Prozent Anteil.

 
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